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Der Tod und das Mädchen

Premiere am Hans-Otto-Theater Potsdam Der Tod und das Mädchen

Die Schauspielerin Katrin Hauptmann (32) gibt am Donnerstag als Paulina Salas in „Der Tod und das Mädchen“ ihr Debüt am Hans-Otto-Theater in Potsdam. In der kommenden Spielzeit, mit der sich Intendant Tobias Wellemeyer aus Potsdam verabschiedet, ist sie eines von drei neuen Ensemblemitgliedern.

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Katrin Hauptmann gibt am Donnerstag als Paulina Salas in „Der Tod und das Mädchen“ ihren Einstand am Hans-Otto-Theater.

Quelle: Foto: Christel Köster

Potsdam/Schiffbauergasse. Das Schauspiel „Der Tod und das Mädchen“ erzählt die Geschichte einer Frau, die Jahre nach dem Ende einer Diktatur in einem Mann ihren Peiniger zu erkennen glaubt und ein Geständnis erzwingen will. Das 1991 in London uraufgeführte Theaterstück des Chilenen Ariel Dorfman gewann viele Preise, wurde in 25 Sprachen übersetzt und 1994 von Roman Polanski mit Sigourney Weaver, Ben Kingsley und Stuart Wilson verfilmt.

Das Hans-Otto-Theater präsentiert das Schauspiel am Donnerstag in der Reithalle. Katrin Hauptmann (32) gibt in der Rolle der um Genugtuung kämpfenden Paulina Salas ihr Potsdam-Debüt. In der nächsten Spielzeit wird sie als eines von drei neuen Ensemblemitgliedern gleich zur Eröffnungspremiere von „Das Wasser im Meer“ am 15. September auf der Bühne stehen.

Ihre Liebe zum Theater entdeckte Katrin Hauptmann schon als Schülerin in Leibnitz, einer Stadt südlich von Graz in der Steiermark als Darstellerin in Schultheaterproduktionen wie „Tanz der Vampire“: „Das war eine tolle Erfahrung. Ich habe gedacht, wenn man damit seinen Alltag verbringen könnte, wäre das eine tolle Sache.“ Sie studierte Schauspiel am Konservatorium Klagenfurt.

Unmittelbar nach dem Abschluss, von 2009 bis 2014, hatte Katrin Hauptmann ihr erstes Festengagement am Landestheater Vorarlberg in Bregenz. Für die Marie in „Woyzeck“ bekam sie 2010 den Förderpreis des Landes Vorarlberg für Kunst und Kultur, für das Gretchen in „Faust“ wurde sie 2013 mit der Fördergabe des Landes Kärnten für darstellende Kunst ausgezeichnet.

2014 holte Günther Beelitz, der in Bregenz als Regisseur mit ihr gearbeitet hatte, Katrin Hauptmann als dessen neuer Intendant ans Düsseldorfer Schauspielhaus: „Er hat mich mitgenommen.“ Unter ihren neuen Kollegen war Moritz Führmann, von 2004 bis 2009 unter Intendant Uwe-Eric Laufenberg Ensemblemitglied in Potsdam.

Seit 2016 arbeitet Katrin Hauptmann als freie Schauspielerin unter anderem in Frankfurt und Lübeck. Im September 2016 war der Vorsprechtermin am Hans-Otto-Theater, das für die letzte Spielzeit von Intendant Tobias Wellemeyer noch einmal drei neue Ensemblemitglieder suchte. Katrin Hauptmann war bei dieser Gelegenheit das erste Mal in Potsdam und musste sofort wieder zurück nach Lübeck, wo gerade für das Musical „Sunset Boulevard“ geprobt wurde. „Ich habe von Potsdam beim ersten Mal nur den Bahnhof und das Theater gesehen. Ich war ganz begeistert, dass es am See liegt.“

In der Abwägung zwischen Schauspiel und Musical habe sie sich beruflich für das erstere entschieden: „Aber ich finde es toll, wenn an einem Haus das Angebot breit gefächert ist. Wenn man so einen Abend wie ,Der Tod und das Mädchen’ machen darf, wo man emotional in die vollen gehen kann. Wo man sich nichts schenkt und im besten Fall Blut und Wasser schwitzt. Und ein anderer Abend besteht aus Freude und Leichtigkeit.“

Polanskis Film habe sie vor Jahren einmal gesehen, „aber jetzt nicht noch einmal“. Mit Absicht nicht, um der eigenen Interpretation Raum zu lassen. Die Frage, was richtig und was falsch ist, werde dem Zuschauer gestellt und nicht beantwortet. „Es gibt da keine Lösung. Selbstjustiz kann keine Lösung sein, gleichzeitig darf es aber auch nicht sein, dass Folter passiert, ohne dass dafür jemand zur Verantwortung gezogen wird. Beides ist kein gangbarer Weg. Wir kennen das aus unserer Geschichte: Die Täter verschwinden ja nicht plötzlich, nur weil das Staatssystem sich ändert. Und dann gab es im Stück eine Amnestie. Ab jetzt gilt der Rechtsstaat für alles, was passiert ist. Wir legen den Mantel des Schweigens darüber. Das ist für jemanden, der Unrecht erfahren hat, völlig indiskutabel.“

Das Bühnenbild ist ein Sommerhaus. Über Projektionen werden Meereswellen eingeblendet. Die Inszenierung unter der Regie Christian von Tresckows, der ebenso wie die Schauspielerin am Donnerstag sein Potsdam-Debüt gibt, sei zeitlos angelegt. „Das ist nichts, was in Chile spielt in den 1990er Jahren. Es soll kein Geschichtsunterricht werden.“

Drei neue Ensemblemitglieder

Die Premiere von „Der Tod und das Mädchen“ in der Reithalle ist am Donnerstag um 19.30 Uhr. Nächste Spieltermine sind am 10., am 11. und am 24. Juni, Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr.

Mit Katrin Hauptmann als Paulina Salas kommen Christoph Homann als mutmaßlicher Folterer und Philipp Mauritz als Gerardo Escobar, der Mann von Paulina Salas, auf die Bühne.

Katrin Hauptmann ist erste der drei neuen Ensemblemitglieder des HOT, die sich dem Potsdamer Publikum schon vorab vorstellt.

Gemeinsam mit Marie Fischer wird sie am 15. September in „Das Wasser im Meer“ zu sehen sein,der ersten Premiere der nächsten Spielzeit. Dritter Neuzugang ist Arne Lenk.

Christian von Tresckow, der am Donnerstag sein Regiedebüt am HOT gibt, wird in der nächsten Spielzeit Fontanes „Effi Briest“ als Sommertheater inszenieren.

Im HOT sei sie sehr freundlich aufgenommen worden, sagt Katrin Hauptmann: „Ich freue ich, wieder zu einem Haus zu gehören, mein Ensemble zu haben, meine Stadt und mein Theater. Ich wurde hier sehr herzlich empfangen. Es ist eine außergewöhnlich herzliche Stimmung, die einem hier entgegen schlägt.“

Dass ihre erste Spielzeit zugleich die letzte unter Intendant Tobias Wellemeyer ist, sei allerdings besonders. Noch ist ungewiss, welche Kollegen nach dem Führungswechsel 2018 im Ensemble bleiben. „So ein Übergangsjahr ist eine spezielle Situation. Die Energie in so einem letzten Jahr ist sehr aufgeladen. Ich kannte es aus Düsseldorf und jetzt aus Frankfurt: Jeder ist am gucken, wo geht es hin. Es gibt viele Hallos und viele Verabschiedungen. Das ist eine eigene Atmosphäre.“

Von Volker Oelschläger

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