Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Die sieben Raben vom Schlangenfenn

MAZ zu Hause in ... Waldstadt II Die sieben Raben vom Schlangenfenn

Die märchenhafte Brunnenstele „Die sieben Raben“ von Rudolf Böhm in der Waldstadt II hat einen neuen Platz gefunden. Aufgestellt wurde die gut zwei Meter hohe Sandsteinskulptur 1987 zunächst vor der Kaufhalle an der heutigen Straße Zum Teufelssee.

Voriger Artikel
Mit Red-Bull-Dosen statt Geld bis nach Paris
Nächster Artikel
Potsdam am Dienstag: Das ist heute wichtig

Rudolf Böhm mit seiner Sandsteinskulptur „Die sieben Raben“ in der Straße Am Schlangenfenn.

Quelle: Foto: Volker Oelschläger

Potsdam/Waldstadt. Als der Bildhauer Rudolf Böhm (74) die Brunnenstele über das Märchen „Die sieben Raben“ schuf, war die neu gebaute Waldstadt II schon zum größten Teil bewohnt. Aufgestellt wurde der gut zwei Meter große Sandsteinblock mit dem dicht flatternden Schwarm, dem unglücklichen Vater, dessen unbedachte Verwünschung die Söhne in Vögel verwandelte, und der Tochter, die ihre Geschwister später einmal beherzt in die Menschenwelt zurückholen sollte, im Spätsommer 1987 vor der Kaufhalle an der Ecke der heutigen Straßen Am Schlangenfenn/Zum Teufelssee.

Zu Füßen des Mädchens ist eine Öffnung in den Stein gebohrt, doch Wasser sollte nie heraussprudeln: „Das hat leider nicht funktioniert, weil die Leute, die dafür zuständig waren, ihren Teil nicht geliefert haben“, sagt der Bildhauer. Dass ihm die Gestaltung der Sandsteinskulptur vom damaligen VEB Umweltgestaltung und Bildende Kunst (UBK) bei freier Themenwahl angetragen wurde, hing damit zusammen, dass Böhm bereits Erfahrungen mit Brunnenfiguren hatte. Acht dieser Brunnen hat er insgesamt geschaffen, mehrere davon gemeinsam mit Walter Rentzsch, der auch an den „Sieben Raben“ mitwirkte.

Ein einziger seiner Brunnen führt noch heute Wasser. Der 1977 aufgestellte„Kleine Bacchusbrunnen“ am Brandenburger Platz ist sicher auch die populärste Schöpfung Böhms im Potsdamer Stadtbild, der für sein langjähriges Wirken als Restaurator 2012 mit dem Eintrag ins Goldene Buch der Landeshauptstadt geehrt wurde. Von 1968 bis 2006 war er Leiter der Skulpturenwerkstatt der heutigen Stiftung Schlösser und Gärten. Auch „Die sieben Raben“ meißelte er dort – in Feierabendarbeit.

Kunst im öffentlichen Raum

Mit dem Bau der Wohngebiete Waldstadt I und II entstand eine Vielzahl an Kunstwerken für den öffentlichen Raum, die nur zum Teil erhalten geblieben sind.

Im Auftrag der Stadt werden heute noch drei dieser Kunstwerke regelmäßig gewartet – neben den „Sieben Raben“ der 1987 gestaltete „Keiler“ vor dem gleichnamigen Restaurant ein Vogel aus Beton von Horst Misch aus dem Jahr 1983 in einer Grünanlage an der Straße Zum Jagenstein.

Dass die Raben beim Umbau des Karrees – die Kaufhalle fiel und wurde durch einen Wohnblock mit Supermarkt im Parterre ersetzt – 2013 im Depot verschwanden, erfuhr Rudolf Böhm erst, als man sie im August 2015 eine Ecke weiter wieder aufstellte. „Jetzt gefällt mir ganz gut, wie es ist“, sagt der Bildhauer. „Restaurierungswürdig“ seien vielleicht die abgeschlagenen Nasen des Mädchens und des Vaters, „aber die waren schon vorher kaputt“.

Von Volker Oelschläger

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam
Potsdams Innenstadt - vor und nach dem Krieg

Der 14. April 1945 ist ein sonniger, warmer Frühlingstag – ein Sonnabend.  Um 22:15 Uhr ertönen die Sirenen, Bomben fallen auf Potsdam und wenig später marschiert die russische Armee in Potsdam ein. Das Stadtbild ist ein anderes geworden.

Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg