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Potsdam Diese Dörfler haben Feuer gefangen!
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19:55 22.07.2016
Vereinsgründerin Manuela Mentzel und Wehrleiter Dennis Kroop vor der Wache in Uetz. Quelle: Christel Köster
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Uetz

Zuletzt gab es von den fünf Feuerwehrmännern der Uetzer Wache nur noch den Wehrleiter – quasi eine Ein-Mann-Wache. Im Falle eines Brandes hätte sie nicht viel ausrichten können. Die Dorffeuerwehr von Uetz stand vor dem Aus.

Die Feuerwehr wieder aufbauen

Für den langjährigen Feuerwehrmann Dennis Kroop (33) niederschmetternd. Mit seiner Familie war er 2010 von Bornstedt nach Uetz gezogen und nahm sich des Problems an. Mit dem damaligen Wehrführer überlegte er, wie man die Feuerwehr wieder aufbauen kann. Sein Ziel war es, wieder mehr Menschen für das Ehrenamt der Feuerwehr zu gewinnen. Seit März 2015 ist er nun der Ortwehrführer der Freiwilligen Feuerwehr aus Uetz. Mittlerweile umfasst die Mannschaft mit dem Wehrleiter neun Personen, davon eine Frau und ein Mitglied aus dem Nachbarort Paaren. Über die Beteiligung der Paarener an der Nachbarschaftsfeuerwehr freut sich Manuela Mentzel besonders. Auf diese Weise können die Dörfer vielleicht ein wenig zusammenrücken, überlegt sie. Manuela Mentzel gründet gerade einen Förderverein, mit dem sie der Feuerwehr den Rücken stärken möchte.

1998 zog sie in das kleine Dorf und musste mit ansehen, wie die ohnehin schon kleine Wache schrumpfte. Für Manuela Mentzel war klar, dass sie die Kameraden der Freiwillige Feuerwehr unterstützen möchte. Sie wolle sich gar nicht vorstellen, was passiere, wenn es in der Ortschaft brenne und erst die Feuerwehr aus der Stadt anrücken müsse. „Die Einwohner hier in Uetz haben sich mit ihren Heimen ihre Rente hingestellt. Es wäre doch schade, wenn die Häuser niederbrennen würden, nur weil keine Wehr in der Nähe ist“, sagt sie.

Ein Verein zur Unterstützung

Für Dennis Kroop gehörte die Arbeit der Feuerwehr immer zum Leben dazu, seit 20 Jahren. Aber auch für den Weggang seiner vorigen Kameraden hat er Verständnis. „Da kommt ein neues Hobby, die erste Freundin oder ein Job in einer anderen Stadt“, sagt er. „Aber für mich“, offenbart er seine Leidenschaft, „gehört eine Freiwillige Feuerwehr einfach zum Dorfleben dazu“. Für Manuela Mentzel stellte sich die Frage, wie sie der Feuerwehr helfen kann. In die Wehr eintreten wie Dennis Kroop in Uetz, kam für die 54-Jährige nicht in Frage. „Ich bin ja nicht so fit wie die anderen“, sagt sie und lacht. Die andere Möglichkeit war ein Förderverein. Da die Freiwillige Feuerwehr nicht über eigene finanzielle Mittel verfügt, sah sie hier die Lösung zur monetären Unterstützung. „Mit Kuchenbasaren oder ähnlichem“, überlegt sie laut. Seit April dieses Jahres hat sich die gebürtige Falkenseerin mit der Gründung auseinandergesetzt. Während des Gründungsprozesses stellte Mentzel fest, dass sie nicht die einzige Dorfbewohnerin ist, die der Feuerwehr helfen möchte. Und das, obwohl die Uetzer anfänglich etwas reserviert waren, wie sie erzählt und „jeder so sein eigenes Ding machte“.

Von einer gewissen Zurückhaltung kann auch Dennis Kroop berichten. Er vermisste nach seinem Umzug nach Uetz ein wenig Engagement der Bürger. Das könne er aber gut verstehen, erzählt er. Die Ortsfeuerwehr stand schließlich vor der Schließung. „Dann kommt jemand und bringt frischen Wind mit“ lässt Kroop den Satz im Raum stehen. „Dann sind die Menschen ein wenig skeptisch, ob das funktioniert und vielleicht auch gefrustet, warum das damals nicht geklappt hat“, fügt er hinzu. „Aber es muss nur erst mal jemand anfangen, dann werden die anderen Bewohner auch mutiger und kommen dazu.“

Hoffnungsvoll in die Zukunft

Ebenso froh ist Kroop, dass er und seine Kameraden durch den Verein Unterstützung erhalten werden. 19 Personen haben sich zusammengefunden, die den Verein mitbegründen wollen. Manuela Mentzel und Dennis Kroop hoffen, dass die Vereinsgründung zum Ende des Jahres vollzogen ist. Beide wünschen sich von dem Verein auch eine Stärkung des Gemeinschaftslebens unter den Dörfern Uetz und Paaren. Erste Zusammenarbeiten vom Ortsbeirat und der Feuerwehr Uetz hat es bereits beim Osterfeuer und dem Martinsfest 2015 in Paaren gegeben. „So“, sagt Manuela Mentzel, „kann es vielleicht in Zukunft aussehen“.

Von Lisa Neumann

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