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Potsdam Tausende Besucher pilgern zum Umweltfest
Lokales Potsdam Tausende Besucher pilgern zum Umweltfest
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19:42 16.09.2018
Alle in einem Boot, wenn auch auf dem Trockenen: Potsdams Kultur-Beigeordnete Noosha Aubel und der Geschäftsführer der städtischen Immobilienholding Pro Potsdam, Jörn-Michael Westphal, testen ein Kayak auf dem Umweltfest im Volkspark. Quelle: Fotos: MArtin Müller
Potsdam

Das Umweltfest im Volkspark lockte gestern tausende Besucher an. Bei strahlender Herbstsonne konnten sie sich über Klimaschutz informieren und noch einmal den Kandidaten zur am kommenden Wochenende anstehenden Oberbürgermeisterwahl lauschen.

Potsdams Sozialbeigeordnete Noosha Aubel (parteilos) war mit von der Partie. Sie interessiert sich vor allem für zukunftsfähige Mobilität in der Stadt. „Ich fahre selbst hauptsächlich mit dem Fahrrad“, sagt Noosha Aubel, „im Rathaus gibt es längst auch Dienst-Elektroräder, die wir leihen können.“ Für die Beigeordnete ist klar, dass der Weg vom Autoverkehr wegführen müsse: „Das ist parteiübergreifend Konsens.“ Eine Möglichkeit, künftig auf das eigene Kraftfahrzeug zu verzichten, könnten die im Bornstedter Feld geplanten autonom fahrenden Mikrobusse sein.

Michael Ortgiese ist Professor an der Potsdamer Fachhochschule. Er forscht am Selbstfahr-Projekt und ist zuversichtlich, dass die erste Testphase wie geplant 2019 starten kann. „Wir haben gerade den zweiten Förderantrag beim zuständigen Bundesforschungsministerium eingereicht und hoffen auf eine weitere Unterstützung“, sagte Michael Ortgiese. Bis Ende November werden die Anträge evaluiert, anschließend soll die Entscheidung erfolgen. In der bisherigen Forschungsphase wurde das Bus-Projekt bereits mit 100 .000 Euro unterstützt. Perspektivisch sollen die autonomen Minibusse, die bis zu 16 Fahrgästen Platz bieten, als Zubringer für die Tram fungieren. „Es ist absolut wesentlich, dass wir den bestehenden öffentlichen Nahverkehr mit anderen Angeboten verzahnen“, sagte der Geschäftsführer der Potsdamer Verkehrsbetriebe Martin Grießner.

Auch bei der Talkrunde der Oberbürgermeisterkandidaten herrschte Konsens in Sachen Klimaschutz, einzig der Weg dahin blieb strittig. Eingeladen hatten der Potsdamer Solarverein und das Energieforum. Die Kandidaten Janny Armbruster (Grüne), Martina Trauth (Linke), Götz Friederich (CDU), Mike Schubert (SPD) und Lutz Boede (Andere) debattierten über das Für und Wider von Fassadendämmung, die Umlage von Erschließungskosten und die grundsätzliche Ausrichtung der Stadtpolitik. Dennis Hohloch (AfD) habe nicht auf die Anfrage reagiert, so die Organisatoren.

Der kommende Stadtchef – oder die künftige Oberbürgermeisterin – muss im Lauf der achtjährigen Amtszeit nicht weniger als zwölf Prozent des Energieverbrauchs und 25 Prozent der CO2-Emissionen reduzieren, um die Klimaziele der Stadt erreichen zu können. Mike Schubert sagte, man müsse „es hinbekommen, beim drängenden Problem der Wohnraumbeschaffung auch den Klimaschutz mitzudenken.“ Seine Gegnerin im Wahlkampf, Linkenkandidatin Martina Trauth sagte: „Wir müssen energetische Gebäudesanierung vorantreiben und fördern, die städtische Flotte auf E-Autos umrüsten und den ÖPNV stärken, um so CO2 zu reduzieren.“ Alle befanden: Wer auch immer die Wahl gewinnt, muss dafür sorgen, dass Potsdam auch für die Kinder und Kindeskinder der heutigen Wähler lebenswert bleibt.

Zumindest an der Debatte zeigten diese Kinder wenig Interesse. Sie beschäftigten sich lieber mit den zahlreichen Attraktionen, die das Umweltfest ihnen bot: Stockbrot backen, Esel streicheln und Bio-Saft pressen. Der acht Jahre alte Julian Müller jedoch möchte dringend noch einmal zu einem der Partei-Stände. Das liegt aber weniger an den Inhalten: „Dort gibt’s nämlich Luftballons.“

Von Saskia Kirf

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