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Potsdam Der Regent kommt unter den Hammer
Lokales Potsdam Der Regent kommt unter den Hammer
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20:15 04.07.2016
Regent oder Phönix? Ariane Perk (20) absolviert auf dem Klausberg ihr freiwilliges ökologisches Jahr. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Am Polarkreis des Weinbaus scheint die Sonne und lässt die Trauben blitzen. Noch sind sie grün wie ein Laubfrosch und fest wie Kiesel. Doch schon jetzt geht’s ums Ganze. Jetzt müssen die Triebe gekürzt und die Trauben ausgedünnt werden, auf dass alle Kraft in die vielversprechendsten aller Früchte schießt. Der Regent steht gut in diesem Jahr.

Zum Weinfest kommt die Deutsche Weinprinzessin nach Potsdam

Im Königlichen Weinberg am Klausberg sind die Arbeiter der Mosaik-Werkstätten für Behinderte emsig zu Gange. Sie pflegen nicht nur die Rebstöcke, sie mähen und wässern auch und machen den Weinberg fein fürs Weinfest, das am Freitagnachmittag beginnt und sich über den ganzen Samstag erstreckt. Majestätischen Glanz soll ihm die Deutsche Weinprinzessin verleihen. In ihrem Gefolge hat sie Winzer aus allen deutschen Weinbaugebieten und aus Brandenburg – nur die Region Mittelrhein fehlt.

Zum fünften Mal laden die Mosaik-Werkstätten und die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten ein, es sich auf dem Klausberg unweit des Neuen Palais gut gehen zu lassen und vom Wein zu nippen, der hier gereift ist. „Mit dem Weinjahr 2015 sind wir sehr zufrieden“, sagt der Leiter des Weinberg-Projekts, Andreas Kramp. „Erstmals haben wir mehr als 1000 Flaschen abfüllen können.“ Genauer gesagt mehr als 400 Flaschen Regent und über 600 Flaschen Phönix – dessen Ertrag habe man gar verdreifacht, sagt Kramp. „Dem Spätsommer sei Dank! Er hat die Oechslewerte – den Zuckergehalt der Trauben – nach oben schnellen lassen.“ Für den Rotwein habe man 83 Grad Oechsle gemessen – das ist bislang Spitze auf dem Klausberg. „Ein sehr gutes Ergebnis für unsere Region“, sagt Andreas Kramp. „Damit kann man richtig etwas anfangen.“

Der Kellermeister sitzt auf dem Werderaner Wachtelberg

Die, die „damit etwas anfangen“, sitzen auf dem Werderaner Wachtelberg. Dort, bei Manfred Lindicke und seinem Team, lassen die Mosaik-Werkstätten nach der Lese im September und Oktober die Trauben pressen und keltern. Den roten Regent hat der Kellermeister wie gehabt trocken ausgebaut. Seine Bouquet-Aromen erinnern an Waldfrüchte umspielt von einer leichten Cassisnote. Der weiße Phönix ist erstmals halbtrocken zu haben: ein frischer, vollmundiger Tropfen mit feinem Muskataroma und einem Hauch Pfirsich.

„Die Versteigerung unseres limitierten Weins dürfte einer der Höhepunkte des Weinfests sein“, sagt Andreas Kramp. „Der Erlös kommt der Rekultivierung der Anlage zu Gute.“ Mehr als 3000 Rebstöcke gedeihen inzwischen in dem 1769 auf Geheiß Friedrich II. für die Obstzucht und den Weinbau angelegten, im Zweiten Weltkrieg verwüsteten und danach mehr oder minder vergessenen Garten. Rund 1000 Rebstöcke der Weißweinsorte Cabernet Blanc sind in diesem Jahr hinzu gekommen. Noch ist Raum für weitere Rebstöcke.

Die limitierten Weine sind schnell ausverkauft

Zu beziehen sind die Weine, für die es laut Kramp bereits Bestellungen gibt, direkt über die Königlicher-Weinberg-Internetpräsenz, in den Museumshops der Stiftung und im Brandenburger Weinkontor in der City. Eile ist geboten: „Weihnachten sind wir erfahrungsgemäß ausverkauft.“

5. Königliches Weinfest

Das Königliche Weinfest auf dem Klausberg findet am 8. und 9. Juli statt – am Freitag von 16 bis 22 Uhr, am Samstag von 12 bis 21 Uhr.

Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) eröffnet das Weinfest gemeinsam mit der Deutschen Weinprinzessin Katharina Fladung und Frank Jeromin, Geschäftsführer des Mosaik-Unternehmensverbundes.

An beiden Tagen stellen Weingüter aus allen Weinbauregionen Deutschlands ihre Weine vor.

Der streng limitierte Klausberg-Wein wird am Freitag um 19 Uhr und am Samstag um 17.15 Uhr versteigert. Die Einnahmen kommen der Rekultivierung des Weinbergs zugute.

Führungen werden zu den Themen „Trauben für die Tafel“ (Freitag 18 Uhr, Samstag 14.30/19 Uhr), „Friedrich und der Wein“ (Freitag 20.45 Uhr) und „Ein König und sein Garten“ (Samstag, 16.45 Uhr – für Kinder) angeboten. Erwachsene zahlen 2 Euro, für Kinder ist die Teilnahme frei.

Weinseminare gibt die Deutsche Weinprinzessin: „Wein mit allen Sinnen“ (Freitag 20 Uhr) und „Sommer, Grillen, Wein“ (Samstag 13.30 Uhr).

Wer helfen möchte, ein Stück Welterbe wiedererstehen zu lassen, kann einfach so spenden oder Pate eines Rebstocks oder Apfelbaums werden. Infos dazu gibt es unter 030/21990712 oder per E-Mail an weinberg@mosaik-berlin.de.

Von Nadine Fabian

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