Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Wählergruppe stellt 84 Kandidaten auf
Lokales Potsdam Wählergruppe stellt 84 Kandidaten auf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 14.02.2019
Die Wählergruppe Die Andere hat 84 Kandidaten zur Kommunalwahl im Herbst aufgestellt, darunter 21 Neulinge. Am Montag stellten sich sechs von ihnen der Presse vor: v.l.: Daniel Zeller, Juliane Kuba, Anja Laabs, Steffen Pfrogner, Denny Menzel und Tamás Biénessy. Quelle: Stefan Gloede
Mitte

Schon das Gruppenfoto mit denen, die sich frei machen konnten für den Pressetermin, fällt breit aus: 16 Kandidaten sind am Montag gekommen, die für die Wählergruppe Die Andere in den Kommunalwahlkampf ziehen. 84 in sechs Wahlkreisen sind es insgesamt, 14 pro Wahlkreis.

Vier Abgeordnete, wie bisher auch, sind das Mindestziel. „Einer pro Wahlkreis wäre optimal“, sagt Ute Grimm, die schon einige Male in der Stadtverordnetenversammlung saß, ein Jahr jeweils, dann wird bei den Anderen gewechselt. Sollten es mehr werden als sechs, wäre es für die Fraktion ein Durchbruch. Der amtierende Fraktiongeschäftsführer Lutz Boede, selbst mehrfach Stadtverordneter gewesen, sieht ein „erhebliches Potenzial für eine politische Kräfteverschiebung in der Stadt.“ Potsdam brauche in vielem einen Neuanfang, sagte er, vor allem in sozialen Fragen und beim Verkehr.

Neu auf den Listen sind 21 Personen, die aber nicht alle neu sind im politischen Geschäft; sie haben zum Teil schon als sachkundige Bürger in Ausschüssen gearbeitet, waren Mitglieder bei anderen Parteien oder vertreten Bürgerinitiativen und Vereine: Stadtplaner Steffen Pfrogner etwa war Mitglied der Linken und im Bauausschuss aktiv, und auch der Deutsch-Ungar Tamás Blénessy hat die Linken verlassen. Beide werfen ihrer früheren Partei vor, das „Links“ nur im Namen zu tragen und wenig linke Politik zu machen. Pfrogner sagte am Montag auch, bei den Linken würden junge Kandidaten und Mitglieder zu Wahlen nur dazu benutzt, „Stimmen für die Alten“ zu ziehen, die „Platzhirsche“. Bei den Anderen gebe es „nichts zu gewinnen als Spaß an der Politik“, sagte Pfrogner.

Die Wählergruppe schwört auf den stetigen Wechsel der Personen in der Politik. Die Strukturen der Stadtverordnetenversammlung könne man „in kurzer Zeit erlernen“, entgegnete die Tierärztun Anja Laabs der Reporterfrage, ob die Neuen in der Politik nicht Nachteile haben gegenüber den Erfahrenen: „Man muss nicht 20 Jahre lang einstauben im Parlament“, sagte sie. „Wir brauchen immer wieder neue Perspektiven auf die Probleme“, sagte Jenny Pöller, die einen ersten Listenplatz inne hat und damit beste Chancen, ins Stadtparlament einzuziehen.

„Allein gelassen wird von den Neuen keiner“, versichert Ute Grimm: „Die Wählergruppe steht hinter jedem.“ Jörg Kwapis, längst schon prominentes Gründungsmitglied der Anderen und zuvor einer der Köpfe der Vorläufer-Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär, sieht in der enormen Kandidatenmenge das Fachpotenzial, auf das die Abgeordneten bauen können

Die Krankenschwester und dreifache Mutter Julia Laabs, Schwester von Anja Laabs und schon mehrfache Stadtverordnete, sieht im Rotationsverfahren die einzige Möglichkeit für Berufstätige wie sie, in der Kommunalpolitik zu arbeiten.

Man müsse nicht die volle Legislatur durchhalten und könne die privaten Lebenswege besser auf die politischen abstimmen, sagte Jörg Kwapis: „Wir ergänzen uns, statt zu konkurrieren.“ Und Jenny Pöller riet auch den anderen Parteien und Wählergruppen zur permanenten Erneuerung ihres Abgeordneten-Mannschaften.

Die Wahlkreise der Anderen sind geschlechtlich gut durchmischt, wenn auch unterm Strich noch nicht gleichgewichtig, wie Jenny Pöller einräumt: Es gibt 57 Prozent Männer und 43 Prozent Frauen; zur letzten Kommunalwahl hatte man erst 37 Prozent Frauen. Jeder Kandidat wurde in einer dreistündigen Wahlveranstaltung vorgestellt und befragt, nicht zuletzt nach seinen persönlichen Voraussetzungen. Denn es gibt Kandidaten, die nicht sofort antreten können oder zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr, weil sie etwa noch studieren oder im Babyjahr sind. Entsprechend änderte man die Listenplätze und holte sich dafür die Zustimmung des Betroffenen.

Während sich die Namen der Abgeordneten anderer Fraktionen in teils mehreren Legislaturen ins Gedächtnis der Bürgerschaft gegraben haben, gibt es bei den Anderen nicht nicht so viele altbekannte Gesichter: Lutz Boede ist so eins, Jörg Kwapis, Falk Richter, Jan Wendt, Ute Grimm oder Juliane Laabs. Viele Namen sind völlig neu, viele schon mal aufgetaucht in anderen Zusammenhängen. So findet man im Wahlkreis 1 den Polen Pawel Rutkowski, der jedes Jahr den polnischen Weihnachtsmarkt organisiert. Im Wahlkreis erinnert man sich an den früheren Grünen-Stadtverordneten Axel Kruschat, der jetzt die Geschäfte des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Potsdam führt. Heiderose Gerber Wahlkreis IV ist Geschäftsführerin des Autonomen Frauenzentrums, und Monique Tinney war mal Ausländerseelsorgerin.

Von Rainer Schüler

Für die Sperrung der A 10 zwischen Potsdam-Nord und Spandau und einen kilometerlangen Stau hat am Montagmorgen ein schwerer Lkw-Unfall gesorgt. Eine Person wurde verletzt.

11.02.2019
Potsdam Seeufer Groß Glienicke - Kampf um Bebauungsplan

Seeanrainer ziehen fast 20 Jahre nach dem Inkrafttreten des Bebauungsplans für das Seeufer in Groß Glienicke erneut vor Gericht. Nun gibt es erstmals eine Stellungnahme der Stadt dazu.

10.02.2019
Potsdam Stauwarnungen für Potsdam - Auf der Humboldtbrücke wird es eng

Wegen Kabelarbeiten kann der Verkehr auf der Humboldtbrücke von Mittwoch bis Freitag zeitweise pro Richtung nur einspurig geführt werden. Und es gibt weitere Strecken, auf denen gebaut wird.

10.02.2019