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Potsdam Die Welt zum Anfassen in Potsdam
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11:47 02.10.2015
Tasten im Sinnesgarten. Quelle: privat
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Babelsberg

Tasten, schmecken, riechen. Die Bewohner der Oberlin-Einrichtungen in Babelsberg entdecken den neu gestalteten Sinnesgarten auf dem Hof zwischen Taubblinden-Schule, Feierabend- und Hertha-Schulz-Haus mit Händen, Füßen, Mund und Nase. Am Freitag wurde der erste Bauabschnitt des spendenfinanzierten Erlebnisraumes für Taubblinde und Hörsehbehinderte eröffnet.

Das sind die Sensationen zum Herbst

Die Herbstsensation ist das frisch bepflanzte Hochbeet. Hier wachsen verschiedenenblättrige Pflanzen, deren unterschiedliche äußere Beschaffenheit haptisch entdeckt werden kann. Der intensive Geruch von Heidekraut und Gewürzpflanzen wie Rosmarin und Salbei breitet sich aus. Die sich dominierend über den Campus schwingende Duftbank ist unterfahrbar und somit auch für Rollstuhlfahrer zu erreichen. Ausschließlich ungiftige Pflanzen wurden hier gesetzt, damit die Forschungsobjekte auch gefahrlos in den Mund genommen werden können. Am Ende der erhöhten Beetfläche schließt sich ein per Knopfdruck auslösender Wasserspender an, der einen Wasserlauf in Form einer stilisierten Nuthelandschaft nährt.

Wie in der Gesamtgestaltung der Anlage nimmt Landschaftsarchitektin Anja Möller, die den Sinnesgarten konzipierte, hier Heimatelemente auf, die begleitend vermittelt werden sollen. Der Lamellenabstand am Gerätehaus und die Rhythmik der Bauelemente der sanierten historischen Gartenmauer zitieren subtil die Babelsberger Geschichte. Eine „Kuhbank“ mit variierender Reliefierung und eingebauten drehbaren Glaskugeln erinnert an die Viehdrift der Neuendorfer Bauern. Ist der Sinnesgarten einmal fertig, werden Nowaweser Obstbäume und eine Biberburg zum Klettern das Bild komplettieren. Versatzstücke dieser Idee finden sich kleinteilig in allen Elementen. So ist der Wasserlauf zum Beispiel staubar, die Bodenkachelung wird unterbrochen durch Minikubaturen von Brandziegeln, die Bewohner und Mitarbeiter selbst gestaltet haben.

Viele Menschen und Firmen unterstützen Projekt

Mehr als 100000 Euro sind bisher in die Erschließung des Sinnesgarten geflossen – ausschließlich spendenfinanziert. Rund 15000 Euro kamen allein bei einer Spendenaktion der MAZ zusammen. Viele Potsdamer, ansässige Firmen, Stiftungen und Initiativen unterstützen das Projekt. Erst am Donnerstag fand zuletzt ein Benefizkonzert mit Musik von Strauss und Brahms statt. Die insgesamt benötigten Baukosten beziffert Stefanie Hahn von der Oberlinstiftung auf 200000 Euro. Die grundlegenden Sanierungen und Erschließungsarbeiten am historischen Standort sind weitgehend abgeschlossen. Nun geht es daran, das didaktische Konzept eines spielerischen Sinnestrainings durch die Errichtung von Spezialanfertigungen zu komplettieren. In die Mauer werden „Fingerpfade“ eingearbeitet, die mit unterschiedlichen Böden, wie Kies, Sand, Erde oder Holzschnitzeln, versehenen „Garten-Zimmer“ erhalten Ruhe- und Lernmöbel. Am Ende sollen Hecken den Sinnesgarten einfrieden. Drei Jahre hat die Entwicklung der Fläche bisher gedauert. Stefanie Hahn und ihre Kollegin Judith Saatmann vom Oberlinhaus hoffen, dass die Spendenbereitschaft anhält und die Fertigstellung vor Ablauf weiterer drei Jahre gelingt.

Von Marcel Kirf

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