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Potsdam Die fesche Flora wird aufgehübscht
Lokales Potsdam Die fesche Flora wird aufgehübscht
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18:58 11.08.2016
42 Quadratmeter überspannt das Gemälde von Johann Harper (1688–1746) im Vestibül des Schlosses. Quelle: dpa
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Sanssouci

Der Schlösserchef musste ganz schön den Kopf einziehen. Hartmut Dorgerloh – stolze 1,84 Meter groß – wäre sonst mit seinem Haarschopf unweigerlich an Johann Harpers Deckengemälde „Flora mit Genien“ im Vestibül des Schlosses Sanssouci angestoßen. Das 1746 geschaffene Werk wird seit Januar restauriert. Die Arbeitsplattform, die man über ein Gerüst mit Treppen erreicht, befindet sich ziemlich nahe an er Decke. Der ursprüngliche Auftraggeber der „Flora“ dürfte mit dem geringen Abstand zwischen Plattform und Bild allerdings kaum Probleme gehabt haben: Friedrich der Große war nur geistig ein Riese.

In seinem Ohne-Sorgen-Schloss sorgte sich Friedrich um jedes Detail. Die Künstler waren natürlich höchstpersönlich von ihm ausgewählt. Das ursprünglich vom Ehrenhof zugängliche Vestibül diente als Empfangssaal des Schlosses. 42 Quadratmeter groß ist das Werk des Schweden Johann Harper. Direkt auf den Deckenputz gemalt, zeigt es die römische Göttin Flora mit Schutzgeistern, die Blumen und Früchte vom Himmel streuen. Leider kam das Gemälde nicht nur mit der Götterwelt in Berührung, sondern mit dem etwas viel Weltlicherem: Aufgrund des Holzschutzmittels Hylotox, mit dem in den 1980er Jahren die Deckenbalken des Dachbodens behandelt wurden, hatten sich bräunliche „Inseln“ gebildet. Außerdem hatte man die fesche Flora und ihre Gefährten auf unsensible Weise übermalt. In der Folge platzten Stellen ab. Die hohe Luftfeuchtigkeit in dem Vestibül, wo ein großer Besucherandrang herrscht, taten ein Übriges.

Der Generaldirektor der Schlösserstiftung Hartmut Dorgerloh (r.) erklärt im Vestibül des Schlosses Sanssouci die Restaurierungsarbeiten am Deckengemälde „Flora mit Genien“. Das 42 Quadratmeter große Bild von Johann Harper (1688-1746) wurde direkt auf den Deckenputz gemalt und wird bis zum Oktober restauriert. Quelle: dpa

Das alles ist jetzt aber Geschichte – Fortunas Füllhorn sei Dank. Die Stiftung Pro Sanssouci beteiligte sich mit 20 000 Euro an den Restaurierungskosten in Höhe von 95 000 Euro. Bis Oktober sollen die Gerüste abgebaut sein, so dass die Blumen-Göttin dann in neu erstrahlender Schönheit auf die Besucher herabblicken kann. Schon jetzt haben die Arbeiten lang verborgene Facetten ans Licht gebracht. „Es sind Allegorien des Windes aufgetaucht“, wies Restaurator Andreas Liebe auf die enthüllten Geheimnisse des Flora-Gemäldes hin.

Schlösser-Direktor Heinz Berg und Chefrestaurator Hans-Christian Klenner zeigten sich ebenso als Flora-Fans wie Schlösserchef Dorgerloh, der über das Kunstwerk schwärmte: „Ich finde es ganz toll, weil es den Himmel aufreißt“, erklärte er die Grundidee des Gemäldes. Wenn man das Vestibül betritt, fühlt man sich nicht wie in einem geschlossenen Raum, sondern dank des Himmelszeltes an der Decke fast wie im Freien.

Von Ildiko Röd

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