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Potsdam Die Frucht-Floristin
Lokales Potsdam Die Frucht-Floristin
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00:17 08.03.2017
Nadine Mraß mit einem Fruchtarrangement in ihrer Werkstatt. Quelle: Foto: Friedrich Bungert
Bornstedter Feld

Mango, Ananas, Honigmelone. Die unterschiedlichen Gelbtöne der Früchte harmonierten nicht, die Holzspieße waren zu groß, die Stücke nicht mundgerecht. „Meine ersten Obststräuße sahen fürchterlich aus“, sagt Nadine Mraß. „Ich musste immer wieder aufs Neue probieren.“ Heute dauert es manchmal nur eine halbe Stunde, bis ein kleiner Obststrauß mit Ananasherzen, Melonenkugeln und Traubenspießen fertig ist. Für die 31-jährige Potsdamerin ist das Anrichten der Fruchtbouquets mittlerweile Alltag – vor rund einem Jahr machte sie sich damit selbstständig.

„Fruity Flowers“ hat Nadine Mraß ihr Unternehmen genannt, das in einer kleinen Küche im Potsdamer Centrum für Technologie untergebracht ist. Auf einer geräumigen Arbeitsfläche bereitet sie dort die essbaren Blumensträuße zu und liefert sie zu Geburtstagsfeiern oder Firmenjubiläen aus. „Überall wo man Blumen verschenken würde, kann man statt dessen auch einen Obststrauß überreichen“, sagt Nadine Mraß. So nutzten einige Kunden die Fruchtbouquets als Präsent zum Valentinstag oder als Dankeschön für die Sekretärin.

Bei einem Urlaub in Miami sah die Potsdamerin die kunstvoll drapierten Fruchtsträuße zum ersten Mal. Sie nahm den Flyer mit nach Hause und probierte sich fortan in der heimischen Küche aus, bastelte für Freunde und Familie die essbaren Gestecke. „Ich war schon immer ein kreativer Mensch, habe früher mit Cupcakes experimentiert und beispielsweise Hunde oder Krümelmonster gebacken“, erzählt Nadine Mraß und fügt hinzu: „Obst war schon immer eine Leidenschaft von mir. Auch bei uns zu Hause gab es immer viel Obst.“

Ein Umzug von Karlsruhe nach Potsdam machte aus dem Hobby schließlich ein berufliches Standbein. Zusammen mit ihrem Mann wollte die gebürtige Berlinerin wieder in ihrer Heimatregion leben. Sie kündigte ihren Job in einem Wasserbau-Ingenieurbüro und wagte den Sprung in die Selbstständigkeit. Ihren Lebensunterhalt kann sie mit „Fruity Flowers“ zwar noch nicht bestreiten, doch ihr Kundenstamm wächst.

Fotos mit den aktuellen Fruchtkreationen kleben am Kühlschrank von Nadine Mraß. Kleine Sträuße mit in Streusel getauchten Schokoherzen hängen hier neben Zehn-Personen-Bouquets, die in einer ausgehöhlten Ananas daher kommen. 30 verschiedene Obstprodukte stellt Mraß derzeit her. Alles bereitet sie frisch zu.

Ausgewählte Früchte, vegane Schokolade, schnelle Lieferung

Für die Fruchtbouquets werden alle erhältlichen Obstsorten verwendet. Je nach Saison verändert Nadine Mraß jedoch die Schwerpunkte ihrer kulinarischen Arrangements.

So verwendet sie im Winter vor allem Äpfel und Orangen, im Sommer Erdbeeren. Im vergangenen Sommer pflückte Nadine Mraß die Erdbeeren selbst und wählte die Früchte so gezielt aus.

Äpfel und Bananen werden nur in Schokolade getaucht für die Bouquets verwendet. Denn in aufgeschnittener Form würde sich das Obst braun verfärben.

Dunkle und vegane Schokolade verwendet Mraß für ihre Obstgestecke. Auf Wunsch kommt auch Vollmilch-Schokolade zum Einsatz.

Bestellungen werden in einem Zeitfenster von zwei Stunden geliefert und sind stets frisch zubereitet. Nach Potsdam und Berlin bringt Nadine Mraß die Vitaminbomben.

Weitere Infos unter www.fruity-flowers.de

Das Schälen und Kleinschneiden der Früchte nimmt am meisten Zeit in Anspruch. Mit Ausstechformen, wie sie normalerweise zum Plätzchenbacken benutzt werden, bringt Mraß das Obst in die gewünschte Form. Anschließend stattet sie kleine Blumentöpfe mit Styropor-Einsätzen aus, die den Frucht-Holzspießen Halt geben. So nimmt der Obststrauß allmählich immer konkretere Formen an.

Mit einem Gang in den Supermarkt beginnt für die Unternehmerin der Arbeitstag. Dort kauft sie alle Zutaten frisch, Reste nimmt sie mit nach Hause, verschenkt sie an die Familie oder verarbeitet sie zu Marmelade. Wenn Nadine Mraß für ihren eigenen Haushalt einkauft, landet daher längst kein Obst mehr in ihrem Wagen und die gesunden Vitaminbomben isst sie auch privat noch gern. „Mein Mann hat mir mal gesagt, dass Fruchtbouquets die ersten Blumensträuße sind, die er mag – weil man sie essen kann“, sagt Nadine Mraß.

Von Anne Mareile Walter

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