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Potsdam Die Wunschliste der Mitarbeiter
Lokales Potsdam Die Wunschliste der Mitarbeiter
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20:05 26.09.2017
Eine Mitarbeiterin trägt am 5. Juli zur Protestkundgebung die Urne mit den Wünschen der Belegschaft zum Rathaus. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Mehr Personal, eine Mindestbesetzung auf den Stationen und die Entlastung von Nebentätigkeiten wie Putzen, Wäschewaschen und Küchenarbeiten stehen ganz oben auf der Wunschliste des Pflegepersonals am Klinikum „Ernst von Bergmann“. Das hat das Rathaus in der Antwort auf eine kleine Anfrage der Fraktion Die Andere mitgeteilt.

Am 5. Juli hatten Mitarbeiter des Klinikums am Rande einer Protestkundgebung eine Urne mit Wünschen aus der Belegschaft an Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) übergeben. 59 der insgesamt 165 Wünsche betrafen laut Rathaus mehr Personal, Mindestbesetzung und Entlastung von Nebentätigkeiten. In weiteren 47 Wünschen geht es um mehr Geld, eine Angleichung an den West-Tarif des öffentlichen Dienstes und um volle Wechselschichtzuschläge, bei 13 um eine Rückkehr in den Kommunalen Arbeitgeberverband.

Zehnmal wurde der Wunsch auf Reduzierung der regulären Wochenarbeitszeit von 40 auf 38 oder 38,5 Stunden geäußert. Ebenfalls mehrfach geäußert wurde der Wunsch nach regelmäßigen Pausen/Pausen ohne Unterbrechung (7), besseren Arbeitsbedingungen (8), verbindlichen Dienstplänen (3) und mehr Zeit für Pflege und Patienten (3).

Die Auflistung der Wünsche sei an die Geschäftsführung des Klinikums übergeben worden, da die Umsetzung in der Verantwortung des Klinikums liege, schreibt die Verwaltung. Nur teilweise beantwortet wird in dem Schreiben die Nachfrage der Anderen, welche Wünsche bis wann und in welchem Umfang, welche Wünsche hingegen nicht erfüllt werden sollen.

Zur Personalfrage heißt es mit Bezug auf das Klinikum und den dazu gehörenden Potsdamer Bereich des Klinikums Westhavelland, die Anzahl der Vollkräfte in Pflege und pflegenahen Berufsgruppen sei von 737 im Jahr 2007 auf 958 im Jahr 2016 erhöht worden. Zur Tarifangleichung wird mitgeteilt, dass allen nicht-ärztlichen Mitarbeitern durch die Geschäftsführung freiwillig eine Erhöhung der Tarifentgelte um insgesamt acht Prozent bis 2018 angeboten worden sei, weil „derzeit keine Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi geführt werden“ könnten.

Eine Rückkehr in den Kommunalen Arbeitgeberverband sei wegen bundesweit unterschiedlicher Vergütung von Krankenhausleistungen „wirtschaftlich nicht umsetzbar“. Zur regulären Wochenarbeitszeit heißt es, am Klinikum gelte „wie im Tarifgebiet Ost für eine Vollzeitstelle die 40-Stunden-Woche“. Unabhängig davon sei es den Mitarbeitern möglich, in Teilzeit zu arbeiten.

Die Antwort von Stadt und Klinikum auf die Anfrage der Anderen ist die erste offizielle Reaktion auf die Wunschliste der Mitarbeiter. In der vergangenen Woche hatte die Geschäftsführung des Klinikums nach MAZ-Recherchen bestätigt, dass es auf den Stationen wegen personeller Engpässe immer wieder zu Überlastungs- und Gefährdungssituationen kommt. Eine Krankenschwester hatte im Interview mit der MAZ berichtet, was der bundesweite Pflegenotstand für Personal und Patienten bedeutet.

Von Volker Oelschläger

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