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Potsdam Der Pass gegen Langeweile
Lokales Potsdam Der Pass gegen Langeweile
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16:50 23.06.2017
Maya, Mia und Emma von der Grundschule in Bornim stöbern bereits im neuen Ferienpass der Stadt Potsdam. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Bornim

Genau 26 Tage müssen Brandenburgs Schüler noch durchhalten. Dann beginnen endlich die großen Ferien. Sechs Wochen Ausschlafen, im Freibad schwimmen gehen und die Freizeit genießen stehen dann auf dem Plan. Für Eltern und Großeltern nicht immer eine leichte Zeit. Immerhin will der Nachwuchs täglich betreut und im besten Fall bespaßt werden – und das auch noch möglichst abwechslungsreich und sinnvoll.

Die Stadt Potsdam stellt allen Gründschülern deshalb seit über 35 Jahren den Ferienpass aus. Am Freitag bekamen die Erst- und Zweitklässler der Grundschule Bornim ihren Zugang zum Sommerunterhaltungsprogramm vom Jugendbeigeordneten Mike Schubert (SPD) persönlich überreicht. An allen anderen Grundschulen der Stadt folgt die Ausgabe spätestens im Laufe der nächsten Woche, so dass jeder Sechs- bis Zwölfjährige bis zum Ferienbeginn mit ausreichend Unterhaltungstipps versorgt ist.

Vorfreude auf Kinderkino und Co.

Mehr als 400 Veranstaltungen sind in dem kleinen Heft aufgelistet, in das sich die Grundschüler und ihre Eltern schon einmal einlesen können. Von „Süßigkeiten selbst gemacht“ über „Euer Rap Song“ bis zum Tagesausflug „Potsdam von oben“ ist so gut wie alles dabei, was das Kinderherz begehren könnte. „Ich hätte Lust auf Kino“, sagte die achtjährige Alina, die am Freitag ihren ersten Ferienpass bekam. Das Kinderferienkino mit Gratis-Popcorn im Thalia gehört seit Jahren fest zum Programm und ist bei den Sechs- bis Zwölfjährigen der Renner.

Alinas Freundin Klara kennt den Ferienpass schon aus dem vergangenen Jahr. Sie freut sich darauf, ihn bald wieder nutzen und ihrer Großmutter ihre Heimatstadt Potsdam zeigen zu können. „Letztes Mal war ich zum Beispiel mit meiner Oma im Planetarium“, erzählte sie. Auch in diesem Sommer will die Oma wieder zu Besuch kommen.

Ferienpass hat lange Tradition

Neben den Einzelveranstaltungen und Kursen von Bornstedt bis Drewitz gibt es in dem Heft auch 21 Gutscheine für Ermäßigungen in ausgewählten Attraktionen in Potsdam und dem Umland, beispielsweise einen kostenlosen Eintritt für ein Kind in der Biosphäre oder eine Gratis-Dampferfahrt auf der Weißen Flotte. „Oft nutzen Horte den Ferienpass und unternehmen Gruppenfahrten“, berichtete Schubert bei der Übergabe am Freitag.

Generell werde der Pass seit Jahren sehr gut angenommen. Er bestätigte aus eigener Erfahrung, dass der Pass gegen Langeweile vorsorgt. Denn Schubert hatte seinen ersten Ferienpass aus dem Jahr 1983 mitgebracht. „Damals gab es ihn erst ab der 4. Klasse“, erinnerte er sich. Ganz so viele Angebote wie die aktuelle Version bot er zwar nicht, „aber 200 werden es wohl auch gewesen sein“, schätzte Schubert.

Alle Veranstaltungen im Internet einsehbar

Und auch die Gestaltung war lange nicht so ansehnlich wie heute. Seit fast zehn Jahren erscheint das Begleitprogramm zum Ferienpass in bunt. Von Hand illustriert wurde es vom Potsdamer Grafiker Jörg Hafemeister. Den Ferienpass gibt seit mehreren Jahren die Medienwerkstatt im Auftrag der Landeshauptstadt heraus.

Platz für alle Angebote ist in dem DIN A6-Heft allerdings nicht. Auf den 46 Seiten sind hauptsächlich jene Veranstaltungen aufgelistet, die mit dem Pass ermäßigt oder gänzlich kostenfrei besucht werden können. Das komplette Ferienprogramm gibt es auf der eigens für den Pass angelegten Internetseite: www.ferienpass-potsdam.de. Dort können sich auch ältere Schüler über Veranstaltungen in Potsdam informieren.

Ferienpässe im deutschsprachigen Raum

23 Städte und Gemeinden in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind Mitglied im Fachverband Ferienpass-Städte, kurz: FVFS. Neben Potsdam sind unter anderen die Hauptstädte Wien und Berlin sowie Dresden, München und Basel, aber auch kleinere Städte wie Salzgitter und Glücksburg dabei.

In den Leitlinien des Fachverbandes, die 2013 erarbeitet wurden, wird das Ferienprogramm als wichtiger Bestandteil der außerschulischen Kinder-, Jugend- und Familienbildung beschrieben. Es soll präventiv wirken und der aktiven Erholung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen dienen.

Kriterien für die Aufnahme von Angeboten in die einzelnen Ferienpässe sind laut FVFS unter anderen ein entsprechender Betreuungsschlüssel, eine Evaluation zur Qualitätssicherung und der Grundsatz der Integration. Außerdem sollen sich Kinder und Jugendliche an der Planung der Projekte beteiligen können.

Von Victoria Barnack

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