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Disput um Garnisonkirche

Theologe Schorlemmer: Tödliche Wunden kann man nicht heilen Disput um Garnisonkirche

Mahnmal und Mythos: Weil die Argumente für und wider den Wiederaufbau der Garnisonkirche in Potsdams historischer Mitte ein ums andere Mal genug Zündstoff bieten, fand gestern dazu ein eintägiges Symposium im Potsdam Museum statt. Dort sprach als Garnisonkirchen-Gegner der Theologe und Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer.

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Garnisonkirchen-Gegner, Theologe und Bürgerrechtler: Friedrich Schorlemmer

Quelle: MAZarchiv

Potsdam. Die Kirche sei Sinnbild der Unterwerfung unter die Obrigkeit, besser sei eine Leerstelle an dem umstrittenen Ort, argumentierte Schorlemmer.

Schorlemmer betonte in seiner Eröffnungsrede: Durch den preußisch-militärischen Gebrauch der Kirche habe man an diesem Platz "Unterwürfigkeit zum Maßstab aller Dinge gemacht". Wie solle die Kirche von diesem alten Geist getrennt werden, fragte er in Richtung der gut 150 Zuhörer. Zweitens: Dass der Bau nach der Bombardierung durch Alliierte eine Ruine hinterlassen hat, "muss zum Mittelpunkt unseres Denkens werden", so Schorlemmer. Und drittens: Eine Wiedergutmachung gehe nicht, "man kann doch nicht Wunden heilen, die tödlich waren, und hinterher einen Prachtbau da stehen haben", so der Theologe. Mahnzeichen: ja. Kirche: nein.

Schlösserstiftungschef Hartmut Dorgerloh wollte den Kirchennachbau als Erinnerungsort verstanden wissen. Der "Mythos des Ortes" unterscheide das Vorhaben von anderen Wiederaufbauten. Als Mahnmal eine Leerstelle wie den Bebelplatz einzurichten, "finde ich städtebaulich nicht sinnvoll, weil drumherum noch zu viel leer steht" und der Gedenkplatz nicht auffallen würde, so Dorgerloh.

Dass sich der Abriss des Rechenzentrums in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bauplatz verspätet, gefährdet den Garnisonkirchenbau laut Architekt Thomas Albrecht nicht: "Der Turm steht anderthalb Meter vom Rechenzentrum weg ‒ das reicht. Ein Gerüst braucht nur 60 Zentimeter Platz." Baubeginn sei im Frühsommer 2014, derzeit laufe die Werkplanungsphase. Die Finanzen, etwa wann er mit den vom Bund zugesagten zwölf Millionen Euro rechne, wollte Albrecht gestern nicht kommentieren.

Von grm

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