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Potsdam Die Schöne und die Verlorene
Lokales Potsdam Die Schöne und die Verlorene
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19:28 10.01.2013

“ Dem so gefeierten Potsdam-Debüt der zierlichen Deutsch-Italienerin als Victoire in Theodor Fontanes „Schach von Wuthenow“ im September 2011 am Hans-Otto-Theater war bereits ein anderer nicht eben häufiger Glücksfall vorausgegangen.

Denn begonnen hatte die damalige Schauspielstudentin an der Universität der Künste zu Berlin mit den Proben für „Schach“ im Mai 2011 als Gast. Kurz vor der Premiere jedoch bot ihr Tobias Wellemeyer, Regisseur und Intendant, ein Festengagement an. Das, sagt sie, „war etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet habe“. Heute Abend steht sie erneut in einer Inszenierung Wellemeyers auf der Bühne. In Shakespeares „Ein Wintermärchen“ gibt sie in einer Doppelrolle die schöne Hermione, die von ihrem eifersüchtigen Gatten Leontes, dem König von Sizilien, verstoßen wird, und deren als Bastard in die Fremde gegebene Tochter Perdita, die Verlorene.

Unterhält man sich mit Patrizia Carlucci über ihre Zeit in Potsdam, kommt das Gespräch unweigerlich auf die Premiere von „Fritz!“, eine weitere Regiearbeit des Intendanten, bei der sie sich als Standhafte in die Annalen des Ensembles eingebracht hat. Kurz vor der Pause lädierte sie sich bei einem Unfall auf offener Bühne die Kniescheibe. „Ich hatte keine Schmerzen, ich stand unter körpereigenen Drogen. Es war für mich unvorstellbar, das abzubrechen.“ Die Mimin spielte ihre Rolle als Ulrike de Catt tapfer bis zum Ende durch, teils stehend, teils im Rollstuhl. Danach lief sie monatelang an Krücken. Und zu ihrer nächsten Premiere in „Das Spiel von Liebe und Zufall“ mit Jutta Hoffmann als Regisseurin im März war die Verletzung längst nicht ausgeheilt.

Patrizia Carlucci, Jahrgang 1986, wuchs in Schwerte an der Ruhr auf. Ihr Vater stammt aus Apulien. Während ihres Schauspielstudiums in Berlin wirkte sie in mehreren Produktionen im BAT-Studiotheater. Unter der Regie von Hermann Schmidt-Rahmer gewann sie mit ihrer Studienklasse den Ensemblepreis 2011 des Schauspielschultreffens auf Kampnagel in Hamburg. Bei der spannendsten Frage zur heutigen Premiere wird sie wortkarg: Zum guten Ende des Wintermärchens wird die lange zu Marmor erstarrte Hermione erlöst vom Sockel steigen und ihrer verloren geglaubten Tochter Perdita begegnen. Doch wie funktioniert das bei der Doppelrolle? „Ich glaube tatsächlich, dass ich das nicht verraten darf“, lächelt die Darstellerin: „Es wird auf jeden Fall Theaterzauberei auf der Bühne geben.“

Mit Potsdam als Wohn- und Arbeitsort sei sie „sehr glücklich“, versichert Patrizia Carlucci. Für die Zeit ihres Studiums wohnte sie in Kreuzberg, jetzt hat sie eine WG am Luisenplatz. Einmal erlebte sie diese Stadt bereits zur schönsten Jahreszeit: „Ich bin nicht so ein Wintermensch. Ich freue mich wahnsinnig auf den Frühling. So wie im vergangenen Jahr, als das Licht zurück kam und die Leute sich auf der Straße trafen – darauf freue ich mich unwahrscheinlich.“

Premiere im Theaterhaus am heutigen Freitag um 19.30 Uhr. Karten /weitere Termine: 0331/98 118 oder www.hansottotheater.de. (Von Volker Oelschläger)

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