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„Diese Schule ist mein Zuhause“

MAZ zu Hause ... Am Stern „Diese Schule ist mein Zuhause“

Irmtraud Krüger leitet die Zweigstelle der städtischen Musikschule „Johann Sebastian Bach“ auf dem Campus Am Stern. Mit dem Unterrichtsschwerpunkt für Popularmusik, mit Jazz und Pop und Bandprobenräumen ist das Haus 2 der Musikschule Anlaufpunkt für Schüler aus dem ganzen Stadtgebiet.

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Irmtraud Krüger im Schlagzeugstudio der Musikschulfiliale auf dem Campus Am Stern.

Quelle: Volker Oelschläger

Potsdam. Mit Irmtraud Krüger kam die Musik zum Stern. Die 61-Jährige ist Leiterin des Hauses 2 der städtischen Musikschule „Johann Sebastian Bach“, das 2011 im komplett sanierten Gebäude der früheren Grundschule „Wilhelm Busch“ auf dem Schulcampus eröffnet wurde.

Aufgewachsen im Oderbruch, bekam sie als Achtjährige in Frankfurt (Oder) zunächst Mandolinenunterricht, wechselte aber ein Jahr später zur Violine: „Mein Lehrer sagte mir, mit der Geige hätte ich eher die Chance, im Orchester etwas zu werden.“ Dabei hatte sie schon als Schülerin ganz andere Pläne: „Mit der Aufnahme an die Musikschule stand für mich fest, dass ich unbedingt Geigenlehrerin werden will ganz speziell für Kinder und Anfänger.“

Irmtraud Krüger ging ab der siebenten Klasse an die Musik-Spezialschule „Hanns Eisler“ in Berlin und studierte dann in Leipzig. Seit 1978 unterrichtete sie an der damaligen Bezirksmusikschule „Gebrüder Benda“ in Potsdam, die 1990 von der Stadt übernommen wurde. 1993 übernahm sie die Leitung der Zweigstelle am Johann-Strauß-Platz in Babelsberg, die 2011 zum Stern umzog. „Diese Schule ist mein Zuhause, mein Baby sozusagen“, sagt die Leiterin.

Die Vorgeschichte des Umzugs war teils abenteuerlich. In Erinnerung ist der Schock, als kurz vor dem Termin im Bildungsausschuss bekannt wurde, dass das Geld für neue Möbel aus dem Haushaltsplan verschwunden war. Die Musikschule sollte sich mit dem verschlissenen 1980er-Jahre-Mobiliar vom Straußplatz begnügen. Doch dazu kam es nicht.

Irmtraud Krüger nennt es ein „ganz großes Glück, dass wir das Haus neu möblieren konnten“. Denn nun passt alles. Die Schallisolierung der Wände sei so perfekt, dass man es auf dem Flur und nebenan nur leise hört, wenn „Big Pack“, die Musikschul-Big-Band, in voller Besetzung probt. Mit dem Kammermusiksaal gibt es nun auch eine Probemöglichkeit für das Streichorchester und andere Ensembles der Musikschule.

Die Akustik dieses Raums sei sogar besser als die des Kammermusiksaals im Haupthaus der Musikschule an der Jägerstraße: „Wenn sie hier ein Geigenkind auf die Bühne stellen, dann klingt das fantastisch.“ Wände und Fußböden sind in allen Etagen unterschiedlich gefärbt, um den Schülern die Orientierung zu erleichtern. „Es ist in diesem Haus an alles gedacht worden“, sagt sie.

Selbst unterrichtet Irmtraud Krüger noch immer die Jüngeren. „In der Regel beginnen sie mit sechs, sieben Jahren. Ich errichte das Haus und wenn es fertig ist mit Steinen und Dach, dann gebe ich es meinen Kollegen weiter, die es ausbauen können.“ Daneben hilft sie als Assistentin im Orchester „Die Saitentänzer“ mit 40 Kindern zwischen acht und zwölf Jahren und im „Streichelzoo“-Orchester mit rund 25 Kindern zwischen fünf und acht.

1400 Schüler – die Jüngsten sind im Vorschulalter, die Ältesten über 60 – werden an der Musikschule am Instrument unterrichtet. Etwa ein Drittel davon kommt zum Campus Am Stern. Viele von ihnen wohnen in der Umgebung – in Babelsberg, Am Stern, in Drewitz und im Kirchsteigfeld. Mit ihrem Unterrichtsschwerpunkt für Popularmusik, mit Jazz und Pop und Bandprobenräumen ist die Zweigstelle Anlaufpunkt für Schüler aus dem ganzen Stadtgebiet. Von den insgesamt rund 80 Lehrern der städtischen Musikschule arbeiten mehr als 50 regelmäßig auch Am Stern.

Im Wohngebiet ist die Musikschule präsent. Beispiele: Mit der Zweigbibliothek am Johannes-Kepler-Platz wird gerade eine regelmäßige „Buchvorstellung mit Musik“ vorbereitet. Neben Veranstaltungen im eigenen Haus, neben Kooperationen und gemeinsamen Projekten mit den Schulen gibt es Schülerkonzerte in der Sternkirche, bei der Potsdamer Wohnungsbaugenossenschaft PWG 1956 und im Bürgerhaus „Sternzeichen“. Der nächste Termin dort steht zum Weltkindertag am 20. September mit einem „Konzert im Café“ an.

Bildungs- und Kulturmeile

Der Campus Am Stern gilt als eines der ambitioniertesten Sanierungsprojekte in Potsdams Alt-Neubaugebieten. Kernidee war eine Bildungs- und Kulturmeile mit Schulen, Sport- und Freizeitanlagen als Ergänzung eines lebendigen Stadtteilzentrums.

Der Ausgangspunkt: Angesichts dramatisch sinkender Schülerzahlen fusionierten die benachbarten Grundschulen „Wilhelm Busch“ und „Am Pappelhain“. Das frei gewordene Gebäude nahe dem Leibnizgymnasium wurde für die Musikschule ausgebaut.

Von Volker Oelschläger

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