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Potsdam Doku über Absolventen der FDJ-Jugendhochschule Bogensee
Lokales Potsdam Doku über Absolventen der FDJ-Jugendhochschule Bogensee
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19:00 15.08.2016
Kirsi Marie Liimatainen (2.v.l.) inszenierte an der FDJ-Jugendhochschule „Wilhelm Pieck“ ihr erstes eigenes Theaterstück. Quelle: kerstin El-sayed
Babelsberg

Eine zwanzigjährige finnische Hausbesetzerin geht 1988 in die DDR, um die Lehren von Marx und Lenin zu studieren. An der FDJ-Jugendhochschule „Wilhelm Pieck“ am Bogensee nördlich Berlins trifft Kirsi Marie Liimatainen auf Gleichgesinnte aus mehr 80 Ländern: Funktionäre, Befreiungskämpfer, linke Aktivisten. Manche von ihnen kommen aus dem Untergrund und tragen Decknamen. Im Sommer 1989 endet das Studienjahr, bald darauf fällt die Mauer.

Was wurde aus ihren Kameraden von damals? Welchen Idealen fühlen sie sich in der globalisierten Welt von heute verpflichtet? Das hat sich Kirsi Marie Liimatainen seither immer wieder gefragt. Die Finnin, die Ende der 1990er ins wiedervereinigte Deutschland für ein Regiestudium an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ kam, hat darüber den Dokumentarfilm „Comrade, where are you today?“ (Wo bist du heute, Kamerad?) gedreht, der am Donnerstag in ausgewählten Kinos startet.

Sie trifft Lucia aus Bolivien wieder, die als traditionelle Heilerin arbeitet und sich für die Rechte indigener Völker engagiert. Sie trifft Marcelino aus Chile, der nach wie vor in der Kommunistischen Partei engagiert ist. Sie trifft den Libanesen Nabil, der sich von der sozialistischen Ideologie abgewendet hat.

Verschiedene Wege – vereint in „Comrade, where are you today?“. Ihre Protagonisten zu finden, sei schwierig, die Vor-Recherche entsprechend aufwendig, die Angst einiger Gesprächspartner vor Repressalien spürbar gewesen. „Vielleicht ist das gar kein Film, sondern mein Leben“, sagt die 48-Jährige, die in der DDR vom real existierenden Sozialismus bald enttäuscht war. „Die Ost-Berliner Jugendlichen, mit denen wir befreundet waren, hätten uns nicht besuchen können. Total bescheuert! Die DDR war kein freies Land.“ Kirsi Marie Liimatainen wurde nach der FDJ-Jugendhochschule keine linke Funktionärin in Finnland, sondern studierte an der Universität Tampere Schauspiel. „Ich wollte durch meine Kunst die Welt verändern, das will ich auch heute noch.“ Ihre Spielfilme, etwa „Festung“ über häusliche Gewalt, tragen immer einen politischen Kern in sich. Sie befasst sich mit Krisenherden, meidet Konsumterror, hilft randständigen Menschen. „Jeder Mensch hat einen Wert, man darf auf niemanden herabsehen.“ Diese Haltung bestimmte die Erziehung Kirsis, die aus einer Arbeiterfamilie stammt, und ihre Ansichten bis heute.

An der HFFKonrad Wolf“ bewarb sie sich einst übrigens nicht wegen des guten Rufs und der langen Tradition. „Ich war auf dem Arbeitsamt in Helsinki und suchte nach Filmschulen. Überall, in England oder Schweden hätte das Studium etwas gekostet. In Babelsberg nicht – also bewarb ich mich hier.“

„Comrade...“ läuft in den Berliner Kinos „Eiszeit“, „Moviemento“ und „Hackesche Höfe“. Für September ist eine Vorstellung im Babelsberger „Thalia“ mit der Regisseurin geplant.

Von Ricarda Nowak

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