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Der Superblitzer macht Sommerpause

Verkehr in Potsdam Der Superblitzer macht Sommerpause

Lange Zeit galt das Leipziger Dreieck in Potsdam als unkontrollierbar. Dann kam Poli-Scan-Speed und blitzte, was zu schnell oder bei Rot über die Kreuzung düste. Wegen Bauarbeiten hat die Stadt die Hightech-Messsäule vor Kurzem abbauen lassen – ein neuer Standort für den Superblitzer ist noch nicht gefunden.

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An den Blitzer vor dem neuen Schwimmbad erinnert nur noch ein frischer Betonfleck.

Quelle: Friedrich Bungert

Innenstadt. Der Superblitzer am Leipziger Dreieck, der Autofahrer seit drei Jahren in Atem gehalten hat, ist verschwunden. Laut Stadt wurde das Hightech-Gerät bereits vor sechs Wochen abgebaut. Grund dafür war demnach die Baustelle vor dem neuen Schwimmbad, wo unter anderem der Fußweg hergerichtet wurde und man befürchten musste, dass der Blitzer dabei Schaden nimmt. „Aller Voraussicht nach, wird der Blitzer am Leipziger Dreieck, das ab kommendem Jahr komplett umgebaut wird, auch nicht mehr aufgestellt“, teilt Stadtsprecher Jan Brunzlow mit. Ein neuer Standort stehe derweil noch nicht fest: „Es wird aber sicher eine der größeren Kreuzungen.“

Das Leipziger Dreieck ist Potsdams größter Verkehrsknotenpunkt: Dort kommen 17 Fahrspuren mit diversen Abbiege-Möglichkeiten zusammen, zudem verlaufen dort Tramtrassen sowie Rad- und Fußgängerüberwege. Die Kreuzung steht seit jeher ganz oben auf der Liste von Potsdams Unfallschwerpunkten. Mehr als 50 000 Autos passieren sie jeden Tag, hinzu kommen mehr als 9000 Fahrräder und mehr als 36 000 Menschen in Bussen und Straßenbahnen. Dabei galt das Leipziger Dreieck lange als unkontrollierbar und der Einbau konventioneller Mess-Schleifen und Sensoren in die Fahrbahnen als zu aufwendig und zu teuer.

Dann kam der 1. Juli 2014 und mit ihm der mit Lasertechnik ausgestattete Blitzer „Poli-Scan-Speed”. Die zwei Meter hohe Säule, die allein stadtauswärts fünf Fahrspuren zugleich überwachte, war dort zunächst nur zu Testzwecken aufgebaut worden. Ein Jahr lang sollte sie Tempo- und Rotlichtsünder bußgeldfrei blitzen, doch der Probelauf lief damals offenbar so gut, dass die Stadt noch vor Ablauf der Schonfrist zu kassieren begann. Fortan erregte Potsdams berühmtester Blitzer regelmäßig Ärger: Mal blitzte das Gerät im Stau stehende Autos, mal funktionierte es überhaupt nicht. Immer wieder geriet der Blitzer in die Schlagzeilen.

Die Säule konnte fünf Spuren auf einmal erfassen

Die Säule konnte fünf Spuren auf einmal erfassen.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Entwickelt wurde die Säule von der Wiesbadener Firma Vitronic, die im Gewerbegebiet an der Wetzlarer Straße in Babelsberg eine Niederlassung mit Service-Center unterhält. Im Bereich der lasergestützten Geschwindigkeits- und Rotlichtüberwachung ist Vitronic mit den Systemen Poli-Scan-Speed und Poli-Scan-Redlight eigenen Angaben zufolge Weltmarktführer. Zudem hat Vitronic die Autobahnen der Republik für die Mautkontrolle und -erhebung mit den signifikanten Messbrücken ausgestattet.

Die Firma hat auch die Messkabine an der Hans-Thoma-Straße entwickelt – laut Stadtsprecher Potsdams einträglichster Blitzer. „Dabei geht es der Stadt nicht darum, möglichst viel Geld zu verdienen, sondern die Autofahrer zu disziplinieren“, sagt Brunzlow. Am Leipziger Dreieck gilt Tempo 50, in der Hans-Thoma-Straße Tempo 30. Wie viel Geld die beiden Superblitzer einbringen, könne er nicht sagen, so Brunzlow. Die insgesamt sechs in Potsdam fest installierten Blitzern haben der Stadtkasse 2016 mehr als 1,7 Millionen Euro beschert, ds sind 4755 Euro pro Tag und rund 200 Euro pro Stunde.

Von Nadine Fabian

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