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Die Moschee am Kanal platzt aus allen Nähten

Muslime in Potsdam Die Moschee am Kanal platzt aus allen Nähten

Immer mehr Flüchtlinge kommen nach Potsdam – die meisten von ihnen aus islamischen Ländern. Durch die vielen neuen muslimischen Gläubigen stößt die Al-Faruk-Moschee in der Innenstadt nun an die Grenze ihrer Kapazitäten. Gläubige müssen sogar unter freiem Himmel beten. OB Jann Jakobs (SPD) kündigte beim Besuch Hilfe bei der Suche nach einem Quartier an.

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Freitagsgebet in der Potsdamer Moschee mit OB Jann Jakobs (3.v.r.)

Quelle: Christel Köster

Innenstadt. Beim Freitagsgebet in der Al-Faruk-Moschee am Kanal, zu dem diesmal Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) eingeladen war, zeigte es sich überdeutlich: Die Räume platzen durch den ständigen Zustrom von Flüchtlingen – die Mehrzahl von ihnen aus islamischen Ländern wie Syrien– aus allen Nähten. Sogar draußen vor dem geöffneten Fenster des Gebetsraums hatte die Gemeinde vor dem Wohnhaus Plastiksessel aufgestellt und Teppichgebete ausgelegt. So konnten die Gläubigen wenigstens durch die Fensteröffnung die religiöse Zeremonie mitverfolgen. Drinnen war es rappelvoll; voller Aufmerksamkeit lauschten die Zuhörer der Predigt von Imam Kamal Abdallah, die sich auf Arabisch und in Deutsch um ein aktuelles Thema drehte: um die Toleranz der Menschen untereinander und ihre Vielfalt: „Ganz wichtig ist der Respekt“, betonte der Imam. Und: „Wir sind alle Menschheitsgeschwister.“

Fast täglich besucht er die Neuankömmlinge in der Flüchtlingserstaufnahmeeinrichtung in der Heinrich-Mann-Allee, um den vielfach Traumatisieren seelischen Beistand zu leisten. „Manche sind wie in zwei Teile geschnitten, weil sie von ihren zurückgebliebenen Familien getrennt leben müssen“, schildert er die tragischen Lebensumstände.

Beten in der Moschee

Beten in der Moschee.

Quelle: Christel

Der Libanese Mohammad El Mustafa, hat da – zumindest in familiärer Hinsicht – noch Glück: Seit ungefähr anderthalb Jahren lebt er in Potsdam, zusammen mit seiner Frau und den drei Kindern. In diesen Tag steht die Geburt des vierten Kindes bevor. El Mustafa floh vor der Hizbollah .

Sein Cousin Fayez, der schon seit mehr als 20 Jahren in Potsdam wohnt, ist Zweiter Vorsitzender des „Vereins der Muslime“ am Kanal. Auch der Vereinsvize schilderte gestern eindringlich die prekäre Raumsituation der Glaubensgemeinschaft in diesen Tagen. Während sich früher maximal 60 Gläubige zum Gebet versammelten, richten sich nun oft 200 in Richtung Mekka.

Jakobs, der mit der Integrationsbeauftragten Magdolna Grasnick gekommen war, sicherte gestern die Hilfe der Stadt zu. „Der Islam gehört zu Potsdam“, sagte er – in Abwandlung des bekannten Wulff-Satzes. Zu dem Willkommen gehöre auch, „dass Sie Ihren Glauben ausüben können“, sagte er zu den Gläubigen. Es gehe nicht an, dass unter freiem Himmel gebetet werden müsse. „Dazu muss man Raum schaffen“, stellte Jakobs Unterstützung bei der Suche nach größeren Räumen in Aussicht. Konkret ist noch nichts, aber in Anbetracht der sinkenden Temperaturen sei Eile geboten, betonte Vereinsvize Fayez El Mustafa.

Von Ildiko Röd

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