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Potsdam Die unendliche Geschichte des Friedrichsparks
Lokales Potsdam Die unendliche Geschichte des Friedrichsparks
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09:10 16.03.2017
Ein weites Feld: Der Friedrichspark an der A10. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Marquardt

Auf dem Weg zum Innovationspark Potsdam, der im Gewerbegebiet zwischen Marquardt, Satzkorn und Uetz-Paaren entstehen soll, wollen die Anrainer die Marschroute mitbestimmen. Darüber ließen die Mitglieder der drei Ortsbeiräte auf einer ersten gemeinsamen Sitzung am Dienstagabend in Marquardt keinerlei Zweifel aufkommen. „Wenn wir jetzt nicht unsere Meinung sagen, wird die Planung einfach durchgezogen“, betonte Susanna Krüger, die stellvertretende Ortsvorsteherin von Satzkorn. „Wir haben nie wieder so eine große Durchschlagskraft wie in dieser Phase der Planung.“

Ein Ort für kleine und mittelständische Unternehmen

Wie berichtet, beabsichtigt die Firma „Log Real. Die Logistikimmobilie GmbH“ aus Dortmund, im nahezu brachliegenden Friedrichs­park ein Zentrum für Business und Smart Logistics zu entwickeln. Dort sollen sich laut hauseigenem Kundenmagazin „insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen aus den Bereichen Industrie, Handel, E-Commerce, Light Industrial/Light Manufacturing, Service, Logistik und Engineering“ einmieten. Bevor auf dem Areal aber überhaupt etwas geschehen kann, müssen die Stadtverordneten einen neuen Bebauungsplan erlassen – dafür ist zunächst ein Aufstellungsbeschluss nötig. In Vorbereitung darauf hört man in diesen Tagen die Beiräte der betroffenen Ortsteile an.

„Wir werden Ihre Vorstellungen aufnehmen und berücksichtigen“, kündigte Stefan Frerichs, Chef der Potsdamer Wirtschaftsförderung, beim Treffen der Ortsbeiräte an. „Wir wollen die Planung für Sie und nicht gegen Sie voranbringen.“ Die Hoffnung der Lokalpolitiker und etwa 30 interessierten Einwohner, mehr Details über das Vorhaben zu erfahren, erfüllte Frerichs allerdings nicht. „Wenn Sie wollen, kommen wir mit den Geschäftsführern wieder.“ Ihnen obliege es zu erklären, was genau sie im Friedrichspark vorhaben. Aber: „Wir haben einen sehr guten Eindruck, dass wir mit dem Entwickler einen guten und seriösen Partner gefunden haben“, so Frerichs. „Es handelt sich um ein sehr modernes und innovativ denkendes Unternehmen.“

Bisher sind 500 Arbeitsplätze im Gespräch

Nach aktuellem Stand soll der Innovationspark 19  der insgesamt mehr als 70 Hektar Fläche umfassen. „Vielleicht wird das Vorhaben aber auch auf die gesamte Fläche erweitert“, so Frerichs. „Bisher sind 500 Arbeitsplätze im Gespräch – wenn wir noch ein paar mehr kriegen, haben wir nichts dagegen.“

Nach Jahren des Stillstands kommt Bewegung auf die Brache – für den Marquardter Ortsvorsteher ist das eine gute Nachricht. „Der Friedrichs­park und seine unendliche Geschichte!“, sagt Peter Roggenbuck. „Wir wollen, dass es dort vorwärts geht, dass Menschen dort Arbeit finden und hier vielleicht ihr Häuschen bauen und kräftig Steuern zahlen.“ Der Marquardter Ortsbeirat stimmte dem Aufstellungsbeschluss noch am Dienstagabend zu, gab aber einige Hinweise zu Protokoll. So empfiehlt man, die Betriebszeiten im Innovationspark auf die Zeit von 6 bis 22 Uhr zu beschränken und eine Fläche für einen Supermarkt zu reservieren – den wünschen sich die Einwohner rund um den Friedrichspark schon seit mehr als zwei Jahrzehnten.

Satzkorn ist am stärksten betroffen – und am engagiertesten

Dem umfassenden Ergänzungsantrag, den der Ortsbeirat von Satzkorn in die Diskussion eingebracht hat, folgten die Marquardter allerdings nicht. „Wir wollen nicht zu viel Druck machen und den Investor womöglich verjagen“, begründet Roggenbuck die Zurückhaltung. Satzkorn wäre von den Auswirkungen des Parks am stärksten betroffen und entsprechend engagiert. Der Ortsbeirat tagt am Donnerstagabend, 16. März. Beginn der öffentlichen Sitzung im Ortsteilbüro in der Dorfstraße 2 ist um 19 Uhr. „Wir wollen jetzt so viele Details wie möglich festlegen, damit daran nicht mehr gerüttelt werden kann“, sagt Susanna Krüger. Die Nachbarn in Uetz-Paaren haben ihre Sitzung für den 28. März angesetzt.

Viele Pläne für den Friedrichspark

Der Friedrichspark zwischen B 273 und A 10 im Potsdamer Norden bringt es nicht nur auf eine Größe von 76 Hektar, sondern auch auf eine stattliche Reihe von Ideen, die dort aber nie umgesetzt wurden.

Bereits 1993 verabschiedeten die damals eigenständigen Anrainergemeinden Uetz-Paaren, Satzkorn und Marquardt einen Bebauungsplan, der die Nutzung der Fläche detailliert regelte.

Dagegen klagte die Landeshauptstadt, die den Handel in der Innenstadt in Gefahr sah, sollte am Stadtrand ein riesiges Einkaufszentrum entstehen.

Vor einem abschließenden Urteil wurden die Pläne geändert. So strebte man statt eines Einkaufszentrums ein Mix aus Hotels, Tagungsstätten, Groß- und Autohandel sowie Schwimmbad an.

Mit der Eingemeindung von Uetz-Paaren, Satzkorn und Marquardt im Jahr 2003 wanderten die Pläne ins städtische Bauamt. Dennoch kursierten weiter Ideen, im Jahr 2006 zum Beispiel wieder die eines Einkaufszentrums mit 22 000 Quadratmetern Handelsfläche.

Auch der Plan, aus dem Friedrichspark ein Logistikzentrum zu machen, ist nicht neu. 2012 machte die Idee Schlagzeilen, eine 100000 Quadratmetern große Lager- und Lieferhalle zu bauen. Gegen die Megahalle formierte sich die Bürgerinitiative „Friedrichs Acker“.

Heute steht das Gewerbegebiet nahezu leer. Die Fläche gehört allerdings nicht der Stadt, sondern befindet sich in privater Hand. bos/nf

Von Nadine Fabian

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