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Potsdam Die Alte Post ist grau – nicht ocker
Lokales Potsdam Die Alte Post ist grau – nicht ocker
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14:43 11.08.2016
So sieht die Alte Post am Platz der Einheit aus. Quelle: Bungert
Innenstadt

Monatelang herrschte Rätselraten um die Farbe der Fassade der Alten Post, doch kürzlich fielen die Gerüste am Neubau zwischen Yorckstraße und Platz der Einheit. Nun ist klar: Die Alte Post, künftiger Sitz einer Filiale der Berliner Volksbank, ist grau. Seit Monaten schwelt der „Farben-Streit“ um die Alte Post nun schon. Der Stein des Anstoßes ist einer im wörtlichen Sinne: Er tobt um den ockerfarbenen Sandstein, den „Mitteschön“ für Potsdam-typisch hält, und um den grauen Sandstein, wie ihn die Bank nun für die Fassade benutzt hat.

In der Fassaden-Frage scheiden sich übrigens auch die Geister zwischen der Berliner Volksbank und der kommunalen Immobilienholding Pro Potsdam. Diese hatte der Bank das Grundstück und den Entwurf für die Alte Post verkauft. Die „Pro“ war sogar vor Gericht gezogen, um die Bank von der Fassade in grauem Sandstein abzubringen. Die Pro Potsdam wollte das mit einer einstweiligen Verfügung verhindern. Allerdings scheiterte sie mit ihrem Eilantrag, weil das Gericht die Auffassung vertrat, dass die Streitfrage auch noch nach Herstellung der Fassade entschieden werden könne und dass somit eine Eilbedürftigkeit nicht gegeben sei.

Nun ist jedoch die Fassadenfarbe enthüllt. Aber nach wie vor bleibt es unklar, wie es in der Causa weitergehen soll. Der Grund: Bislang hat noch keine Abnahme stattgefunden. „Diese erfolgt erst, wenn die Figuren auf der Attika aufgestellt sind“, erklärt Stadtsprecher Jan Brunzlow. Mit der Abnahme sei wahrscheinlich im September zu rechnen. Im Rahmen der Endabnahme wird die Denkmalpflege prüfen, ob die denkmalrechtlichen Auflagen eingehalten wurden. Sprich: Ob beispielsweise die benachbarten Gebäude durch „Anmutung und Erscheinung des Neubaus“ beeinträchtigt sind. Was den Farbenstreit – grau oder ocker – angeht, so geben sich die Denkmalpfleger salomonisch. „Der Bereich Denkmalpflege weist darauf hin, dass es keinen Nachweis für den originalen Farbton und für die damalige Verwendung der Sandsteinvarietät für dieses Gebäude gibt“, so Brunzlow.

Ihren Namen verdankt die Alte Post einem Vorgängerbau aus dem 18. Jahrhundert, der als Posthaus genutzt wurde. Puttenreliefs zeigten ins Spielerische gewandelte Postszenen und Bekrönungen mit „Meilenzeigern“. Sie waren von Skulpturen flankiert, die Personifikationen der Erdteile Europa, Asien, Afrika und Amerika sowie Merkur und Fama darstellten.

Von Ildiko Röd

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