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Die Trickkiste der Natur in der Biosphäre

Neue Dauerausstellung in Potsdam Die Trickkiste der Natur in der Biosphäre

In der Biosphäre am Volkspark Potsdam ist am Donnerstag eine neue Dauerausstellung über die „Geniale Natur“ eröffnet worden. Als kreativer Ideengeber ist Mutter Natur Vorbild für viele technische Entwicklungen. Gezeigt wird zum Beispiel, was Geckos und Silikonfolie miteinander zu tun haben.

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Gucken und Tasten: Erkennungsmerkmal der neuen Schau sind die Waben.

Quelle: Christel Köster

Bornstedt. Warum rutschen Geckos nicht auf spiegelglatten Flächen aus? Die „Fußsohlen“ der possierlichen Kriechtiere sind nicht glatt, sondern verfügen über feine Lamellen, die sich in Mini-Härchen aufspalten. Elektrostatische, sogenannte Van-der-Waals-Kräfte wirken zwischen Härchen und Untergrund, so dass Geckos auch kopfüber laufen können. Dieses Wunderwerk der Natur haben Wissenschaftler für die Industrie nutzbar gemacht: Sie entwickelten eine wiederverwendbare, selbstreinigende und -haftende Silikonfolie namens „Gecko Nanoplast“, die auf Glas, Marmor oder Kunststoff hält, auch wenn die Oberflächen nass oder seifig sind.

Eben jenes „Nanoplast“ soll auch die beiden quietschgrünen Plastik-Geckos an der Scheibe halten. Doch – Vorführeffekt – einer von beiden fällt immer wieder herunter. Dass und wie es funktionieren müsste, wird auf der wabenförmigen Tafel daneben erklärt. Am Donnerstag ist die neue Dauerschau „Biosphäre – Geniale Natur“ in der Tropenhalle eröffnet worden. „Das Thema lag auf der Hand, wir haben ja alle Protagonisten im Hause“, sagte Susanne Schilling. Die Biologin ist Leiterin der Abteilung Ausstellungen in der Biosphäre. Als kreativer Ideengeber sei die Natur Vorbild für viele technische Entwicklungen. „Jedes Jahr kommen Innovationen auf den Markt.“ So ertüftelten Wissenschaftler – basierend auf der Struktur von Bambus – etwa den „technischen Pflanzenhalm“. Der recycelbare Baustoff aus Kunststofffasern ist belastbarer als Stahlbeton und leichter als Aluminium.

Noch in der Entwicklung ist die künstliche Schlangenhaut. Martina J. Baum von der Kieler Christian-Albrechts-Universität forscht zu einer von Schlangen inspirierten „mikrostrukturierten Polymeroberfläche“. Außen ist die Haut steif und hart, innen weich und flexibel. Die Belastung – ruckartige Bewegungen der Schlange – verteilt sich gleichmäßig. Künstliche Schlangenhaut könnte vor Verschleiß schützen und häufige Wartungen reduzieren.

Zur Eröffnung der Dauerschau haben die Wände einen neuen Anstrich bekommen, das Foyer wurde umgestaltet: Die neuen Hocker greifen die Wabenform der Erklärtafeln auf. In der ebenfalls aufgepeppten Regenwaldschule lässt es sich nun noch besser forschen. Neu sind auch einige Nachbarn der tierischen Biosphären-Bewohner: Goldkopflippfische und Marlinfische sowie Ziegensittiche, Seramas Zwerghühner und Pracht-Rosella sind eingezogen.

Von Ricarda Nowak

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