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Der Sog des Barberini

Kunsthandel in Potsdam Der Sog des Barberini

Hasso Plattners Kunstmuseum im Palast Barberini in Potsdam beflügelt den regionalen Kunsthandel. In dieser Woche steht die dritte Galerie-Eröffnung in unmittelbarer Nachbarschaft an. Das Angebot der Neuen reicht von Käthe Kollwitz über Lotte Laserstein bis Udo Lindenberg. Nur die zeitgenössische Kunst aus der Region muss ihren Platz noch finden.

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Platzhirsch Barberini (l.) mit dem kleineren Palast Chiericati

Potsdam. Das Museum Barberini am Alten Markt beflügelt den regionalen Kunsthandel. Mittlerweile haben sich in unmittelbarer Nachbarschaft des im Januar eröffneten Kunstmuseums von Hasso Plattner drei ambitionierte Galerien angesiedelt. Albert Baake, der 2008 in der Mittelstraße 30 sein erstes Kunstgeschäft eröffnete, hat seit Mai 2016 eine zweite Adresse im Nachbau des Palastes Pomopeji, Humboldtstraße 3, nur zwei Häuser vom Barberini entfernt.

Albert Baake mit einem Bild von Ed Heck, den er neu im  Programm hat

Albert Baake mit einem Bild von Ed Heck, den er neu im Programm hat.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Mit der Eröffnung des Kunstmuseums im Januar, das mit der ersten Sonderausstellung „Impressionisten. Die Kunst der Landschaft“ in gut drei Monaten 320 000 Gäste anzog, zog bei Baake das Geschäft an: „Es ist erfreulicherweise so, dass hier die Richtigen kommen“, sagt er, „Kunden, die sich auskennen.“ Längst hat er den Schwerpunkt seines Kunsthandels mit Werken von Max Liebermann und Pablo Picasso bis zu Armin Mueller-Stahl und Udo Lindenberg in die Humboldtstraße verlegt. Sonnabend eröffnete Baake in der Villa von Haacke an der Jägerallee eine dritte Dependance.

Seit Ende Mai gibt es mit „Dr. Nöth“ im Palast Chiericati unmittelbar neben dem Barberini einen zweiten privaten Kunsthändler. Gegründet von Michael Nöth 2005 im mittelfränkischen Ansbach zunächst ohne separate Ausstellungsräume, ist dieser Betrieb auf Gemälde des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts spezialisiert. Die Galerie am Alten Markt eröffnete Nöth passend zur Auftaktschau des großen Nachbarn mit Impressionisten.

Lotte Laserstein

Lotte Laserstein: „Frau mit roter Baskenmütze“, 1931.

Quelle: Galerie Nöth

Die eigentliche Eröffnung aber soll es am 13. Oktober mit der Vernissage der zweiten Sonderschau geben. Präsentiert werden in der Ausstellung „Die 1920er und 1930er Jahre – Fest fürs Leben oder Tanz auf dem Vulkan?“ Arbeiten unter anderem von Emil Nolde, Otto Dill, Natalja Gontscharowa und Erich Heckel, vor allem aber von Lotte Laserstein, die mit ihrem 1930 entstandenen Gemälde „Abend über Potsdam“ Geschichte schrieb.

Ebenfalls in der Humboldtstraße 4, Tür an Tür mit Dr. Nöth, soll noch in dieser Woche eine dritter privater Handel für Kunst und Antiquitäten eröffnet werden. Auch der „Kunstsalon am Barberini“ werde vor allem Werke des 19. und 20. Jahrhunderts präsentieren, sagt Mitinhaberin Andrea Brauer. Als thematischen Schwerpunkt im Obergeschoss kündigt sie Werke von Käthe Kollwitz an. In der Galerie gibt es dafür ausgewiesene Experten. Die Mitinaber Gudrun und Martin Fritsch haben über Jahre das private Käthe-Kollwitz-Museum in Berlin geführt. Erstmals wird der „Kunstsalon“ voraussichtlich am Mittwoch aufgeschlossen, sagt Andrea Brauer. Eine offizielle Eröffnung kündigte sie für Dezember an.

Ursula und Rainer Sperl suchen nach neuen Räumen in der Innenstadt

Ursula und Rainer Sperl suchen nach neuen Räumen in der Innenstadt.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Keine Lösung gibt es bislang für die Galerie Sperl, als älteste Privatgalerie der Landeshauptstadt eine der wichtigsten Adressen für aktuelle bildende Kunst aus der Region. Gegründet in der Nachwendezeit in der Mittelstraße 30, heute eine der Baake-Filialen, bespielten sie zuletzt seit 2013 das 500 Quadratmeter große „Schaufenster“ im Parterre der alten Fachhochschule. Die lange geplante Abschiedsausstellung mit Werken von Rainer Sperl vor dem angekündigten Abriss des Baus musste ausgesetzt werden, weil das Gebäude nach der kurzzeitigen Besetzung durch Abrissgegner im Juli komplett gesperrt wurde. Nach neuen Räumen suchten sie bislang vergebens, sagt Mitinhaberin Ursula Sperl. Sie hätten aber die Hoffnung, die Ausstellung „noch in diesem Jahr“ an einer neuen Innenstadt-Adresse zeigen zu können.

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Schöne leere Räume im neuen Potsdamer Kunstmuseum im historischen Zentrum am Alten Markt.

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Das Museum im Barberini zeigt noch bis Dienstag die Ausstellung „Von Hopper bis Rothko. Amerikas Weg in die Moderne“, in die schon weit mehr als 120 000 Besucher kamen. Dann soll eine Sonderausstellung mit Kunst aus der DDR eröffnet werden. Das 2012 mit einer Sonderausstellung zum Friedrich-Jahr eröffnete „Potsdam-Museum – Forum für Kunst und Geschichte“ als älteste Kunstadresse im neu formierten Ensemble des Alten Marktes präsentiert in den aktuellen Sonderausstellungen noch bis November Kunst aus der von Kurfürst Friedrich Wilhelm gegründeten Potsdamer Glashütte und Vedutenmalerei von Heinrich Hintze.

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Die große Werkschau: Das Museum Barberini präsentiert zum ersten Mal Werke großer Künstler.

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Von Volker Oelschläger

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