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Der Platz für die siebten Klassen fehlt

Gesamtschule am Schilfhof Der Platz für die siebten Klassen fehlt

Weil es durch die Sanierung an der Gesamtschule am Schilfhof eng wird, sucht die Stadt nach einem Domizil für die kommenden Siebtklässler. Fünf Klassen mit insgesamt 120 Schülern müssen ausgelagert werden. Die Vorzugsvariante der Stadt - die benachbarte Weidenhofschule - ist nach Intervention der Lehrer vom Tisch. Nun wurden fünf weitere Standorte geprüft.

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Im April 2016 fiel der Startschuss für die Sanierung der Gesamtschule am Schilfhof – die Arbeiten sind in Verzug.

Quelle: Friedrich Bungert

Am Schlaatz. Die Sanierung der Gesamtschule am Schilfhof im Stadtteil Schlaatz führt zu einem empfindlichen Engpass: Da sich die Bauarbeiten verzögern, müssen mit dem Beginn des kommenden Schuljahres 2017/18 fünf siebte Klassen ausgelagert werden – aber wohin?

Die Lehrer der benachbarten Weidenhof-Grundschule haben bereits die weiße Flagge gehisst. Die Schule wäre mit zusätzlichen 120 Schülern überlastet und könnte ihre Integrationsarbeit nicht mehr gewährleisten. Der Zuzug würde die Grundschule nicht nur räumlich an ihre Grenzen bringen, die Menge an älteren Schülern würde auch das soziale Gleichgewicht in der Grundschule stören. Die Schulleitung sprach bereits im März bei den Stadtverordneten vor und plädierte dafür, eine alternative Lösung zu suchen. Die Stadtverordneten besiegelten diese Bitte mit einem Beschluss in ihrer Sitzung am 5. April.

Gebraucht werden fünf Klassenräume ab Schuljahresbeginn und bis zu den Winterferien 2018. Doch diese zu finden, ist offenbar gar nicht so einfach. Petra Rademacher, Fachbereichsleiterin in der Stadtverwaltung, stellte dem Ausschuss für Bildung und Sport am Dienstagabend vor, was bei der Suche nach einem Domizil für die Siebtklässler der Schilfhof-Schule herausgekommen ist: „Glücklich sind wir mit keinem der alternativen Standorte, die wir Ihnen vorstellen können.“

Fünf mögliche Alternativen hat die Stadt geprüft: eine Containerschule am Schilfhof selbst, das Bürgerhaus am Schlaatz, die Baracke des Humboldt-Gymnasiums, das Oberstufenzentrum I an der Jägerallee und das neue Gymnasium an der Haeckelstraße.

Zu klein, zu spät, zu teuer

Die Containeranlage, die wegen der räumlichen Nähe bisher favorisiert wurde, bietet statt der fünf benötigten nur drei Klassenräume, zudem seien die Container, die derzeit noch am Gymnasium in der Haeckelstraße stehen, nicht zum Schuljahresbeginn verfügbar – allein für die Baugenehmigung am Schilfhof sei mit drei Monaten zu rechnen. Ein weiterer Nachteil sind die Kosten von 130 000 Euro. Dennoch ist diese Variante noch nicht vom Tisch.

Die Jugendarbeit hat Vorrang

Das Bürgerhaus am Schlaatz hat ebenfalls nur drei Räume zu bieten. Völlig offen ist zudem, wie die Schulspeisung organisiert werden könnte. Aus dem Rennen ist das Bürgerhaus aber vor allem aus einem anderen Grund: Sowohl der im Rathaus zuständige Geschäftsbereich III als auch die Leitung des Bürgerhauses haben den Zuzug abgelehnt. Sie verweisen darauf, dass ansonsten die Jugendarbeit auf der Strecke bleiben würde.

Die Baracke soll weg – noch vor dem Sommer

Das Humboldt-Gymnasium hat in seiner Baracke zwar drei Klassenzimmer und einen Gruppenraum frei – das Gebäude soll im Zuge der Campus-Sanierung aber bis zum Sommer abgerissen und die so frei werdende Fläche dem Schulhof zugeschlagen werden. Offen ist hier ebenfalls die Frage der Schulspeisung und der Kosten.

Zuzug abgelehnt, Eigenbedarf angemeldet

Am OSZ I hat die Verwaltung drei Räume ausgemacht. Das OSZ lehnt den Zuzug der Kinder vom Schilfhof mit Verweis auf Eigenbedarf aber ebenfalls ab. Geklärt wäre dort immerhin die Schulspeisung, problematisch wäre hingegen die Schülerbeförderung.

Genügend Räume, aber an anderen Ende der Stadt

Das Gymnasium an der Haeckelstraße könnte fünf Klassenräume bereitstellen. Gedeckt seien laut Rademacher zudem die Kosten, offen hingegen die Schulspeisung und die Schülerbeförderung. Die Schulleitung sei über die Prüfung informiert, so Rademacher: „Wir sind in der Haeckelstraße nicht auf Begeisterung gestoßen, aber auch nicht auf Ablehnung.“

Die Verwaltung empfiehlt nun, an der Haeckel-Variante weiter zu arbeiten und die bisher favorisierte Container-Lösung zurückzustellen, aber nicht ganz aufzugeben. Über das Ergebnis sollen Eltern und Schule zeitnah informiert werden.

Von Nadine Fabian

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