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Die Partei: Schlösser zu Turnhallen, bitte!

Potsdamer Kreisverband Die Partei Die Partei: Schlösser zu Turnhallen, bitte!

Politik, Bier und viel Satire: Das ist „Die Partei“. Der Kreisverband der Potsdamer Satire-Politiker möchte die Garnisonkirche wieder aufbauen – aus Legosteinen. Außerdem halten sie es für eine gute Idee, Schlösser als Turnhallen zu nutzen. Und nun möchte die Kreischefin Bettina Franke spätestens 2019 in den Landtag einziehen – mindestens mit einem Augenzwinkern.

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Mini-Demo vor Sanssouci mit der Forderung „Schlösser zu Turnhallen“.

Quelle: privat

Potsdam. Wer gern Bier trinkt, ist bei den Polit-Satirikern von Die Partei klar im Vorteil. Getreu ihrem immergrünen Wahlkampfslogan „Das Bier entscheidet“ wird bei Partei-Versammlungen gern mal ein Gerstensaft gepichelt. „Wir trinken transparent“, begründet Kreischefin Bettina Franke (47). Schließlich kommt bei herkömmlichen Parteien – wenn überhaupt – das Bier nicht gleich auf den Tisch.

Aufmerksame Potsdamer werden Die Partei bei ihren leicht anarchischen Aktionen vielleicht mal erlebt haben. Einen Infostand (mit Bier) im Brunnen auf dem Luisenplatz erregte Aufsehen. Für die Stippvisite (mit Bier) in Sanssouci – „Schlösser zu Turnhallen“ – interessierten sich vor allem Touristen. Am Valentinstag durfte man sich vor dem Brandenburger Tor von Mitgliedern umarmen lassen. Die Erklärung, daneben auf einem Plakat: „Nur eine nimmt in den Arm – Die Partei“. Achtung: In statt auf den Arm! So umarmt fand Ex-SPD-Mann Benjamin Köhn eine neue politische Heimat.

Warum dort? Angesichts des Zustands der Republik könne man nur „verrückt werden, dem Alkohol verfallen oder Satire betreiben“, zitiert Köhn seinen Bundesvorsitzenden Martin Sonneborn. Also Satire. Und Bier. Als Partei-Zentrale fungiert der Pizza-Lieferservice „Avanti“ in der Brandenburger Vorstadt. Dort plant man Aktionen oder Fahrten wie am 10. Oktober nach Berlin zur bundesweiten Demo für einen gerechten Welthandel und gegen das TTIP-Abkommen. Ernst wird es auch, wenn es um Flüchtlinge geht. Bettina Franke hilft wie viele Potsdamer mit. Ganz klar: ohne Satire.

Rund geht’s dafür beim Wiederaufbau des Garnisonkirchenturms – der maßstabsgetreu mit Legosteinen auferstehen soll. „Wer spenden möchte – her damit“, ermuntert Bettina Franke alle, die Legosteine los werden wollen, weil sie schon mal barfuß in die scharfkantigen Plastikdinger getreten sind. Politisches Augenzwinkern mag wohl Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow. Als der Linke das Sommerfest der Potsdamer Genossen besuchte, begrüßte er die vor der Bühne stehende Partei-Gruppe mit den lustigen Angela-Merkel-Plakaten per Handschlag als „Deutschlands beste Satirepartei“. Das stärkt das Rückgrat. 2014 trat Bettina Franke bei der Landtagswahl an. 2019 will sie den nächsten Versuch starten. Aus gutem Grund: „Ich bin Logopädin – ich kann über alles sprechen.“

Rund 13 000 Mitglieder bundesweit

Die Partei – vollständiger Name: Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative – wurde 2004 von Redakteuren des Satiremagazins „Titanic“ in Frankfurt am Main gegründet.

Bei der Europawahl 2014 erzielte Die Partei einen Sitz im Europaparlament. Das Mandat wird vom Bundesvorsitzenden und Ex-“Titanic“-Chefredakteur Martin Sonneborn ausgefüllt.

Rund 13 000 Mitglieder sind nach Partei-Angaben bundesweit registriert, darunter der aus dem TV bekannte Kriminalbiologe und Kölner Oberbürgermeister-Kandidat Mark Benecke („Dr. Made“), Musiker und Schauspieler Rocko Schamoni („Fraktus“), Autor Heinz Strunk („Fleisch ist mein Gemüse“).

Wie viele Mitglieder die Potsdamer Partei hat, ist unklar. Kreischefin Bettina Franke geht „von einer Zahl bis 2000 aus – möglicherweise plus-minus ein oder zwei Nullen“.

Von Ricarda Nowak

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