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Detlev Buck eröffnet mit Fußball-Satire

22. Jüdisches Filmfestival Berlin & Brandenburg Detlev Buck eröffnet mit Fußball-Satire

Mit 50 Veranstaltungen in 14 Spielstätten zieht das 22. Jüdische Flmfestival durch Berlin und Brandenburg. Auftakt war am Samstag im Hans-Otto-Theater mit Regisseur Detlev Buck, der in der Fake-Doku „90 Minuten – Bei Abpfiff Frieden“ den deutschen Trainer der israelischen Nationalelf spielt. Auch Turbine-Kickerinnen gehörten zu den Gästen der Gala.

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Die Augen zum Ball: Regisseur und Schauspieler Detlef Buck, der im Eröffnungsfilm einen Trainer spielt, flachst mit Turbine-Fußballerin Dorothea Greulich.

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Schiffbauergasse. Ein grüner statt des üblichen roten Teppichs war den Gästen der Eröffnungsgala des 22. Jüdischen Filmfestivals Berlin & Brandenburg (JFBB) am Hans-Otto-Theater ausgerollt worden. Denn die israelisch-deutsche Fake-Dokumentation „90 Minuten – Bei Abpfiff Frieden“ dreht sich um ein besonderes Match: Israel und Palästina sollen ihren blutigen Dauerkonflikt ein für alle mal lösen – auf dem Fußballplatz. Pikant: Die Israelis verpflichten einen deutschen Trainer namens Müller – verkörpert von Regisseur Detlev Buck. So hieß es am Samstagabend (angelehnt an den Film „Kick it like Beckham“) eben „Kick it like Buck“, als der Blondschopf auf dem grünen Teppich Ballgefühl zeigte. Ähnlichkeiten im Berufsbild von Regisseur und Coach? Die gibt es, habe ihm einst Trainerlegende Ottmar Hitzfeld gesagt, plauderte Buck. Hier wie dort sei man Spielleiter, müsse verschiedene Charaktere und Fähigkeiten unter einen Hut bringen.

Bevor die treffsichere Politsatire (Kinostart am 30. Juni) über die Leinwand lief, wurde es ernst im Theatersaal. Wochen vor der Gala stand das Festival vor dem Aus. Der Hauptstadtkulturfonds des Bundes hatte überraschend die 100 000-Euro-Unterstützung fürs JFBB gestrichen, das Auswärtige Amt war nach viel öffentlicher Empörung eingesprungen. „In Zeiten, in denen als gutbürgerlich getarnter Rassismus und offen zur Schau getragener Fremdenhass in Deutschland fast wieder normal sind, können und dürfen wir auf dieses Festival nicht verzichten“, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) forderte eine „institutionelle Förderung“, so dass die Zukunft des nach London zweitgrößten Jüdischen Filmfestivals nicht mehr jährlich neu verhandelt werden müsse. Brandenburg und Berlin unterstützen das Festival bereits finanziell. Als „dumm, dämlich, geschmacklos“ bezeichnete Schauspieler und Festivalpate Benjamin Sadler den Fonds-Rückzieher. Das JFBB zeige die Vitalität jüdischen Lebens – auch außerhalb Israels. Sadler, der seine ersten Lebensjahre in Kanada verbrachte, streute eine hübsche Episode ein. Ein jüdischer Freund seiner Eltern fragte einst augenzwinkernd: „Was wäre Berlin ohne seine Juden gewesen? Potsdam!“

Unter den illustren Gästen befanden sich Knödelbariton Max Raabe, Schauspieler Hans-Jürgen Schatz, Produzentin Minu Barati-Fischer, Israels Gesandter Botschaftsrat Ran Yaakoby. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) freute sich, „meinen ostfriesischen Landsmann“ Detlev Buck zu treffen. Radio-Eins-Moderator Knut Elstermann, der durch die Gala führte, lobte die HOT-Leute: „Man wird hier behandelt, als ob man gleich den Faust spielt. Toll!“ Mit ihren quietschbunten Kostümen stahlen sie allen die Schau: Die japanische Klezmer-Band „Jinta-la-Mvta“, die hierzulande erstmals auftrat. Die Reaktion der Japaner auf Klezmer-Musik? „Sie tanzen!“, so Bandgründer Ôkuma Wataru.

Von Ricarda Nowak

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