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Potsdam Der letzte legale Grillplatz in Potsdam
Lokales Potsdam Der letzte legale Grillplatz in Potsdam
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08:41 17.08.2017
Quelle: dpa
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Potsdam

Wenn feurige Schwaden munter durch die Nachbarschaft dampfen, läuft dem einen das Wasser im Munde zusammen, dem anderen aber stinkt’s gewaltig. Sommerzeit ist Grillzeit. Also nichts wie raus! Potsdam verlockt mit schönen Orten im Grünen und am Wasser regelrecht dazu, den Grill auszupacken. Freundschaftsinsel, Volkspark, Sanssouci, die Bastion am Schillerplatz: Wo darf man überhaupt legal brutzeln? Die MAZ beantwortet die wichtigsten Fragen rund um Rost und Recht.

Wer bestimmt, wo gegrillt werden darf?

Das bestimmt die Landeshauptstadt für ihre Verkehrsflächen und Anlagen selbst. „Generell ist es in der Bundesrepublik so, dass die Gemeinden per Satzung öffentliche Grillplätze ausweisen“, sagt Stadtsprecherin Friederike Herold. „In der Regel dürfen hier aber nur mitgebrachte Grills mit Kohle benutzt, nicht aber Lagerfeuer aus Holz errichtet werden.“

Wo darf in Potsdam gegrillt werden?

Grillfans müssen jetzt stark sein: In Potsdam ist einzig und allein der Volkspark als Grillplatz ausgewiesen – und selbst dort ist das Grillen nur an wenigen Stellen erlaubt: auf dem Grillplatz an der Viereckremise und in den beiden Partygärten. Der Grillplatz im südlichen Bereich des Volksparks wurde im Juni 2016 geschlossen. „Dies ist im Vorfeld mit der Interessenvertretung Bornstedter Feld abgestimmt worden“, sagt Jessica Beulshausen, Sprecherin der städtischen Immobilienholding Pro Potsdam. Der Grund für das Aus im Süden war demnach ein erhöhtes Beschwerdeaufkommen der Anwohner in der Horst-Bieneck-Straße über Lärm, Müll sowie mangelnde Rücksichtnahme der Grillnutzer. Im Zuge der Schließung habe man allerdings das Angebot des nördlichen Grillplatzes von vier auf sechs fest installierte Grills erweitert, so Jessica Beulshausen. Diese Grills seie äußerst gefragt: Man müsse schnell sein oder Glück haben. Wer nicht zum Zuge kommt, kann innerhalb der dort ausgewiesenen Grillzone auch den eigenen Grill anfeuern. Wichtig: Die Parkordnung ist einzuhalten! Außerdem dürfe es zu keinesfalls zu einer Gefährdung oder Belästigung – vor allem durch Rauchentwicklung und Funkenflug – für die Allgemeinheit und die Nachbarschaft kommen, ergänzt Stadtsprecherin Friederike Herold. „Die Verbrennungsstellen sind zu beaufsichtigen, bis Flammen und Glut erloschen sind. Die Grillstelle ist sauber zu verlassen. Abfälle sind mitzunehmen beziehungsweise zu entsorgen.“

Was droht Wild-Grillern?

„Schon wegen der Waldbrandgefahr sind wilde Grillfeuer verboten“, sagt Stadtsprecherin Friederike Herold. Ein Verstoß gegen ein Verbrennungsverbot oder gegen brandschutzrechtliche Regelungen des Landes oder der Landeshauptstadt stelle eine Ordnungswidrigkeit dar. Auch das Grillen außerhalb der ausgewiesenen Fläche im Volkspark ist nicht gestattet.

Wer ist zuständig?

Nicht das Ordnungsamt, heißt es aus dem Rathaus. Wer unerlaubt grillt, muss stattdessen mit einem Besuch der Polizei und der Feuerwehr rechnen. Das Bußgeld beginnt bei 25 Euro und steigt je nach verursachten Schäden. Äußerst streng wird bestraft, wer ein Lagerfeuer entfacht: Nach Landesrecht wird das mit einer empfindlichen Geldbuße von bis zu 20 000 Euro geahndet.

Sanssouci, Freundschaftsinsel und Co.

In den königlichen Parks ist die warme Jahreszeit die schönste, doch vor allem im Neuen Garten hinterlässt der Sommerseine Spuren. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten hat daher einen Badebereich an der Hasengrabenbrücke und eine Liegewiese am Grünen Haus ausgeschildert und bittet die Besucher, sich auf diese Areale zu beschränken. Feuer zu entzünden oder zu grillen ist in allen Parks und Gärten der Stiftung nicht gestattet.

Die Freundschaftsinsel ist ein Gartendenkmal der Stadt Potsdam und steht unter Schutz. Auf Grundlage des Brandenburgischen Denkmalschutzgesetzes und der Grünflächensatzung der Stadt ist dort das Grillen ebenfalls verboten. nf

Von Nadine Fabian

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