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Die 18,5-Millionen-Euro-Wunschliste

Spendenkatalog für Schmuck des Garnisonkirchenturms Die 18,5-Millionen-Euro-Wunschliste

Flammenvasen, Baluster und Baugerüst: Die Stiftung Garnisonkirche Potsdam wirbt mit einem neuen Katalog um Geld- und Sachspenden für den Wiederaufbau des Kirchturms. Der Katalog dazu bringt es auf ein Volumen von 18,5 Millionen Euro. Unabhängig davon, ob der Rubel rollt, soll im September die Baustelle an der Breiten Straße eingerichtet werden.

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Drei Männer, ein großer Traum: Wieland Eschenburg, Wolfgang Huber und Matthias Dombert (v.l.) legen große Hoffnung in den neuen Spendenkatalog.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Innenstadt. Ein Stundenzeiger der Turmuhr für 3000 Euro, ein Baluster für 5000, eine der Läuteglocken für 750 000: Die Stiftung Garnisonkirche Potsdam sucht Paten für all jene Schmuck- und Bauteile, die dem barocken Riesen einst sein Antlitz gaben. Am Freitag hat der Kuratoriumsvorsitzende Altbischof Wolfgang Huber in der Nagelkreuzkapelle – also dort, wo schon bald die Bagger anrollen sollen – den neuen Spendenkatalog vorgestellt. Zwar ist die Finanzierung für die Grundvariante des Turmes geschlossen. „Wir wollen aber nicht nur die Funktionsfähigkeit“, sagt Huber. „Unser Ziel ist der vollkommene Wiederaufbau mit allen Schmuckteilen, mit der Haube und dem Glockenspiel.“ Die komplette Rekonstruktion soll in einem Bauabschnitt erfolgen und 2020 vollendet sein.

Wer spendet, verewigt auch seinen Namen am Turm

Mehr als 300 Bauteile listet der schneeweiße, mit einer Reliefprägung des Turmes versehene, 80-seitige Katalog auf. Er wird am Samstag zunächst den Mitgliedern der Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche übergeben und ist für Interessenten danach kostenfrei in der Nagelkreuzkapelle zu haben. Wer für ein Bauteil spendet, könne sicher sein, dass sein Name später in Verbindung mit genau diesem Bauteil stehen und so auch für nachfolgende Generationen zu sehen sein wird, versichert die Stiftung. Motto: „Bauen Sie mit, mit Ihrem guten Namen!“

Einige Teile sind bereits vergeben und im Katalog mit einem roten Punkt markiert. So hat eine der vier Flammenvasen, die einst die Balustrade der Attika zierten, einen potenten Paten gefunden (200 000 Euro). Auch die Schriftplatte, die über dem Portal davon kündete, dass „Friedrich Wilhelm König in Preußen (...) diesen Thurm nebst der Guarnisonkirche zur Ehre Gottes erbauen lassen“ hat, ist vergeben (22 000 Euro), ebenso die Eichenholz-Tür des Hauptportals (50 000 Euro).

Der erste Katalog brachte es auf 6,6 Millionen Euro

Alles in allem bringen es die angebotenen Teile auf 18,5 Millionen Euro. In der Stiftung ist man guter Dinge. „Schon der erste Katalog, in dem wir die Namenspaten für ganze Räume im Turm gesucht haben, war ein voller Erfolg“, sagt Kommunikationsvorstand Wieland Eschenburg. Etwa ein Drittel der 6,6 Millionen Euro, die das erste Heft umfasste, sei zusammengekommen. „Wir hoffen, dass sich viele Menschen zu einer Spende entschließen, während sie den Turm aus der Erde herauswachsen sehen“, sagt Wolfgang Huber. Der Turm, der im Sockel eine Kapelle und in 57 Metern eine Aussichtsplattform und dazwischen Seminar-, Büro- und Ausstellungsräume erhalten soll, sei laut Huber ein in sich faszinierender Ort: „Ein Ort des Gottesdienstes, der Erinnerung und der Vorbereitung auf künftige Verantwortung.“

30.000 Euro für einen Gründungspfahl

Die ersten Ausschreibungen für den Wiederaufbau des Turmes sind laut Eschenburg bereits auf den Weg gebracht. Im September kommen der Bauzaun, die Container, der Wasser- und Stromanschluss. Mitte Oktober wolle man mit der Gründung beginnen. Für das Fundament des Turmes werden 38 Pfähle 38 Meter tief in die Erde gerammt. Hinzu kommen vier Pfähle für den Kran. So ein Pfahl ist übrigens für 30 000 Euro im Angebot.

Zur Vorbereitung der Bauarbeiten wird auch der Rückbau des Gewölbebogens mit dem Nagelkreuz gehören. Das Material werde laut Eschenburg auf der Baustelle anderweitig eingesetzt, das Nagelkreuz in der Nähe des Studentenwerks als „Treffpunkt Nagelkreuz“ aufgestellt. Dieser soll einen von zwei Einblickpunkten markieren, über den Interessierte und Schaulustige den Fortgang auf der Baustelle beobachten können. Den Turmbau zu Potsdam soll außerdem eine Webcam live übertragen.

Spenden sind für nahezu alles erbeten

Der Katalog ist in der Nagelkreuzkapelle, Breite Straße 7, zwischen Dienstag und Sonntag, 11 bis 17 Uhr, oder im Internet unter www.garnisonkirche-potsdam.de erhältlich.

Das günstigste Angebot ist mit 50 Euro die Patenschaft für einen Ziegel. Bei dieser Variante ist nicht garantiert, dass der eingeritzte Name später zu sehen ist – das gibt’s für 100 Euro.

Auch Sachleistungen und -spenden sind gefragt, etwa für das Gerüst, für den Baustrom, die Ausstattung der Seminarräume, Büros und WCs. nf

Von Nadine Fabian

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