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Potsdam Drei SPD-Männer wollen ins Rathaus
Lokales Potsdam Drei SPD-Männer wollen ins Rathaus
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13:39 11.01.2018
Das Rathaus der Landeshauptstadt.   Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

 Das Bewerber-Trio für die Nominierung als Oberbürgermeisterkandidat der Sozialdemokraten ist komplett: Nach Bürgermeister und Kämmerer Burkhard Exner (59) haben auf den letzten Metern kurz vor dem offiziellen Bewerbungsschluss am 31. Oktober noch zwei weitere Kandidaten ihren Hut in den Ring geworfen: Sozialdezernent Mike Schubert (44) und der ehemalige Fachbereichsleiter Grün- und Verkehrsflächen im Rathaus, Frank Steffens (49).

 

Frank Steffens war bis 2012 Fachbereichsleiter für Grün- und Verkehrsflächen im Rathaus. Quelle: Bernd Gartenschläger

Während Schuberts Bewerbung hinter den Kulissen längst als ausgemacht galt, steigt mit dem relativ unbekannten Frank Steffens ein Überraschungsbewerber in den Ring. Der gebürtige Emsländer aus Niedersachsen ist SPD-Mitglied ohne Funktion. Er zog 2006 nach Potsdam. Obwohl er seit 2013 in Michendorf lebt, gehört er immer noch dem Ortsverein Mitte-Nord an. Steffens wurde im Jahr 2010 einer größeren Öffentlichkeit bekannt, als ihn der damalige Baudezernent Matthias Klipp (Grüne) nach einem Zerwürfnis kalt stellte und ihn ohne Beschäftigung in ein Mini-Büro abschob. Steffens klagte – und gewann in mehreren Instanzen, wurde aber zu den Stadtwerken versetzt. Der studierte Bauingenieur ist derzeit arbeitslos und macht an der Fernuni Hagen einen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften.

In seinem Brief an die Mitglieder erklärt er seine Motivation für die Bewerbung: In der Vergangenheit habe er sich „stets als Dienstleister der Potsdamer Bürgerinnen und Bürger sowie der Kommunalpolitik gesehen. Diesen Dienstleistungsgedanken möchte ich als Oberbürgermeister gerne fortsetzen“.

Vorstellung der Kandidaten

Nachdem Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) im Frühjahr 2017 verkündet hatte, dass er für eine weitere Amtszeit nicht zur Verfügung stehen wird, begann schnell die Suche nach einem SPD-Kandidaten für die Wahl 2018.

Bei der SPD wird die finale Entscheidung über einen Kandidaten oder einen Kandidatin von den Parteimitgliedern gefällt. Gewählt wird auf einer Mitgliedervollversammlung am 20. Januar. „Das Verfahren soll transparent und offen sein“, betont Unterbezirkschefin Ulrike Häfner.

Die SPD-Kandidaten werden sich auf zwei innerparteilichen Vorstellungsrunden präsentieren. Die erste Runde findet am 10. November im Potsdamer Süden statt, das zweite Plenum ist für den 24. November in der Innenstadt angesetzt.

Steffens hebt zudem seine sehr gute Kenntnis des Kerns der Stadtverwaltung und des Stadtwerkekonzerns hervor. „In beiden Organisationen bin ich nach wie vor bestens vernetzt und mit den internen Stärken und Schwächen vertraut.“ Als Mitarbeiter der mittleren Führungsebene habe er eine andere Sichtweise auf die Probleme der Verwaltung gewinnen können als die Beigeordneten, sagte er gegenüber der MAZ. Er selbst sieht sich im Bewerberpool als David gegen Goliath: „Mir ist durchaus bewusst, dass ich im Gegensatz zu meinen Mitbewerbern nicht den Bekanntheitsgrad eines Beigeordneten oder eines Bürgermeisters habe. Aufgrund dessen sehe ich mich in der Rolle des Außenseiters.“ Dennoch habe er den Entschluss gefasst, sich „der Herausforderung zu stellen und mit frischem Wind und neuen Impulsen das Wahlangebot zu erweitern“, heißt es in Steffens’ Brief an die SPD-Mitglieder. Anders als seine beiden Mitbewerber, die ihre Person und Ziele mit Hochglanzflyern präsentieren, stellt der 49-Jährige seine Ideen im Anschreiben vor.

Mike Schubert (44) ist seit 2016 Sozialdezernent in Potsdam. Quelle: Bernd Gartenschläger

Bereits am Montag hatte Mike Schubert die Genossen über seine Bewerbung informiert. Der Sozialdezernent – Jahrgang 1973, Politologe, aufgewachsen in Potsdam mit Wohnsitz im Potsdamer Norden und vor seiner Wahl zum Beigeordneten im Jahr 2016 SPD-Fraktions- sowie Unterbezirkschef – stellt seine Bewerbung unter das Motto „Entschieden für Potsdam“. In den vergangenen Wochen habe es viele ermunternde Gespräche und Reaktionen gegeben, begründet er seinen Entschluss in seinem Schreiben an die SPD-Mitglieder. Und: „Die vielen positiven Reaktionen in der Stadt, aus der Partei und im Rathaus sowie die Ermunterung zu einer Kandidatur als Oberbürgermeister hätte ich nach meiner knappen Wahl zum Beigeordneten so nicht erwartet.“ Damit spielt Schubert darauf an, dass er 2016 seinen Sprung ins Dezernentenamt erst im dritten Wahlgang mit einer hauchdünnen Mehrheit geschafft hatte. Der gut vernetzte Potsdamer geht aber noch mit einer zweiten Hypothek ins Rennen. Etliche Parteifreunde sind irritiert, dass Schubert nach kaum mehr als einem Jahr im Amt bereits den nächsten Karrieresprung plant – zumal die Absprachen im Vorfeld andere gewesen seien. Die Wahl zum Beigeordneten sei mit Schuberts Versprechen verbunden gewesen, das Amt über die volle Dauer von acht Jahren auszuüben, heißt es aus Parteikreisen.

Nach der SPD geht die Kandidatenkür nun auch bei den Linken in dieser Woche in die heiße Phase. Am Donnerstagabend wird im Kreisvorstand eine Personalie diskutiert; einen Tag später wird das weitere Vorgehen mit den Vorsitzenden der Ortsverbände debattiert. Wie berichtet, geht der Trend offenbar zu einer Kandidatin – gern auch parteilos. Bei der CDU wird die Entscheidung voraussichtlich erst im Februar auf einem Kreisparteitag gefällt, wo der Vorstand einen Vorschlag vorstellt. Schon jetzt sind die Stadtbezirks- und Ortsverbände mit der Kandidatensuche befasst. Ein überparteilicher Kandidat sei „nicht ausgeschlossen“, so Fraktionschef Matthias Finken.

Burkhard Exner war der erste, der seine Bewerbung bekanntgab. Quelle: Friedrich Bungert

Bei den Grünen werden die Mitglieder laut Kreisverbandssprecher Gert Zöller in den nächsten Wochen zu Kandidaturen ermuntert. Die Wahl findet voraussichtlich auf einer Mitgliederversammlung Mitte Dezember statt.

Von Ildiko Röd

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