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Die Ex bedroht: Stalker kassiert Bewährung

Urteil in Potsdam Die Ex bedroht: Stalker kassiert Bewährung

Justitia hat gesprochen: Weil er seine ehemalige Partnerin nach der Trennung terrorisierte, kassiert ein 35-jähriger Potsdamer neun Monate auf Bewährung. Doch mit dem Urteil ist niemand zufrieden. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung fordern Berufung. Das Opfer des Stalkers muss den schweren Gang in den Gerichtssaal wohl erneut antreten.

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Justitia hat gesprochen.

Quelle: dpa

Potsdam. Vorläufiges Ende eines Rosenkriegs: Weil er seiner ehemaligen Lebensgefährtin und Mutter seines Sohnes nach der Trennung monatelang nachstellte, ihr auflauerte, sie bedrohte, bedrängte und beleidigte, wurde ein 35-jähriger Potsdamer am Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Angeklagter stellte alles als Komplott der Ex und ihres Neuen dar

Demnach hat sich der seit 18 Jahren in Deutschland lebende Iraner Ramin A. gleich mehrfach schuldig gemacht: Er wurde wegen Nachstellung in Tateinheit mit Beleidigung, wegen des Verstoßes gegen das Gewaltschutzgesetz, wegen vorsätzlicher Körperverletzung und wegen wiederholter Bedrohung verurteilt. Allein eine ihm ebenfalls zur Last gelegte Brandstiftung konnte Ramin A. nicht nachgewiesen werden – laut Anklage soll er am 19. Januar 2015 das in der Hermann-Elflein-Straße in der Potsdamer City geparkte Auto seines Nebenbuhlers mit einem Brandbeschleuniger übergossen und angezündet haben. Der Chevrolet erlitt durch den Anschlag Totalschaden. Ramin A. hatte in der Verhandlung alle Vorwürfe abgestritten und als Verschwörung der Ex-Freundin und ihres neuen Partners dargestellte.

Staatsanwaltschaft forderte zwei Jahre Freiheitsstrafe

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Constanze Rammoser-Bode verhängte nun eine Freiheitsstrafe von neun Monaten ausgesetzt auf drei Jahre Bewährung. Ramin A. wird ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt. Er soll zudem 3000 Euro Schmerzensgeld an seine ehemalige Partnerin Jana G. (32) zahlen. Das Schöffengericht blieb deutlich unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die hatte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren – ebenfalls ausgesetzt auf drei Jahre Bewährung – gefordert. Die Anwältin der Nebenklägerin Jana G. plädierte für ein Jahr.

Berufung von allen Seiten gefordert

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch Ramin A.s Verteidiger Mathias Noll haben bereits Rechtsmittel eingelegt und beantragen gleichermaßen Berufung. Wird diese am Landgericht zugelassen, muss Jana G. wohl oder übel ihrem Peiniger noch einmal entgegentreten. Eine Tortur für die Krankenpflegerin, die seit zwei Jahren in psychiatrischer und psychologischer Behandlung ist.

Der Prozess gegen Ramin A. war bereits im Herbst 2015 begonnen worden und wenig später geplatzt. Der Angeklagte war nicht mehr zu den Verhandlungsterminen erschienen und – offenbar war er zum Heiraten in sein Heimatland ausgereist – für die Justiz unauffindbar.

Von Nadine Fabian

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