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Potsdam Krampnitz: Mehr Gewerbe und sogar Hochhäuser geplant
Lokales Potsdam Krampnitz: Mehr Gewerbe und sogar Hochhäuser geplant
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21:42 29.01.2019
Der Masterplan für das Entwicklungsgebiet Krampnitz in Potsdam wurde am Dienstagabend erstmals vorgestellt. Er geht aus dem Wettbewerbssieger im Städtebaulichen Wettbewerb hervor. Quelle: Entwicklungsträger
Krampnitz

Krampnitz hat jetzt ein Gesicht“ - so beschreibt Bert Nicke, Geschäftsführer des Entwicklungsträgers die Bedeutung des Masterplans für das kommende Wohngebiet im Potsdamer Norden. Am Dienstagabend wurde der Plan im Forum Krampnitz in der ProPotsdam-Zentrale in der Pappelallee vorgestellt.

Dabei haben sich wesentliche Änderungen gegenüber dem Sieger aus dem Wettbewerb für einen städtebaulichen Entwurf vom März 2018 ergeben. So soll es vor allem deutlich mehr Gewerbeflächen als ursprünglich geplant geben. Auch sind nun einzelne Hochhäuser, mehr Sportflächen und eine Anbindung des Stadtteils an die Ketziner Straße vorgesehen.

Gewerbefläche steigt um das 7-fache

Während im Wettbewerb nur eine Mindestfläche für Gewerbe von 20 000 Quadratmetern vorgeschrieben war, summieren sich die Flächen im Masterplan nun auf etwa 135 000 Quadratmeter. „Damit wurde eine dringende Forderung der Wirtschaftsförderung umgesetzt“, sagt Potsdams Baubeigeordneter Bernd Rubelt (parteilos). Mit diesen Flächen soll sichergestellt werden, dass auch zahlreiche Arbeitsplätze in dem Quartier entstehen. Entlang des Alleenrings, der das Viertel rund um den etwa 500 Meter langen Zentralpark erschließen soll, ist Einzelhandel in den Sockelgeschossen vorgesehen. Im Forum wurden Zweifel geäußert, ob sich in den ersten Jahren der Quartiersentwicklung überhaupt Einzelhändler finden werden.

Noch finden in Krampnitz in erster Linie Abrisse statt und die Denkmal verfallen. Der markante Turm (im Hintergrund) soll künftig nicht mehr die einzige Höhendominante sein – es sind mehrere Hochhäuser geplant. Quelle: Peter Degener

Ein reines kleines Gewerbegebiet im Süden, das möglicherweise als „Handwerkerhof“ entwickelt wird, sowie ein Dienstleistungsareal im Nordosten sollen Gewerbe konzentrieren. Die größte Fläche für Einzelhandel, Büros und einen bis zu 4000 Quadratmeter großen Discounter ist westlich des Parks im neuen Stadtteilzentrum geplant. Dessen Mitte wird ein Solitärgebäude, das Zweigstellen der Stadtbibliothek und der städtischen Musikschule, aber auch Bürgertreff, Veranstaltungssaal und eventuell auch religiöse Räume beherbergen könnte.

Mehrere Höhendominanten im Viertel

In diesem Stadtteilzentrum könnte auch der höchste Punkt des Stadtteils entstehen – ein Hochhaus mit zehn bis 14 Etagen, das vielleicht sogar den 36,5 Meter hohen Krampnitz-Turm überragen könnte. Ein weiteres Hochhaus mit acht Etagen und zehn weitere Hochhäuser mit sieben Etagen sind an anderen Ecken geplant – „als Orientierung und Merkpunkte in der Landschaft, die sich als zivile Hochpunkte dem alten Kasernenturm entgegen stellen“, so Rubelt.

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Die Hochhäuser sollen vorrangig für Wohnen genutzt werden, wobei auch Büroflächen möglich sein könnten. Entlang des Alleenrings soll die Staffelung zwischen fünf und sechs Geschossen schwanken. Zu den Rändern, die an Landschaftsschutzgebiete wie die Döberitzer Heide grenzen, sind nur noch drei bis vier Geschosse vorgesehen.

So sieht der Masterplan Krampnitz aus. Links das Bergviertel, in der Mitte der als Streifen gestalteter Zentralpark, der von einem Alleenring umgeben ist. Zu den umliegenden Landschaften sind die Geschosshöhe von sechs Etagen im Kern des Viertel auf drei bis vier. Quelle: Entwicklungsträger Potsdam

Sieben Parkhäuser im Quartier

Auch bei der kontrovers diskutierten Frage von Stellplätzen gibt es Veränderungen. Es sollen an nunmehr sieben statt fünf Orten Quartiersgaragen entstehen, die insgesamt rund 3500 Stellplätze bieten. Parken im Straßenraum ist nur kurzzeitig erlaubt. Die Plätze dienen nicht nur den Eigentümern und Mietern der insgesamt rund 4900 Wohnungen – darin enthalten sind auch die für Gewerbe und Einzelhandel vorgeschriebenen Stellplätze. Von diesen Parkhäusern kann theoretisch jeder Punkt im neuen Viertel in einem Radius von 300 Metern erreicht werden. Doch das Auto soll im neuen Quartier nur noch eine untergeordnete Rolle spielen.

Fahrradbrücke über den Sacrow-Paretzer Kanal

Bis die Straßenbahn ab Ende 2025 fahren soll, ist ein Busverkehr „im-10-Minuten-Takt“ vorgesehen, so Rubelt. Neben der vorhandenen Radstrecke entlang der Bundesstraße 2, deren vorhandene Lücken geschlossen werden sollen, ist nun auch eine zweite Radstrecke vorgesehen. Ein Radschnellweg soll am Fahrländer See vorbei und durch das Nedlitzer Holz über den Sacrow-Paretzer Kanal bis ins Bornstedter Feld geführt werden. „Es wird eine eigene Brücke über den Kanal geben. Ob der Radschnellweg an die Kirschallee oder an die Georg-Hermann-Allee angeschlossen wird, ist noch offen“, so Rubelt.

Eine gute Nachricht gibt es im Sportbereich. Nachdem bislang nur ein einzelnes wettkampftaugliches Großfeld mit Leichtathletikanlagen in der südwestlichen Ecke geplant war, ist dort nun ein zweites Großfeld vorgesehen.

Masterplan geht im März in die Stadtverordnetenversammlung

Fünf Monate intensive Arbeit stecken hinter dem Masterplan, wofür neben der Stadtverwaltung vor allem mehrere Planungsbüros verantwortlich waren, die neben der Bebauung die künftige Mobilität und soziale Infrastruktur, sowie die Landschaftsplanung und Fragen der Entwässerung konkretisiert haben. Federführend war das Berliner Büro Machleidt, das auch den städtebaulichen Wettbewerb gewonnen hatte. Insgesamt kostete die Erstellung rund 400.000 Euro.

Der Kasernen-Altbestand aus den Dreißiger Jahren wird vom Immobilienkonzern Deutsche Wohnen zu Wohnungen entwickelt. Baustart für die ersten Sanierungen der „Klinkerhöfe“ ist im Herbst 2019. Die ersten Mieter sollen 2021 einziehen. Quelle: Bernd Gartenschläger

Der Plan soll nach der ersten Beratung im Forum Krampnitz im März in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht werden. Rubelt geht davon aus, dass er auchnoch vor der Kommunalwahl beschlossen wird. Der Plan ist zwar nicht Teil der formellen Bauleitplanung, die durch zahlreiche einzelne Bebauungspläne in Krampnitz gesteuert wird – allerdings werden bestimmte Entwicklungsziele damit festgelegt.

Bau der Energiezentrale soll noch dieses Jahr beginnen

So dient er als Grundlage für die gesamte Erschließungsplanung. „Gewisser Zeitdruck“ herrsche laut Nicke daher durchaus, denn die Energie & Wasser Potsdam (EWP), müssen einige Investitionen in das Fernwärmenetz laut Nicke bis 2021 abgerechnet haben, um in den Genuss von Fördermitteln zu kommen. Noch 2019 werde daher beispielsweise mit dem Umbau des alten Heizhauses zur modernen Energiezentrale des Viertels begonnen.

Zahlen zu Wohnungen, Kitas und Schulen

4900 Wohnungen für rund 10.300 Menschen sollen auf dem ehemaligen Kasernenareal Krampnitz gebaut werden.

Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen saniert in der ersten Phase den Altbaubestand aus den Dreißiger Jahren. Die Bauanträge für die ersten vier Gebäude ist gestellt. Baustart soll im Herbst 2019 sein.

Außerdem wird von der Stadt das kleinteilige Bergviertel für rund 700 Einwohner bereits frühzeitig entwickelt, da dort viele denkmalgeschützte Gebäude derzeit verfallen. Die Verwaltung schätzt, dass Ende 2025 bereits 4500 Menschen in Krampnitz leben werden. Zu diesem Zeitpunkt soll die Straßenbahn-Verbindung fertiggestellt sein.

Sieben Kitas mit insgesamt 880 Plätzen sind mittlerweile in Krampnitz geplant – die meisten davon entlang des Alleenrings. Drei Kitas werden in Bestandsgebäuden wie einer alten Panzerwerkstatt realisiert. Vier weitere sollen in den Sockelgeschossen der geplanten Neubauten entstehen.

Zwei Grundschulen und eine fünfzügige, weiterführende Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe werden in Krampnitz errichtet. „Die erste Grundschule soll 2022 eröffnen, die Gesamtschule voraussichtlich 2025“, so Rubelt.

Von Peter Degener

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