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Potsdam Die Lieblinge von Generationen
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10:30 09.03.2018
Agnes Kraus 1993 in der Maske für „Baal“, ihr letztes Gastspiel am Berliner Ensemble. Quelle: Filmmuseum Potsdam/Christel Köster
Potsdam

Die Preise, ein blauer Elefant, ein Löwe mit rotem Schal auf einer Filmrolle und ein Ehrenspatz aus Glas, stehen einträchtig mit dem von einem Kind gebastelten Schneemann aus Pappmaché auf einem Tisch im Archiv des Filmmuseums in der Pappelallee. Regisseur Rolf Losansky, der mit Kinderfilmen wie „Ein Schneemann für Afrika“, „Moritz in der Litfaßsäule“, „Das Schulgespenst“ oder „Zirri, das Wolkenschaf“ über die Jahrzehnte ganze Generationen junger Filmfans in den Bann zog, hatte die Devotionalien im Mai 2016 für die Ausstellung „Es war einmal ... Kinderkino in Babelsberg“ ins Filmmuseum gegeben.

„Die Auszeichnungen lagen ihm sehr am Herzen“, sagt Restauratorin Siobhan Piekarek, „er sollte sie nach der Ausstellung zurück bekommen.“

Ralf Forster und Siobhan Piekarek mit Preisen und einem Schneemann aus Pappmaché, den ein Kind für Rolf Losansky gebastelt hatte. Quelle: Christel Köster

Dann aber starb Rolf Losansky am 15. September im Alter von 85 Jahren. Die Ausstellung, die so unversehens zur Gedenkausstellung geworden war, lief noch zehn Tage. Die vielen Auszeichnungen, darunter der Preis der Kinderfilmjury des 5. Essener Kinderfilmfestivals von 1987, der Rotschlips des Kinderfilmfestes LeoLiese 2005 in Leipzig und der Ehrenspatz, der ihm 2011 von der Deutschen Kindermedienstiftung für sein Lebenswerk verliehen wurde, blieben im Haus.

Rolf Losansky 2011 in der Medienstadt Babelsberg. Quelle: Christel Köster

Mittlerweile befindet sich ein großer Teil des künstlerischen Nachlasses von Rolf Losansky in der Obhut des Filmmuseums, darunter 13 Kartons mit Fotografien, Drehbüchern, Korrespondenzen und persönlichen Dokumenten, dazu mehrere Kartons mit Videos, DVDs, Tonbändern und Filmrollen, Filmklappen, Preise und Andenken wie ein Steigbügel aus „Der lange Ritt zur Schule“ und ein Stoffteil aus der Rückenlehne eines Regiestuhls mit seinem Namen.

Ein zweiter bedeutender Nachlass wurde im Mai 2016 ins Filmmuseum gegeben. Mehr als zwei Jahrzehnte hatte eine Nachbarin von Agnes Kraus die beiden Kartons mit Fotografien, Dokumenten, Zeitungsausschnitten der Schauspielerin bei sich aufbewahrt. Die „Schwester Agnes“ auf einem Moped der Marke „Schwalbe“ war ihre populärste Rolle. Doch eigentlich kam sie aus dem Charakterfach. In den Fotoalben finden sich Aufnahmen aus ihrer Zeit am Theater im sächsischen Annaberg-Buchholz, von wo sie 1936 nach Berlin zurück kehrte. Bertolt Brecht holte sie nach einem Intermezzo am Potsdamer Hans-Otto-Theater 1951 ans Berliner Ensemble, dem sie über 20 Jahre angehören sollte.

Agnes Kraus um 1930 als Maria Stuart am Theater in Annaberg-Buchholz (Erzgebirge). Quelle: Filmmuseum Potsdam/Christel Köster

In den Defa-Studios war sie seit den 1950er Jahren gefragt. Populär aber wurde sie ab Ende der 1960er Jahre durch heitere Fernsehrollen, als Tante Minna in „Dolles Familienalbum“, als Mutter Klucke in „Florentiner 73“, als Gemeindeschwester Agnes Kraus im oberlausitzer Krummbach und als Tierarztwitwe „Alma“. Fünf Mal wurde Agnes Kraus Fernsehliebling der DDR, acht Mal war sie Fernsehliebling der Programmzeitschrift FF Dabei. Eine Fotografie zeigt sie 1993 bei der Vorbereitung für „Baal“, ihr letztes Gastspiel am Berliner Ensemble.

Als sie am 8. Mai 1995 starb, schrieb eine Boulevardzeitschrift: „Agnes Kraus: Die ,Inge Meysel des Ostens’ ist tot.“Und der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) kondolierte in einem Schreiben an die Schwester. Der Tierpark Berlin erbte eine halbe Million Deutsche Mark von Agnes Kraus. Zu ihrem 100. Geburtstag im Februar 2011 wurde ein Weg in Berlin-Friedrichsfelde nach ihr benannt.

Suche nach Depotstandort nahe der Filmuniversität

Der geplante Umzug der Sammlungen des Filmmuseums aus der Pappelallee in Bornstedt zum Windmühlenberg in Bornim ist ausgesetzt. Nach Mitteilung von Ralf Forster, Leiter der technischen Sammlungen, wird statt dessen alternativ nach einem geeigneten Grundstück in der Nähe der Filmuniversität „Konrad Wolf“ in Babelsberg gesucht.

Ein Teil der Sammlungen ist seit 1995 in ehemaligen Gebäuden der Forstwirtschaft in Bornstedt untergebracht. Mit der Räumung des Innenstadt-Depots im später abgerissenen Wasserwirtschaftsgebäude an der Schlossstraße wurde das Archiv in Bornstedt deutlich erweitert. Die bauliche Situation sei allerdings „prekär“, wie Forster bekräftigte, und die 3000 Quadratmeter Fläche entsprächen längst nicht mehr dem Bedarf.

Eine dauerhafte Lösung hatte man sich im Filmmuseums zeitweise vom Umzug in Gebäude erhofft, die mit dem Auszug des Landeshauptarchivs auf dem Windmühlenberg frei wurden. Laut Forster stünden sie auch weiter zur Verfügung. „Aber wir würden eine Variante vorziehen, die sich näher am Stammhaus befindet.“ Das Filmmuseum gehört seit 2011 zur heutigen Filmuniversität.

Von Volker Oelschläger

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