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Der Obstgarten Friedrichs II. wächst

Ausstellung „Luxus und Genuss – Erlesene Früchte für die königliche Tafel“ im Heizhaus des Klausberg-Bevederes Der Obstgarten Friedrichs II. wächst

Der Obstgarten am Südhang des Klausbergs wächst stetig. Vor zwei Wochen wurde von Mitarbeitern der Berliner Mosaik-Werkstätten der 1000. Weinstock gesetzt. Zum zweiten Winzerfest am 28. und 29. Juni sollen exakt 216 Flaschen mit Wein der Sorte Phoenix aus eigenem Anbau versteigert und verkauft werden, hat Andreas Kramp, der Sprecher der Mosaik-Werkstätten, gestern angekündigt.

Potsdam. Seit 2006 rekonstruieren Mitarbeiter der Mosaik-Werkstätten in Kooperation mit der Schlösserstiftung den historischen Weinberg, der 1769 im Auftrag Friedrichs II. angelegt wurde.

Eine Ausstellung „Friedrichs Traum von einem Weinberg“ im historischen Heizhaus des Klausberg-Belvederes am Fuße der Terrassen gibt Auskunft über den Weinanbau in der Region und über die wechselvolle Geschichte des Obstgartens, der unter den preußischen Königen und Kaisern ganz auf der Höhe der Zeit kultiviert wurde, bis er nach den Zerstörungen am Ende des Zweiten Weltkrieges für Jahrzehnte verwildern sollte. Ergänzt wird diese Ausstellung in der neuen Saison mit vier Tafeln zum Thema „Kunst und Genuss – Erlesene Früchte für die königliche Tafel“.

200 Apfelbäume mit zwölf verschiedenen Sorten wurden in den vergangenen Jahren gepflanzt. 40 von ihnen haben teils prominente Baumpaten wie die Intendantin des RBB, Dagmar Reim, die im vergangenen Jahr als Klausberg-Botschafterin die Patenschaft für zehn dieser Bäume übernahm. Daneben wachsen zehn Birnen- und fünf Pfirsichsorten. In der Ausstellung erfährt man etwa, dass Kaiser Wilhelm II. als großer Pfirsichfreund ab 1895 auf dem Klausberg einen Komplex mit drei großen Pfirsich- und Weintreibhäusern auf modernstem technischen Stand errichten ließ, von denen trotz Verfalls und Vandalismus bis heute Reste erhalten sind.

Die Rekonstruktion dieser Treibhäuser ist laut Kramp angestrebt, möglich würde sie aber nur mit Hilfe einer Großspende. Drei Millionen Euro würden nach Angaben des Sprechers für die Rekonstruktion der Anlage insgesamt benötigt. Die bisher eingegangenen Spenden im unteren fünfstelligen Bereich würden komplett für die Rekultivierung des historischen Obstbestandes benötigt. Das wichtigste Bauvorhaben der nächsten Jahre ist laut Kramp die Herrichtung des Heizhauses, das spätestens 2019 zum 250-jährigen Bestehen des Obstgartens als Hofladen, Informationszentrum und Aufenthaltsraum für die Gärtner genutzt werden soll. Über die Berliner Mosaik-Werkstätten finden in dem Obstgarten laut Kramp acht bis zehn Menschen mit Behinderungen einen Arbeitsplatz.

Im Jubiläumsjahr wird es möglicherweise bereits erste Birnen, Äpfel und Pfirsiche aus eigenem Anbau geben. Das Weinsortiment soll laut Kramp schon früher erweitert werden: Bereits im nächsten Jahr kommen zum weißen Phoenix erste Flaschen mit einem roten Regent aus eigener Ernte.

Der Obstgarten und die Ausstellung im Heizhaus sind bis 10. Oktober dienstags und donnerstags von 10 bis 14 Uhr sowie an ausgewählten Veranstaltungsterminen geöffnet. Der Eintritt ist frei. (Von Volker Oelschläger)

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