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Potsdam Die bewegende Geschichte eines Frühchen
Lokales Potsdam Die bewegende Geschichte eines Frühchen
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12:43 04.06.2016
Das letzte Fläschchen im Potsdamer Klinikum: Lucas darf endlich nach Hause! Quelle: Klinik
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Potsdam

Die ersten 98 Tage hat sich der kleine Lucas ins Leben gekämpft – mit der Hilfe seiner sorgenden Eltern, den speziell ausgebildeten Kinderkrankenschwestern und Kinderärzten (Neonatologen). Nach dieser Zeit des Hoffens und Bangens kann Lucas nun endlich mit seinen Eltern nach Hause und die Welt außerhalb des Klinikums „Ernst von Bergmann“ erobern. „Der 4. Juni ist so etwas wie der zweite Geburtstag unseres Sohnes“, da sind sich die Eltern von Lucas aus Potsdam einig.

Am Sonntag, dem 28. Februar 2016, ist Lucas mit nur 380 Gramm Geburtsgewicht in der 26. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt zur Welt gekommen. Ab diesem Tag war der Inkubator fast 100 Tage sein neues, beschützendes Zuhause.

Verabschiedung von 98 Tagen beim Ärzte und Pflegeteam (v.l.n.r: Dr. Johannes Trapp, Facharzt auf der Neonatologie, Jördis Brandt, Fachkrankenschwester und Elternbegleiterin, Prof. Dr. Thomas Erler, Ärztlicher Leiter). Quelle: Klinik

„Lucas ist das kleinste Frühchen, das wir hier in der Klinik jemals behandelt haben. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, den kleinen Lucas heute nach Hause zu entlassen, vor allem weil die bisherige Entwicklung ohne schwerwiegende dauerhafte Schädigung verläuft“, freut sich der Ärztliche Direktor des Klinikums, Thomas Erler. „Doch der Weg bis zur heutigen Entlassung war für Lucas ein harter Überlebenskampf, den er gemeistert hat. Es ist für mich jeden Tag aufs Neue motivierend zu sehen, welcher Lebenswille in diesen zierlichen kleinen Frühchen steckt.“

Lucas wurde 24 Stunden intensiv überwacht

In den ersten zwölf Wochen musste Lucas lange künstlich beatmet und künstlich ernährt werden. Zudem wurde er im Inkubator 24 Stunden täglich intensiv überwacht und therapiert. Doch diese Zeiten im Inkubator und später im Wärmebett sind für die Familie nun Vergangenheit. Am Freitag konnten seine Eltern Lucas endlich mit nach Hause nehmen – mit einem Gewicht von stolzen 1845 Gramm.

Das Team des Klinikums wünscht Lucas und seinen Eltern alles Gute für die weitere Zukunft. Die Verbindung zu Lucas geht jedoch mit der Entlassung nicht ganz verloren. Er wird mindestens die kommenden zwei Jahre intensiv durch Ärzte und Therapeuten des Sozialpädiatrischen Zentrums in Potsdam weiter betreut und begleitet.

Das Frühchen Lucas aus Potsdam. Quelle: Klinik

Wer drei Wochen zu früh kommt, gilt als Frühchen

Im Potsdamer Standort des Klinikums Westbrandenburg werden pro Jahr bis zu 200 Frühgeborene behandelt. Mit den Qualitätsergebnissen in der Behandlung von Frühgeborenen nimmt das Klinikum einen vorderen Platz im Bundesdurchschnitt ein. Bei der Qualitätsindikation „Überleben von sehr kleinen Frühgeborenen ohne schwere Erkrankung“ findet sich das Potsdamer Klinikum bundesweit an Platz 9 von 162 Kliniken wieder.

Ein Kind gilt als Frühgeborenes, wenn es vor Abschluss von 37 Schwangerschaftswochen geboren wird – also mindestens drei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. Wenn ein Kind vor der 32. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommt, wiegt es in der Regel weniger als 1500 Gramm.

Von MAZonline

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