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Der Potsdamer „Kreml“ ist offenbar verkauft

Konsortium um Berliner Immobilienunternehmen Sanus AG Der Potsdamer „Kreml“ ist offenbar verkauft

Der alte Potsdamer Landtag auf dem Brauhausberg – im Volksmund Kreml genannt - ist offenbar verkauft. Laut Informationen des RBB hat sich ein Konsortium um die Berliner Immobilienfirma Sanus AG gegen 7 Mitbieter durchgesetzt. Das letzte Wort zum Verkauf hat der Haushaltsausschuss des Landtages.

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Der „Kreml“ auf dem Potsdamer Brauhausberg.

Quelle: Michael Hübner

Potsdam. Der alte Potsdamer Landtag auf dem Brauhausberg ist offenbar verkauft. Laut Informationen des RBB hat sich ein Konsortium um die Berliner Immobilienfirma Sanus AG gegen sieben Mitbieter durchgesetzt. Eine Bestätigung des Ministeriums gab es dafür am Mittwoch nicht.

Der Verkauf ist noch nicht in Sack und Tüten, den das letzte Wort hat der Haushaltsausschuss des Landtages. Er will am Donnerstag in nicht-öffentlicher Sitzung über den Verkauf des Geländes abstimmen.

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Der im Volksmund „Kreml“ genannte Komplex umfasst 5400 Quadratmeter, das gesamte Areal ist 25 000 Quadratmeter groß. Laut Ausschreibung ist für das Areal ein Nutzungsmix aus Forschung, Wohnen und Gewerbe vorgesehen. Sprich: Einrichtungen der Wissenschaft und Forschung; wissenschaftsnahe gewerbliche Betriebe; Beherbergungsbetriebe – das sind die zulässigen Arten der baulichen Nutzung.

Im November 2013 waren Brandenburgs Parlamentarier ausgezogen. Seitdem steht das Gebäude leer.

Ein Gebäude mit wechselvoller Geschichte:

Die Reichskriegsschule – zuerst Königlich-Preußische Kriegsschule – ist ein Gebäudekomplex, der von 1899 bis 1902 auf Weisung Kaiser Wilhelm II. auf dem Potsdamer Brauhausberg errichtet wurde.

Das Gebäudeensemble wurde nach der Auflösung der Kriegsschule im Jahr 1914 ständig neu genutzt; von 1946 bis 1952 und von 1990 bis 2013 beherbergte es den Brandenburgischen Landtag.

Das Gebäude entstand von 1899 bis 1902 nach Plänen von Franz Schwechten. Die architektonische Auslegung im Stil der englischen Cottage-Bauweise mit Fachwerk und weißgeputzten Feldern unter Verwendung von Renaissance-Motiven gab der Kaiser vor.

Als Standort favorisierte Wilhelm II. unter Bezugnahme auf Schanzanlagen, die an dieser Stelle 1813 errichtet worden waren, den Brauhausberg.

Zentraler Teil des Komplexes war ein 1804 nach dem Wunsch von Friedrich Wilhelm III. für Königin Luise errichteter 64 Meter hoher Aussichtsturm, der in das Bauensemble integriert wurde. Für den Haupteingang diente die Porta Stupa in Verona als Vorbild.

Im Zuge des Umbaus des gesamten Gebäudekomplexes in ein Magazin wurde der Turm 1935 auf nur noch 50 Meter reduziert.

Bei Bombardierungen durch englische Flugzeuge ist das Gebäude am 14. April 1945 teilweise zerstört worden. Die hier gelagerten Unterlagen und Akten des nach dem Ersten Weltkrieg eingerichteten Reichsarchivs wurden zum großen Teil vernichtet.

Ende der 40er-Jahre ließ der neugegründete Rat der Stadt Potsdam die Gebäude notdürftig wieder instand setzen, weil sie als Schule genutzt werden sollten, was jedoch nicht geschah.

1952 zog die SED-Bezirksleitung auf den Brauhausberg. Es erfolgten weitere Anbauten, so dass ein fast geschlossener Hofkomplex entstanden ist.

Unter Denkmalschutz steht heute nur noch die Fassade des Gebäudekomplexes.

Von MAZonline

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