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Potsdam „Dies ist ein Geschenk“
Lokales Potsdam „Dies ist ein Geschenk“
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18:24 19.05.2016
Neudeuterinnen Ira von Kunhardt, Kiki Gebauer, Annette Paul und Renata De Freitas Martins (v.l.n.r.) mit zwei Stoffmodellen von Tom Korn vor der alten Fachhochschule. Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger
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Innenstadt

„Ist das Stadt oder kann das weg“ ist der Titel einer Kunstausstellung, die Zwischentöne in die festgefahrene Debatte um den Umgang mit markanten Gebäuden aus der DDR-Zeit bringen soll. „Wir sind hier nicht kategorisch gegen etwas“, sagte die Potsdamer Künstlerin Annette Paul am Mittwoch bei der Vorstellung des Projekts. Sie gehört zu den Gründerinnen des „Neudeuter“-Kuratorinnenteams, das sich vor sechs Wochen formierte.

In der Ausstellung, die am 28. und 29. Mai im Schaufenster der alten Fachhochschule gezeigt wird, gibt es ein Wiedersehen mit Objekten, die bereits im Rahmen anderer Ausstellungsprojekte gezeigt wurden. Anna Werkmeisters Videoarbeit „Dasein“ gehört dazu, bei der sich eine weiße Fläche mit winzigen schwarzen Quadraten füllt, bis das Weiß komplett zu Schwarz geworden ist – und umgekehrt. Kiki Gebauer zeigt ihre „Stützen Preußens“ – an der Wand lehnende weiße Bretter, deren bunte Unterseite von der Wand reflektiert wird.

Tom Korn ist mit Modellen des Terrassenrestaurants „Minsk“ und der Brauhausberg-Schwimmhalle aus Plüsch dabei, daneben zeigt er einige Blätter seines Siebdruckkalenders, der Motive der Potsdamer Ost-Moderne künstlerisch umsetzt. Kathrin Ollroge zeigt großformatige Abbildungen ihrer Fotodokumentation über Bewohner des Blocks am Staudenhof.

Birgit Cauer bringt die Installation mit, die sie vor zwei Jahren als Ersatz für die zur Bundesgartenschau 2001 stillgelegte „Wasserharfe“ am Staudenhof aufbaute. Keine Genehmigung gab es laut Gebauer für den ihren Schriftzug „Ceci est un cadeau“ (Dies ist ein Geschenk) an der Fassade der Fachhochschule, der mit dem Schriftzug „Ceci n’est pas un château“ (Dies ist kein Schloss) von Annette Paul am Landtagsschloss korrespondieren sollte.

In der Ausstellung gibt es eine Werkstatt für Besucher mit Mal- und Bastelmöglichkeiten zur Stadtgestaltung. Präsentiert werden zudem Ergebnisse aus Werkstätten der Initiative „Potsdamer Mitte neu denken“, darunter Entwürfe von Besuchern zur Neugestaltung der alten Fachhochschule etwa mit Engelsfiguren am Dachgesims, mit barocken Putten und Vasen auf dem Dach oder auch einfach mit einer zusätzlichen Etage. Kommentar dazu: „höher als schloss, weil gleich hoch nervt“.

Info F.-Ebert-Straße 4, Sa, 28. Mai, ab 20.30 Uhr, So, 29. Mai, 10 bis 21 Uhr.

Von Volker Oelschläger

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