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Drei Generationen unter einem Dach

Im Bornstedter Feld feierte die Pro Potsdam gestern Richtfest für das Mietwohnprojekt „Konvoi“ Drei Generationen unter einem Dach

Friderun Schreiber will nicht allein alt werden. Viel lieber möchte die 69-jährige Potsdamerin mit Kindern „Mensch-ärgere-Dich-nicht“ spielen oder für deren Eltern Kartoffelsuppe kochen.

Ein Haus, in dem sich die Generationen gegenseitig unterstützen, das ist ihr Traum. 2008 konnte sie davon auch den Geschäftsführer der städtischen Gesellschaft Pro Potsdam Horst Müller-Zinsius überzeugen. Im Bornstedter Feld entsteht für rund 3,6 Millionen Euro ein Mehrgenerationenhaus, für das gestern Richtfest gefeiert wurde.

Statt dem Richtkranz hätte Horst Müller-Zinsius auch einen Eimer voller Asche für sein Haupt akzeptiert. „Ich gebe zu“, sagte er vor dem eingerüsteten Viergeschosser, „dass ich nicht daran geglaubt hatte, einmal Richtfest für ein Haus zu feiern, das sich ein Verein von der Pro Potsdam wünscht.“ Schon viele Vereine seien zuvor an ihn herangetreten. Doch erst Friderun Schreiber sei mit der nötigen Ernsthaftigkeit aufgetreten, die den Pro-Potsdam-Geschäftsführer an das Projekt glauben ließ.

Und so stellen sich die Mitglieder des 2007 gegründeten Vereins „Konvoi“ ihr Zusammenleben im Haus vor. In 24 Wohnungen sollen ab Oktober drei Generationen zuhause sein: junge Familien mit Kindern, berufstätige Singles oder Paare mittleren Alters und Senioren, die bereits im Ruhestand sind. Die Grundrisse reichen von eineinhalb bis zu vier Zimmern. Elf Mietparteien hat der Verein von seinem Konzept schon überzeugen können. „Wir wünschen uns noch mehr junge Familien“, sagte Friderun Schreiber. Gerade Eltern mit Kindern könnten davon profitieren, wenn einer der Nachbarn, den Nachwuchs mal spontan von der Kita abholen könnte oder die Gute-Nacht-Geschichte vorliest, während Mama und Papa ins Kino gehen.

In einem Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss soll es möglich sein, sich spontan zu treffen. „Die Nachbarschaftshilfe ist nicht verpflichtend“, sagte Friderun Schreiber. Die Vereinsvorsitzende hat zwar selbst auch Kinder und Enkel, doch die sind schon groß. „Ich aber habe noch genug Energie, um anderen zu helfen“, sagte sie. Und damit ist die Rentnerin nicht allein. „Es gibt viele Menschen, die sich für das Wohnen mit mehreren Generationen interessieren“, sagte Oberbürgermeister Jann Jakobs, der hofft, dass das Haus Modellcharakter hat. Horst Müller-Zinsius kann sich gut vorstellen, ein solches Projekt noch einmal zu realisieren, sagte er.

Wer sich für das Wohnprojekt interessiert, kann sich unter www.konvoi-potsdam.de informieren. (Von Meike Jänike)

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