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Direktorin des Inselhotels wird 60

Potsdam Direktorin des Inselhotels wird 60

Als Fechterin kam Silka Kokot in den 70ern nach Potsdam. Nachdem sie das Florett an den Nagel hängte, ging sie ins Hotelfach und war Gastgeberin unter anderem in Cecilienhof. Als sie hörte, dass auf Hermannswerder ein Vier-Sterne-Haus eröffnet, sah sie ihre Chance. Seit 22 Jahren ist sie nun Direktorin des Inselhotels. Dort feiert sie heute ihren 60. Geburtstag.

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Silka Kokot ist seit Eröffnung Direktorin des Inselhotels.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Templiner Vorstadt. In drei Worten? Nein, das geht nun wirklich nicht. Burkhard Scholz, Inhaber und Geschäftsführer des Inselhotels auf Hermannswerder, hat ganz sicher mehr als tausend gute Worte für die Direktorin seines Hauses übrig. Hier die ersten einunddreißig: „Sie ist eine gute Gastgeberin und sehr kompetent, sie hat ein hohes Durchsetzungsvermögen, das für die Entwicklung unseres Hauses entscheidend war, sie ist zuverlässig, standhaft und war von Anfang an unverzichtbar.“ Vor allen Dingen aber habe er gleich Vertrauen zu Silka Kokot gefasst, als sie sich bei ihm für den Posten an der Spitze des Inselhotels vorstellte. 22 Jahre ist das her und Silka Kokot ist noch immer da. Damit ist sie eine Rarität in der Hotelbranche, in der Direktoren zwar nicht so häufig wie das Bettzeug, aber doch mit flotter Regelmäßigkeit gewechselt werden.

Sonnenschein, aber keine Geschenke

Am Sonntag feiert Silka Kokot ihren 60. Geburtstag. Wo? Im Inselhotel, ganz klar. „Ich hoffe, es scheint die Sonne“, sagt sie. Mehr Wünsche habe sie nicht. „Keine Geschenke! Ich möchte einfach nur eine schöne Zeit mit meinen Gästen verbringen – das ist mir das Wichtigste.“ Zum Empfang sind Vertreter des Hotel- und Gaststättenverbands und der Industrie- und Handelskammer eingeladen, zudem Weggefährten, Freunde, Familie „und natürlich die Mitarbeiter“.

Unter den tausend guten Worten über Silka Kokot sollte unbedingt auch das Wort „unzertrennlich“ sein. Wer sie einmal erlebt hat, wie sie die Lobby durchmisst, wie sie von der Anfahrt über die prächtige Eichenallee und den Ausblick von der Seeterrasse schwärmt, wie sie von sich und aus ihrem Leben erzählen soll und doch immer wieder beim Hotel landet, dem wird schnell klar, wie eng Silka Kokot mit dem Haus verbunden ist. „Ich bin mit dem Inselhotel verheiratet“, sagt sie. Das Hotel ist ihre Glanzparade.

Von der Planche ins Schlosshotel Cecilienhof

Geboren und aufgewachsen ist Silka Kokot in Leipzig. Dort besucht sie die Polytechnische Oberschule und wird noch in der Unterstufe für den Leistungssport gesichtet. Silka Kokot beginnt mit dem Fechten, wechselt mit der 8. Klasse zur Sportschule und mit der Abiturstufe nach Potsdam, wo sie ihren späteren Mann kennenlernt. 1976 hängt sie das Florett an den Nagel, wenig später kommt der Sohn zur Welt und Silka Kokot überlegt, ob sie besser studieren oder einen Beruf erlernen soll. Sie entscheidet sich für den direkten Weg und macht eine Lehre im Schlosshotel Cecilienhof. „Ich habe von der Pike auf gelernt und mich peu à peu weiterqualifiziert“, erzählt Silka Kokot. Als 1983 das größte Ferienhotel der DDR in Templin eröffnet, wechselt sie in die Uckermark. 1988 ist sie zurück in Potsdam und geht nach einem Intermezzo im Interhotel ins Landhaus Geliti nach Geltow. Irgendwann spricht sich in der Branche herum, dass auf Hermannswerder ein Vier-Sterne-Hotel eröffnet – Silka Kokot wird hellhörig und sieht ihre Chance, ein Haus von Grund auf mitzuprägen. Im Januar 1995 ist sie dabei.

Unter alten Bäumen

Unter alten Bäumen: Das Inselhotel ist ein Vier-Sterne-Haus mitten im Grünen.

Quelle: Bernd Gartenschläger

„Ich habe hier sehr viel Energie reingesteckt“, sagt Silka Kokot. „Der Leistungssport hat mir zum Glück viel mitgegeben, auf das es in der Hotelbranche ankommt: Ehrgeiz, Ausdauer, Respekt vor anderen.“ So groß die Arbeit auch war: „Ich hatte viele Freiräume.“ Am 3. März 1995 wurde der Grundstein für das Hotel gelegt, am 21. Juli 1995 das Richtfest gefeiert. „Am wichtigsten war es, gutes Personal zu bekommen“, so Silka Kokot. Mitarbeiter auswählen, Teams zusammenstellen, die Leute trainieren, qualifizieren – darauf legt sie großen Wert.

Die ersten Inselhotel-Gäste bekamen Kerze und Feuerzeug aufs Zimmer

„Am 15. April 1996 haben wir die ersten Gäste empfangen. Wir haben einen Kaltstart ohne Soft- oder Pre-Opening hingelegt“, erzählt Silka Kokot. „Es war abenteuerlich!“ Die Freude über das Husarenstück ist ihr noch immer anzumerken. Damals gibt sie den Gästen Kerzen und ein Feuerzeug, eine Dose Fisch und eine Taschenlampe mit aufs Zimmer – mit einem Augenzwinkern zwar, aber doch für alle Fälle. „Am Ende hat alles geklappt. Die Gäste haben die Konserven dann als Souvenir mit nach Hause genommen.“

Tausende sind seither im Inselhotel eingekehrt, darunter immer wieder Prominente: Schauspieler, Politiker, Sportler. „Diskretion ist oberstes Gebot“, sagt Silka Kokot. Dass sie Bill Gates und die Kanzlerin willkommen hieß, ist aber längst kein Geheimnis mehr – viele Worte verliert Silka Kokot darüber dennoch nicht. „Wenn man etwas mit aufbaut, hat man natürlich auch die Hoffnung, dass es ein Erfolg wird“, sagt sie stattdessen. Auch „bedacht“ sollte sich unter den tausend guten Worten über sie wiederfinden. „Ich bin der Part, der lieber im Hintergrund aktiv ist.“ En garde!

Tagen und enstpannen am Templiner See

Das Inselhotel auf Hermannswerder ist ein inhabergeführtes Vier-Sterne-Haus.

Direkt am Ufer des Templiner Sees gelegen, verfügt das Hotel über 88 Doppelzimmer und Suiten.

Eröffnet wurde das Hotel im Jahr 1995. Es hat sich seither einen Namen als Kongress- und Wellnesshotel gemacht.

Konferenzen, Seminare und Firmenveranstaltungen finden in den 13 Tagungsräumen mit rund 1000 Quadratmeter Fläche und Platz für 350 Personen statt.

Das Spa „Aquamarin“ mit schwimmender Seesauna und beheizbarem Außenpool gehört zu den jüngsten Errungenschaften des Hotels. nf

Von Nadine Fabian

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