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Potsdam Die Plantage bekommt ein neues Gesicht
Lokales Potsdam Die Plantage bekommt ein neues Gesicht
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19:27 28.07.2016
Sanierungsträger-Chef Bert Nicke (r.) mit Sigrun Rabbe (2.v.r.) und den Landschaftsarchitekten Barbara Hutter und Stefan Reimann. Quelle: Gartenschläger
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Innenstadt

Der alte Stadtkanal in der Dortustraße könnte parallel zur Plantage bald wieder sichtbar werden – allerdings vorerst nur symbolisch als wogender Grasstreifen in den Abmessungen des Kanals. Der Verkehr würde dann beiderseits der Grünfläche verlaufen.

Aber wie genau soll der symbolische Kanalverlauf aussehen? „Dafür wird der Bereich der ehemaligen Kanalfläche 50 bis 60 Zentimeter abgesenkt und mit unterschiedlichen und verschieden hohen Gräsern bepflanzt“, sagte Sigrun Rabbe vom Sanierungsträger am Donnerstag am Rande der Vorstellung der Ergebnisse des Wettbewerbs zur Plantage. Die Begrünung des angedeuteten Kanalbettes soll einen eindeutigen Effekt erzielen: „Wenn der Wind dann durch die Gräser geht, sieht das aus wie Wellen.“ Voraussetzung für den grünen Kanal wäre die Förderung des Umbaus der Dortustraße durch das Land. Sigrun Rabbe: „Wir würden uns freuen, wenn es in den Umsetzungsplan, der bis 2020 gilt, aufgenommen wird.“

Draufsicht auf den Siegerentwurf der Plantage. Quelle: Bernd Gartenschläger

Bis dahin ist dann auch schon die erste Etappe der Neugestaltung der Plantage zwischen Dortustraße und Yorckstraße bewältigt. Die Arbeiten sollen laut Rabbe ab Sommer 2017 ungefähr ein Jahr lang laufen. Im Anschluss wird der Platz ein ganz anderes Gesicht haben. Der gestern in der Roten Infobox am Landtag präsentierte Siegerentwurf des Berliner Landschaftsarchitektenbüros Hutter/Reimann gab einen ersten Eindruck davon.

Die Plantage selbst wird von einem grünen Rahmen gefasst, der durch einen zweiten Rahmen in Form eines Parkrundwegs durchbrochen wird. Gleichzeitig fungiert der Rundweg auch als Hundert-Meter-Bahn für den Schulsport der nahen Dortuschule. Zusätzlich zu den Laufbahnen sind eine Weitsprunganlage und ein Kleinfeld für Ballsportarten vorgesehen. Auf einer eigens angelegten Teilfläche kommen Radfahrer, Skater und Rollschuhfahrer auf ihre Kosten.

Insgesamt ist die Fläche der Plantage in zwei große „Tortenstücke“ aufgeteilt. Das näher an der Dortustraße liegende Dreieck bietet Platz für sportliche Betätigung. Das zweite Dreieck mit einer leicht ansteigenden Grünfläche ist als „Stadtgarten“ konzipiert, erklärten die Landschaftsarchitekten Barbara Hutter und Stefan Reimann. Zur Gänze kann die Fläche aber voraussichtlich erst nach 2018 gestaltet werden. Zuerst muss die Rechnerhalle des Rechenzentrums leergezogen und abgerissen werden.

So soll es hier irgendwann aussehen. Rechts am Bildrand das Glockenspiel. Quelle: Bernd Gartenschläger

Fraglich ist auch, wie es im Südbereich der Plantage mit dem Verwaltungstrakt des Rechenzentrums weitergeht – dem jetzigen Künstlerzentrum. Sollte die Garnisonkirche ein Kirchenschiff bekommen, müsste das Gebäude abgerissen werden. Die Herausforderung des Plantagen-Wettbewerbs war, mit diesen unterschiedlichen Varianten zu planen – entweder mit dem Künstlerzentrum oder mit dem Kirchenschiff als Teil des Areals. Außerdem mussten die Aspekte Sportflächen und innerstädtische Erholungsfläche unter einen Hut gebracht werden. „Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen hat es der Siegerentwurf geschafft, alle Anforderungen zu erfüllen – er funktioniert für alle denkbaren Gestaltungen dieses Stadtplatzes“, lobte Sanierungsträger-Chef Bert Nicke bei der Präsentation.

Kritik an der künftigen Gestaltung der Plantage kam gestern von der Bürgerinitiative „Mitteschön“. Sprecherin Barbara Kuster erklärte: „Der Siegerentwurf entspricht mehr einer Sportanlage denn einem bedeutenden innerstädtischen Platz, der er früher einmal war. Garnisonkirche, Stadtkanal und Plantage entsprachen einem genau auf sich abgestimmten Ensemble.“ Die einstige Bedeutung des Platzes finde in fast allen Entwürfen des Plantagen-Wettbewerbs „keinen Niederschlag“ mehr. „Bei allem Verständnis – ein Teil des Lustgarten ist und wäre hier besser geeignet für die sporttreibende Jugend“, so Kuster. „Aber die Gartenarchitekten tragen in diesem Fall keine Schuld. Sie haben ihre Entwürfe den Vorgaben gemäß entwickelt, bei denen es unseres Erachtens an dem Verständnis, für eine Stadtentwicklung mangelt, die diese Aspekte berücksichtigt.“

Sigrun Rabbe wollte die Vorwürfe gegen den Sanierungsträger – dieser hatte den Wettbewerb ausgelobt – gestern nicht unwidersprochen hinnehmen: „Die BI Mitteschön hat nie an den Vorbereitungsterminen, zu denen sie ausdrücklich eingeladen war, teilgenommen.“ Kusters Konter: „Wir von der Bürgerinitiative sind fast alle berufstätig und können nicht überall hingehen.“

Von Ildiko Röd

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