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Potsdam Die Kuze-Kneipe ist wieder auf
Lokales Potsdam Die Kuze-Kneipe ist wieder auf
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10:25 21.08.2017
Leonard Herz, Sabine Finzelberg, Sara Krieg und Linus Wesseling (v.l.n.r.) auf dem Hof des studentischen Kulturzentrums Kuze. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Ein gutes halbes Jahr nach der aufsehenerregenden Schließung ist Potsdams bekannteste Studentenkneipe im Kulturzentrum Kuze zunächst tageweise wieder geöffnet. Am Dienstag steht in dieser Woche die „Musikwerkstatt“ auf dem Tresenplan, in der kommenden Woche am Mittwoch auch ein Kollektiv namens o.T. mit dem „lahmen Dieter“ und dem „garstigen Gruschka“. An den übrigen Tagen bleibt die Tür noch immer zu.

Die Kuze-Kneipe ist eines von wenigen ehrenamtlich betriebenen Lokalen in der City. Im November hatten die Betreiber das zeitweilige Aus bekannt gegeben. Als Gründe nannten sie Probleme mit der Nachbarschaft und mit manchen Gästen, außerdem eine permanente Überlastung der immer weniger werdenden Freiwilligen am Tresen. Diskutiert wurde über eine Schließung schon seit Monaten, sagt Sabine Finzelberg (34), Geschäftsführerin des Kuze: „Schon im August 2016 hatten wir darüber nachgedacht, die Kneipe zuzumachen.“

Die Schließung war ein Politikum. Denn das Kuze mit der Kneipe als Herzstück ist nach dem Umzug der Fachhochschule zum Bornstedter Feld die letzte Bastion von studentischem Leben in der Innenstadt. Bis zu 20 000 Gäste kommen pro Jahr auf den Hinterhof in der Hermann-Elflein-Straße.

Eröffnet Ende 1989 als „Kunstfabrik“ in einer alten Brauerei, wurde das Kulturzentrum 2005 nach Sanierung in öffentlich-privater Partnerschaft noch einmal neu eröffnet. Zweiter Nutzer neben dem Offenen Kunstverein war nun der Allgemeine Studierendenausschuss der Universität (Asta). Nach jahrelangem Streit mit dem Privatvermieter war das Grundstück mit dem Studententreff 2012 in einem bundesweit einmaligen Modell vom Studentenwerk übernommen worden.

Förderrechtliche Probleme waren mit der Schließung der Kneipe nicht verbunden, sagt Finzelberg. In der Auszeit wurde das Lokal teilweise renoviert. Der harte Kern von rund 60 Ehrenamtlichen ging über Monate in Klausur. Sie kamen nicht nur miteinander ins Gespräch, sondern auch mit anderen ehrenamtlichen und studentischen Projekten wie dem Nil-Club, CasinOtopia, der Olga, dem Pub a la Pub. „Wir sind in dieser Zeit zusammengerückt.“

Der Tresen der Kuze-Kneipe. Quelle: Bernd Gartenschläger

Die Neueröffnung der Kneipe am 15. Juli im Programm des jährlichen Kuze-Straßenfest ging unter angesichts der Ereignisse an der alten Fachhochschule. Das Straßenfest wenige Tage nach der Kurzzeitbesetzung wurde zur Unterstützung des Protestcamps gegen den Abriss der FH zum Alten Markt verlegt. Die Kuze-Kneipe schloss spät abends auf: „Das war die offizielle Wiedereröffnung“, sagt Linus Wesseling (20), gemeinsam mit Leonard Herz (21) Kneipenbeauftragter.

Wann die Kneipe wieder täglich öffnet, sei noch unklar, sagt Finzelberg. Die Teams, die den Tresendienst im Wechsel absichern, gehen erst allmählich wieder an den Start. Zu den Traditionen des Kuze zählt, dass die Nutzer des Kulturzentrums auch in der Kneipe arbeiten. Der Dienstag etwa wird von Musikern der zwölf Bands abgesichert, die in dem Hinterhof proben. Der Offene Kunstverein ist ab September wieder jeden zweiten Mittwoch dabei.

Das Klima im Lokal habe sich mit der Neueröffnung spürbar verbessert, sagt Wesseling: „Es hat eine gewisse Sensiblisierung gegeben.“ So ermahnten Gäste sich auf dem Hinterhof nun auch untereinander, nicht so laut zu sein. „Ruhe im Block“ mahnte dort über lange Zeit ein Schild mit Verweis auf die Nachbarschaft. Finzelberg, die seit der Gründung des Kuze als Ehrenamtliche und seit 2010 als Geschäftsführerin dabei ist, wird ihr Amt zum 1. September abgeben. Zeit für einen Generationswechsel, sagt sie. Am Montag ende die Bewerbungsfrist: „Ich hoffe, es wird eine Nachfolgerin.“

Mehr Soul und Funk und Frauenbands

Mit der Neueröffnung der Kneipe soll auch das Kulturprogramm des Kuze reformiert werden. Sara Krieg (28), die seit April Veranstaltungschefin des Kulturzentrums, will den regelmäßigen Rock’n’Roll-Tresen mit Soul- und Funkbands anreichern. Wünschenswert sei eine eigene Konzertreihe mit Frauenbands.

Beibehalten will Sara Krieg die von ihrem Vorgänger Sören Boller eingeführten Improvisationstheaterabende. Fortgesetzt werde auch das Impro-Festival, das im Oktober in die siebente Runde geht.

Weitere Infos zum Kuze im Internet auf www.kuze.-potsdam.de, zum Offenen Kunstverein auf www.okev.de

Von Volker Oelschläger

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