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Potsdam Dicke Luft in Potsdam-West
Lokales Potsdam Dicke Luft in Potsdam-West
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06:33 02.05.2018
Zähflüssiger Verkehr im Februar 2018 in der Zeppelinstraße. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam-West

Die verengte Zeppelinstraße ist nach wie vor ein Mega-Zankapfel – besonders deutlich wurde das bei einer Bürgerversammlung, zu der die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Verein Brandenburger Vorstadt und dem Stadtteilnetzwerk Potsdam-West am Freitagabend in das Arcona-Hotel eingeladen hatte.

Bis vor wenigen Monaten war die Brandenburger Vorstadt noch ein Vorzeige-Idyll mit der angeblich kinderreichsten Straße Deutschlands – der Carl-von-Ossietzky-Straße – und einem beschaulichen Umfeld. Doch damit ist nun Schluss. Seitdem wegen der erhöhten Luftschadstoffwerte vor mehr als einem halben Jahr der Modellversuch Zeppelinstraße angelaufen ist, hat sich der Kiez zum kleinen gallischen Dorf entwickelt – empört und kämpferisch. Grund für den geballten Unmut zahlreicher Anwohner ist der Ausweichverkehr durch die Seitenstraßen wie die Geschwister-Scholl-Straße – in der Fachsprache wird das „Nebennetz“ genannt. Bei der Diskussion am Freitag, die der Journalist Stefan Sperfeld moderierte, wurde schnell deutlich, was die Kiez-Bewohner am meisten umtreibt: Sie sorgen sich um die Sicherheit, vor allem um die ihrer Kinder.

Viele der teilweise sehr emotionalen Wortmeldungen gingen in diese Richtung. Potsdam rühme sich zwar des besonders kinderreichen Viertels, sagte eine Dame. Angesichts der angestiegenen Verkehrs befürchtet sie nun aber das Schlimmste: „Ich warte nur darauf, dass ein Kind überfahren wird.“ Die allgemeine Stimmungslage und das große Unbehagen wurde von einer anderen Anwohnerin zusammengefasst: „Man macht dicht, flutet den ganzen Stadtteil und lässt die Menschen damit klarkommen.“

Fordern einen Ausweichverkehr in der Potsdamer Geschwister-Scholl-Straße: Anwohnerin Monika Bückner (links) und Annette Paul vom Stadtteilnetzwerk. Quelle: Bernd Gartenschläger

Von Seiten der Verwaltung zeigte man Verständnis für die Nöte im „Nebennetz“. Man wolle „gemeinsam mit den Anwohnerinnen und Anwohnern der Brandenburger Vorstadt und Potsdam-West an Lösungen für die betreffenden Bereiche arbeiten und auch weiterführende Untersuchungen durchführen“, versicherte Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos). Ziel sei, noch vor dem Sommer Ergebnisse vorzustellen, ergänzte Norman Niehoff, Bereichsleiters Verkehrsentwicklung.

Danach wurden schon einmal erste Ideen der Bürger zusammengetragen. Zu den dringendsten Wünschen gehört, dass die Ausweichstrecke Forststraße/Geschwister-Scholl-Straße ebenfalls in der Untersuchung berücksichtigt wird. Tempo 30 in der Forststraße, war einer der Vorschläge. „Mehr Blitzer“, lautete eine andere Forderung. Doch es ist Sache der Polizei und nicht der Stadt, das umzusetzen, erklärte Niehoff. Der Linken-Stadtverordnete Ralf Jäkel schlug vor, auf der Zeppelinstraße im Abschnitt zwischen Kastanienallee und Abzweig Kiewitt wieder vier Fahrspuren einzuführen – dafür erntete er von mehreren Leuten Applaus. Vorschläge der Verwaltung für die Verkehrsdrosselung im „Nebennetz“: Tempolimits, Einbahnstraßen und sogar Straßensperrungen. Wie und wo, ist allerdings noch völlig offen.

Kurzzeitig kochte die Stimmung hoch, als es um die Ergebnisse des Modellversuchs Zeppelinstraße ging. Mehrere Stimmen aus dem Publikum zweifelten die Verlässlichkeit der Daten an. „Der Abschlussbericht wird veröffentlicht“, versprach Niehoff.

Von Ildiko Röd

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