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Potsdam „Die Familiengräber muss man erhalten“
Lokales Potsdam „Die Familiengräber muss man erhalten“
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01:17 02.12.2018
Das Gutshaus Satzkorn Quelle: MAZ
Satzkorn

Kurt Brandhorst hat seine Kindheit und Jugend in Satzkorn verbracht, im damals vielleicht prächtigsten Gebäude des Ortes. Das barocke, 1739 erbaute Gutshaus wurde von seinem Vorfahr Johann Conrad Friedrich Brandhorst errichtet. In siebter Generation wurde Kurt Brandhorst 1929 im Gutshaus geboren. „Ich habe mit meiner Familie dort bis 1947 gelebt, dann bin ich in den Westen gegangen“, erzählt Brandhorst. Der sein Leben als Landwirt verbracht hat und mittlerweile 89 Jahre alt ist. den größten Teil seines Lebens hat er bei Stockholm in Schweden gelebt. An diesem Freitag kehrt er wieder einmal nach Potsdam zurück.

Die Familie Brandhorst mit Sohn Kurt vor dem Gutshaus Satzkorn Mitte der 1930er Jahre. Quelle: privat

Am Freitag wird für den Erhalt des Gutshauses demonstriert

Der Grund: Um fünf vor zwölf findet an diesem Freitag vor dem stark verfallenen Gutshaus eine Demonstration für den Erhalt von Kulturgütern statt. „Fünf vor Zwölf!“ lautet auch das Motto dieser Kundgebung, die durch die Aktionsgemeinschaft Recht und Eigentum initiiert worden ist (MAZ berichtete). Gefordert wird zusätzliches Geld für den Erhalt solcher Denkmäler.

Der Ortsbeirat hat sich Anfang 2018 sogar für den Ankauf des Gutshauses durch die Stadt ausgesprochen. Denn die wechselnden Eigentümer haben im vergangenen Vierteljahrhundert nichts für den Erhalt getan. Die einzigen Sicherungsmaßnahmen wurden von der Stadt Potsdam initiiert.

So sieht das Gutshaus heute aus. Quelle: Bernd Gartenschläger

Grüne wollen Ankauf des Gutshauses durch die Stadt prüfen

Die Grünen-Fraktion hat derweil für die kommende Stadtverordnetenversammlung einen Antrag zum Erhalt des Gutshauses gestellt. Unter dem Titel „Gutshaus Satzkorn für die öffentliche Nutzung erschließen“ soll der Oberbürgermeister prüfen, „ob und wie es möglich werden kann, dass Gutshaus Satzkorn zu erwerben. Es soll saniert und für öffentliche Funktionen nutzbar gemacht werden.“ Außerdem wäre es laut Antragsteller Andreas Walter „für gemeindliche Aufgaben in den nördlichen Ortsteilen geeignet und würde dem Ort seine Mitte wiedergeben.“

Im Giebel stand ursprünglich auf einer gusseisernen Tafel: „Haus Brandhorst, dem Vorfahren erbaut von König Friedrich Wilhelm I im Jahre 1739, renoviert vom 4. Erben 1863“. Quelle: privat

Kurt Brandhorst reist jährlich aus Schweden nach Satzkorn

Kurt Brandhorst hat diese Hoffnung schon aufgegeben. „Eigentlich ist es schon Viertel nach Zwölf“, sagt er resigniert „Von der Demo erwarte ich überhaupt nichts, aber ich werde dort sprechen und von meinen Vorfahren und meinen Erinnerungen berichten“, kündigt er an.

Bis 1991 wurde das Haus durch die Verwaltung der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft Marquardt genutzt. Seitdem es in private Hände verkauft wurde, steht es leer. „Der Verfall begann recht bald nach der Wende. Im uralten Keller stand das Wasser einen halben Meter hoch. Das Dach war bereits eingesunken“, erinnert er sich an seine ersten Besuche nach der Wiedervereinigung.

Seitdem kam er jedes Jahr mit seinem Sohn nach Potsdam. „Wir haben die alten Gräber freigelegt und sie jedes Jahr gepflegt“, sagt Brandhorst. Alle Vorfahren seit Johann Friedrich Conrad bis zu seinen Großeltern liegen dort begraben. „Wir haben nicht viel mehr als unsere Erinnerungen und ein paar Fotoalben. Die Familiengräber muss man erhalten“, sagt Brandhorst.

Von Peter Degener

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