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Potsdam Kneipenquiz verändert den Blick auf die Welt
Lokales Potsdam Kneipenquiz verändert den Blick auf die Welt
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00:34 15.08.2015
Beim Kneipenquiz kommt man nicht nur wegen der Sommerhitze ins Schwitzen. Gleich geht der Antwortzettel des Teams „Die verflixte 7. Frage“ zurück an den Moderator.   Quelle: Peter Degener
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Potsdam

 Eine Schätzfrage: Wie viele Kneipenquizze gibt es derzeit in Potsdam? Die Antwort ist gar nicht so einfach, denn allein seit Jahresbeginn hat sich die Zahl der abendlichen Rate-Runden verdoppelt. Eine echte Quizkultur entwickelt sich derzeit in den Potsdamer Bars. Das strapaziert den Kalender all jener, die neben Bier- vor allem einen unstillbaren Wissensdurst haben. An jedem ersten Montag des Monats raten sie hier, an jedem dritten Donnerstag dort. „Ey, haste ein paar Fragen vom letzten Quiz dabei?“ oder „Komm, stell mir noch eine Frage!“ hört man in den Kneipen nach der Auflösung der letzten Runde. Die Getränke werden an den spannenden Abenden beinahe zur Nebensache.

Das Jugendradio „Fritz“ machte 2005 den Anfang

Zehn Jahre ist es her, dass das Jugendradio „Fritz“ erstmals das Alltagswissen seiner Hörer abgefragt hat. Die Studentenkneipe „Pub à la Pub“ hatte das Konzept kurz darauf übernommen und lädt demnächst zur 38. Ausgabe des „Trivial Pubsuit“. Vereinzelte Quizabende gab es seitdem immer wieder – im Filmjahr 2011 sogar in einer fahrenden Straßenbahn.

Auch für Film-, Comic- und Musikfans gibt es in Potsdam Spezialquizze

Allgemeinwissen hilft dabei nicht immer. Stattdessen werden immer mehr Spezialquizze angeboten. Für Filmfans hat sich schon vor drei Jahren das Film-Auskenner-Quiz etabliert. Musik-Experten haben seit neuestem die Wahl zwischen zwei Quizmastern und auch die „Nerd“-Kultur bekommt im Lindenpark am Ende des Monats eine eigene Raterunde. Die Quiz-Fans stellen sich die Frage: „Wer ist in meinem Team?“

 

Interview mit dem “Besserwisser“ Sebastian Klussmann

Wie erklären Sie sich, dass plötzlich in vielen deutschen Städten Kneipenquizabende veranstaltet werden?
Sebastian Klussmann: Vereinzelt gab es Kneipenquizze schon in den 1980er Jahren, vor allem in den englischen oder irischen Pubs in deutschen Städten. Denn in diesen Ländern ist das eine viel ältere und größere Tradition, dort gibt es richtige Ligen. Hier war dann die TV-Sendung „Wer wird Millionär“ ein echter Katalysator. Durch die Show gab es eine richtige Welle an Quizzes, die sich etabliert haben. Viele haben sich durch die Sendung gedacht , dass sie selbst Fragen schreiben und ihr eigenes Quiz veranstalten können. Zuletzt hat die App „Quizduell“ wiederum Leute, die bislang nur vom Sofa aus Quizsendungen im Fernsehen verfolgt haben, auf die Idee gebracht, selbst aktiv an solchen Ratespielen in ihrer Stadt teilzunehmen.

Was macht denn ein gutes Quiz aus, damit es nicht zum Wissens-Examen wird?
Klussmann: Ganz wichtig ist, dass man bei den Fragen um die Ecke denken muss. Dann können sich auch mehrere Leute im Team daran den Kopf zerbrechen. Verschiedene versteckte Informationen in der Frage ermöglichen Menschen mit ganz unterschiedlichem Wissen die Lösung. Auch Vielfalt der Fragen ist wichtig, das gilt selbst für Spezial-Quizze, die etwa nur für Filmfans interessant sind. Die wollen auch Abwechslung innerhalb ihres Themas. Ansonsten gilt: Nicht jede Antwort der Mitspieler, aber jede Frage des Quizmasters muss richtig sein. Es ist für alle ärgerlich, wenn falsch recherchiert oder die Frage nicht präzise formuliert worden ist und es keine eindeutige Antwort gibt.

Was bringt denn Quizwissen im richtigen Leben?
Klussmann: Zugegeben, die wenigsten gewinnen damit Geldpreise wie im Fernsehen. Für die meisten ist ein Quiz ein geselliger Abend mit Freunden, an dem man vielleicht etwas gelernt hat, was tatsächlich „wissenswert“ ist. Sportlicher Ehrgeiz spielt auch eine Rolle, aber unabhängig vom Ergebnis kann hier jeder seinen Moment haben und mit einer einzigen Antwort auftrumpfen, die kein anderer kannte. Für mich hat das Quizzen und das Formulieren von Fragen auch den Blick auf die Welt geändert. Ich betrachte sie bewusster – nicht zuletzt deswegen, weil ein neuer Fakt ja beim nächsten Quiz auch abgefragt werden könnte.

Text und Interview von Peter Degener

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