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Potsdam Der Traum vom Mars
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13:20 03.01.2014
Denis Newiak träumt vom Mars. Quelle: Julian Stähle

Der Potsdamer ist einer von weltweit 200.000 Menschen, die sich um einen Platz bei der Mission „Mars One“ beworben haben – eine Mission ohne Wiederkehr. Und er ist einer von 1058, die in die zweite Runde gekommen sind. „Ich habe am 30. Dezember davon erfahren“, erzählt Newiak, der Filmwissenschaft an der Freien Universität Berlin studiert und nebenher als Straßenbahnfahrer in Potsdam arbeitet. Sein erster Gedanke? „Einfach geil.“

Hinter dem Projekt steht die niederländische Stiftung Mars One. Unter Führung des Ingenieurs Bas Lansdorp will sie 2023 erstmals Menschen auf dem Roten Planeten landen lassen, für den Anfang vier. Alle zwei Jahre sollen dann vier weitere „Marsmenschen“ folgen, insgesamt könnten es 40 werden. Eine Rückkehr ist nicht möglich, schon allein weil der Flug den Kostenrahmen von sechs Milliarden Euro sprengen würde, wie es heißt. Finanziert werden soll das Projekt durch Werbung, den Verkauf von Medienlizenzen sowie „Crowd Funding“, also Schwarmfinanzierung. Ziel ist es, eine dauerhafte Marskolonie  zu bilden.

„Die Idee hat mich fasziniert“, sagt Newiak. Schon als 13-Jähriger habe er seine Leidenschaft für Astrophysik entdeckt, als er Steve Hawkings „Universum in der Nussschale“ las. Bei der Marsmission gehe es ihm aber nicht um das Abenteuer. Newiak möchte nichts weniger als Geschichte schreiben, er will helfen, die Welt aus dem All heraus zu verändern. „Massenarmut, Umweltzerstörung, politisch-ökonomische Dauerkrisen, für all diese Probleme, die wir auf Erden haben, könnten wir Lösungen finden“, sagt er. Es gehe darum, eine politische Diskussion anzustoßen und zu testen, ob menschliches Leben auf dem Mars möglich sei. Dabei könne man auch die Kluft zwischen Natur- und Geisteswissenschaften überwinden.

Wenn der 25-Jährige erzählt, klingt er nicht wie ein Spinner oder wie jemand, der seinem elenden Dasein auf Erden entfliehen will. Denis Newiak scheint das Leben in der menschlichen Zivilisation durchaus zu genießen. In seinem Steckbrief für die Mars-Bewerbung schreibt er unter Hobbys: Musik, Schwimmen, Theater, Filme, Ausstellungen, Standardtänze lehren. Daneben ist er vielfältig gesellschaftlich engagiert: Er ist Mitglied der SPD und im Humanistischen Verband, er ist Einsatzsanitäter bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) und macht sich für Naturschutzorganisationen stark.

Doch all das würde der 25-Jährige aufgeben, um in einer roten Gesteinswüste zu leben, unter den denkbar widrigsten Umständen. Sauerstoff muss auf dem Mars erst produziert werden. Die Temperaturen sinken  auf bis zu minus 100 Grad, ein Videoanruf zur Erde hätte sieben Minuten Verzögerung – pro Strecke.

Natürlich müsse man einige Opfer bringen, sagt Newiak. Am meisten werde er natürlich die Menschen vermissen, die er niemals wiedersieht, sollte er tatsächlich das Ticket zum Mars lösen. Ob er eine Freundin hat, die er ebenfalls für den fremden Planeten verließe, will er nicht verraten. „Das ist ein großes wissenschaftliches Projekt, da ist das keine relevante Frage“, sagt er. Dass er fortan ein Leben unter ständiger medialer Beobachtung der Weltbevölkerung führen würde – quasi Darsteller in einer gigantischen Weltraum-Big-Brother-Inszenierung wäre – würde ihn nicht stören. „Ich finde es toll und ganz wichtig, dass die Weltgemeinschaft daran beteiligt wird“, sagt Newiak.

Erst mal muss es der Potsdamer aber in die nächste Runde schaffen. Bald steht ein Gespräch mit der Auswahlkommission an. Sollte er die nächste Stufe erreichen, wird die körperliche und psychologische Verfassung der Bewerber getestet. Dann sollen die Kandidaten voraussichtlich in sechs Viererteams aufgeteilt werden, die ab 2015 ein Vollzeit-Training einschließlich wissenschaftlicher Ausbildung absolvieren. 2024 könnten dann Denis Newiaks Tage als Erdenbewohner gezählt sein. Ob er vor irgendetwas Angst hat? „Na ja“, sagt Newiak, „was die Gesundheit angeht, gibt es natürlich schon Risiken“. Aber das sei alles noch zu weit weg, um es sich vorzustellen.

Von Angelika Pentsi

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