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Potsdam Der neue Potsdamer Feuerwehrchef ist vereidigt
Lokales Potsdam Der neue Potsdamer Feuerwehrchef ist vereidigt
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15:53 06.03.2018
Jörg Huppatz (M.) – hier mit Dezernent Mike Schubert und dem scheidenden Feuerwehrchef Wolfgang Hülsebeck – ist seit gestern im Dienst. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Doppelte Kraft voraus: Die Landeshauptstadt Potsdam hat seit Donnerstag zwei Feuerwehrchefs. Im Beisein von Wolfgang Hülsebeck, der Ende Februar in den Ruhestand geht, legte Jörg Huppatz seinen Amtseid im Rathaus ab. Der Neue an der Spitze des Potsdamer Brand- und Katastrophenschutzes hat nun einen Monat lang Zeit, sich an der Seite seines Vorgängers einzuleben, die Berufsfeuerwehr und die freiwilligen Truppen, die Leitstelle, die Nachbar-Wehren, das Innenministerium, die Landesfeuerwehrschule und die Arbeitsabläufe kennenzulernen. Ein Luxus, den Mike Schubert (SPD) gern länger gewährt hätte. „Das zu organisieren, ist leider sehr, sehr schwierig“, sagt der Beigeordnete für Soziales, Jugend, Gesundheit und Ordnung. „Wir wollten Herrn Huppatz aber auf keinen Fall ins kalte Wasser schicken.“

Ein steter Aufstieg auf der Feuerwehr-Karriereleiter

Jörg Huppatz ist 49 Jahre alt, das Licht der Welt erblickte er in Potsdams Partnerstadt Bonn. Er ist mit einer Krankenschwester verheiratet und Vater zweier Schulkinder. Seit 1996 ist Huppatz Diplomingenieur für Chemie. Nachdem er sich im Rettungsdienst engagierte, ging er 1998 zur Feuerwehr. Im Herbst 2000 wurde er bei der Kölner Berufsfeuerwehr zum Städtischen Brandrat ernannt. Bis zum Jahr 2006 war er dort als stellvertretender Leiter der auf Informationssysteme spezialisierten Abteilung der Gefahrenabwehr tätig, stieg 2007 zum Städtischen Oberbrandrat auf und leitete bis 2010 die Abteilung Technik und Gebäude. Nach weiteren zwei Jahren als Chef im operativen Brandschutz und stellvertretender Leiter der Werkfeuerwehr im Chempark Dormagen – dort sind etwa 60 Betriebe angesiedelt, die unter anderem Pflanzenschutzmittel, Polymere, Kunststoffe, Kautschuke und Isocyanate herstellen – leitete Huppatz seit dem 1. April 2012 die 145 Mann starke Feuerwehr der Stadt Bergisch Gladbach. Von dort aus setzte er unter anderem eine Werbe- und Imagekampagne für die freiwilligen Feuerwehren in ganz Nordrhein-Westfalen mit auf. Das Motto: „Für mich, für alle“.

Jörg Huppatz – hier mit dem Beigeordneten Mike Schubert (SPD) – unterzeichnete nach seiner Vereidigung unter anderem ein Papier, das die Übertragung der Pflichten durch den Arbeitgeber belegt. Quelle: Nadine Fabian

Ehrenamtliche Helfer und hauptamtliche Mitarbeiter zu gewinnen, das wird für Jörg Huppatz auch in Potsdam eine wesentliche Aufgabe. Eine seiner größten Herausforderungen ist es immerhin, die Truppe für eine volle, eng bebaute und rasant wachsende Stadt weiter zu entwickeln. „Die Feuerwehr Potsdam ist ein attraktiver Arbeitgeber“, sagt Jörg Huppatz. Keinesfalls dürfe man aber das Ehrenamt außer Acht lassen. „Auch wenn es eine starke Berufsfeuerwehr gibt, funktioniert der Brand- und Katastrophenschutz im Wesentlichen über Freiwillige. Nur mit ihnen ist auf Knopfdruck ein großes Potenzial an Helfern zu aktivieren.“ Das habe man in der letzten Zeit immer dann gesehen, wenn Unwetter und Stürme wie Friederike über das Land gefegt sind.

Seit Jahren ein Potsdam-Fan

„Mit dem Dienstantritt von Jörg Huppatz steht bei der Berufsfeuerwehr ein Generationswechsel an“, sagt Mike Schubert. Es sei froh, dass dieser Wechsel nahtlos gelinge. Im August 2017 hatte sich Huppatz im Rathaus vorgestellt und nicht nur mit seiner fachlichen Erfahrung gepunktet, sondern auch mit seinem Potsdam-Wissen. Er ist der Stadt seit Jahren zugetan: eine Freundin lebte hier kurz nach der Wende, ein Freund promovierte am Alfred-Wegener-Institut. Er sei oft zu Gast gewesen, so Huppatz, habe sich für die Bewerbung aber natürlich noch einmal intensiver mit Potsdam beschäftigt: „Wenn ich mich für etwas interessiere, mache ich die Sache gern richtig.“ Was ihn nun doch überraschte, sei der Wohnungsmarkt gewesen. Dass es schwer werden würde, das Passende für eine vierköpfige Familie zu finden, habe er zwar erwartet: „Aber dass es so schwer wird?“ Zum Glück sei noch Zeit. Die Familie zieht im Sommer nach.

Mehr als 600 Feuerwehrleute für Potsdam

In Potsdam gibt es eine Berufsfeuerwehr und 15 freiwillige Feuerwehren.

Es sind derzeit 260 hauptamtliche Feuerwehrleute im aktiven Dienst und etwa 400 Ehrenamtler. Hinzu kommen die Mitglieder der Jugendfeuerwehren und der Alters- und Ehrenabteilung.

Schlagzeilen machte der Rechtsstreit, bei dem Mitglieder der Berufswehr eine Nachzahlung für geleistete Mehrarbeit eingeklagt hatten. nf

Von Nadine Fabian

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