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Potsdam „Der beschwiegene Deduschka“
Lokales Potsdam „Der beschwiegene Deduschka“
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20:58 06.05.2016
Alljährlich am 8. Mai wird des Kriegsendes gedacht. Quelle: Archiv
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Innenstadt

Die Gedenkveranstaltung zum 71. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus und dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa findet am 8. Mai um 11 Uhr am Sowjetischen Ehrenfriedhof auf dem Bassinplatz statt. Alt-Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), der den Vorsitz des Deutsch-Russischen Forums inne hat, sowie Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) und Vertreter der Russischen Föderation, der Republiken Belarus und Ukraine werden kurze Ansprachen halten.

Roman über Iwan und Edeltraut

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch das Buch „Der beschwiegene Deduschka“ der Potsdamerin Dina Kittel. Der autobiografische Roman zeichnet eine ganz besondere Familiengeschichte nach: Es handelt sich um die Liebesgeschichte zwischen einem bereits verheirateten sowjetischen Soldaten und einer deutschen Frau kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Beziehung zwischen Iwan Iwanowitsch und Edeltraut beginnt in Breslau im Mai 1945 und wird im Juni 1947 in Liegnitz getrennt. Eine Tochter – die Mutter der Autorin – wird noch zuvor geboren. Dann muss Iwan wieder zurück nach Osten, zu seiner Familie; Edeltraut ging mit Tochter Steffi zu ihren Eltern, die inzwischen nach Stralsund gelangt waren.

Die Liebesgeschichte war ein Tabu

In beiden Familienteilen wurden die Nachkriegsereignisse nie besprochen und erst der unbändige Drang der deutschen Enkelin, ihren „beschwiegenen“ Großvater – auf Russische: Deduschka – aufzuspüren, veränderte alles. Das Fallen des Eisernen Vorhanges bot dafür auch erst die Voraussetzung.

In zwei Erzählsträngen werden die Teilfamiliengeschichten entwickelt und schließlich zusammengeführt, was dann letztlich auch Familienzusammenführung bedeutet. Aber so einfach, wie das klingt, funktioniert es eben nicht. Da müssen erst einmal inhaltlich große Zeitspannen überwunden und dann all die komplizierten Verschlingungen des realen Lebens entwirrt und Enttäuschungen verkraftet werden. Zur Begegnung mit dem Großvater kommt es zwar nicht mehr, weil er ein paar Jahre zuvor gestorben ist. Dennoch treffen sich die Familienteile – der russische und der deutsche – und können ihre Erinnerungen an den „Stammvater“ vereinen. Detailreich und emotional lässt uns die Autorin an der Schilderung dieser wahren Familiengeschichte teilhaben, die auch ein wichtiges Zeitdokument darstellt.

Dina Kittel: Der beschwiegene Deduschka. Ein deutsch-russisches Familiengeheimnis. Infos unter interconnections-Verlag.de.

Von Ildiko Röd

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