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Die Pegida-Demo und ihre Folgen

Demonstrationen am Mittwoch Die Pegida-Demo und ihre Folgen

Es ist Mittwoch und wieder einmal möchte die Pegida-Bewegung in Potsdam spazieren gehen. Die fremdenfeindliche Kundgebung ruft jede Menge Gegendemonstranten auf den Plan. Und die Polizei wird ab dem späten Nachmittag mit einem massiven Aufgebot in der Stadt präsent sein. Wir geben einen Überblick, wo und mit welchen Einschränkungen zu rechnen ist.

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Es ist zu erwarten, dass die Polizei wegen der Pegida-Demo längere Zeit den Bahnhof komplett sperrt.
 

Quelle: Julian Stähle

Mitte.  Das Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“ ruft erneut zur Teilnahme an einer Kundgebung unter dem Titel „Refugees welcome für Weltoffenheit und Toleranz“ auf. Sie soll am Mittwoch ab 18 Uhr im Lustgarten stattfinden.

Die MAZ berichtet ab dem späten Nachmittag in einem Liveticker.
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Asylkritiker, die der Pegida nahe stehen, haben am Mittwoch in Potsdam demonstriert. Von den angemeldeten 1000 Teilnehmern, kamen jedoch nur ein paar Hundert. Mit mehr als 1000 Menschen protestierte das Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“ dagegen. Es blieb weitgehend friedlich. Das lag auch an dem großen Polizeiaufgebot. Wir waren vor Ort.

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Oberbürgermeister will „deutliches Zeichen der Vielfalt“ setzen

Die Potsdamer Pegida will sich ab 18.30 Uhr an der rückwärtigen Seite des Hauptbahnhofs versammeln und von dort zu einem so genannten Stadtspaziergang aufbrechen. Der wurde bei den beiden vorherigen Kundgebungen durch Gegendemonstrationen verhindert. Wenn der Spaziergang diesmal stattfindet, verzichtet die Pegida auf die 7-Tage-Demo-Woche nächste Woche auf dem Bassinplatz, sagt Anmelder Christian Müller. Dann gebe es nur eine Kundgebung am Mittwoch auf dem „Bassi“, wieder um 18.30 Uhr. Die Islamfeinde rechnen auch am Mittwoch erneut mit Unterstützung von außen, vor allem aus Oranienburg und Rathenow, wo am Dienstag eine Pegida-Demo stattfand.

Einschränkungen in der Innenstadt

 – Bahnfahrer müssen mit Einschränkungen rechnen, weil die Polizei vermutlich wieder den kompletten Bahnhof sperren wird .

– Auch der Bus- und Tramverkehr dürfte am Mittwochabend nur eingeschränkt funktionieren. Es ist bei allen Linien, die in der Innenstadt verkehren, damit zu rechnen, dass es zu Ausfällen oder Einschränkungen kommt.

 – Der  Verkehrsbetrieb in Potsdam (ViP ) hat sich auf eventuelle Auswirkungen der Demonstration am Hauptbahnhof vorbereitet. Die Einschränkungen seien natürlich von den tatsächlichen Sperrungen abhängig, sagt Pressesprecher Stefan Klotz. Es könne durchaus zur Unterbrechung des Straßenbahnverkehrs am Hauptbahnhof kommen. Die Busse zum Hauptbahnhof würden gegebenenfalls über Babelsberg umgeleitet oder enden bereits am Platz der Einheit .

 – Das Unternehmen rät ihren Kunden , insbesondere die Nahverkehrsangebote über Babelsberg zu nutzen , etwa die Tramlinien 94 und 99 , oder den Bahnhof Charlottenhof anzusteuern und den Hauptbahnhof damit zu umfahren. Die Deutsche Bahn hat keine Auskunft zu Einschränkungen ihres Betriebs gegeben.

Die Chance auf einen Spaziergang ist höher als bei den Vorveranstaltungen, weil ein Potsdamer Bürger den „Spaziergang“ in einen Spendenlauf für „Exit Deutschland“ ummünzen möchte. Eine Initiative, die Menschen helfen will, aus dem rechtsextremen Milieu auszusteigen und einen Neuanfang zu schaffen: Für jeden Meter, den der Pegida-Spaziergang schafft, sollen Unternehmen und Bürger für Exit spenden. Wenn man die Pegida schon nicht davon abhalten könne, durch Potsdams Straßen zu laufen, könne man sie „wenigstens für etwas Sinnvolles laufen lassen“, sagt der Initiator der Spendenaktion.

OB Jakobs: In Potsdam darf jeder seine Meinung sagen

Das Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“ hat alle Potsdamer zum friedlichen, bunten und kreativen Protest gebeten, „um der menschenverachtenden Hetze etwas entgegenzusetzen“. Der Oberbürgermeister und Bündnis-Chef Jann Jakobs (SPD) hat am Dienstag erklärt, in Potsdam lebten seit Jahrzehnten Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen friedlich zusammen. Die Stadt sei geprägt von Zuwanderungen der letzten Jahrhunderte. Man wolle ein „deutliches Zeichen der Vielfalt“ setzen und „allen Rechten zeigen, dass sie in unserer Stadt nicht willkommen sind. Potsdam ist ein Ort, an dem jeder seine Meinung offen sagen kann“, so Jakobs: „eine Stadt, in der unterschiedliche Meinungen in einem friedlichen Kontext miteinander ausgetragen werden können. Für gewalttätige Auseinandersetzungen ist in der Landeshauptstadt kein Platz.“

Polizei kündigt massives Aufgebot an

Einsatzleiter Michael Scharf sagte, dass die Polizei wieder mit einem starken Kräfte-Aufgebot aus mehreren Bundesländern präsent sein wird. „Wir treten an, die verfassungsrechtlich verbürgte Versammlungsfreiheit zu sichern und einen friedlichen Verlauf aller Versammlungen zu gewährleisten. Gewalttätige Ausschreitungen werden wir nicht dulden.“

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Von Rainer Schüler

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