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Drevesstraße mit Abstand die mieseste Straße

Schlechteste Straße Potsdams gewählt Drevesstraße mit Abstand die mieseste Straße

Kopfsteinpflaster, Schlaglöcher und ein Gehweg in miserablem Zustand: Die Drevesstraße hat alles zu bieten, was man sich unter einer Buckelpiste vorstellt. Die MAZ-Leser wählten sie deshalb zur schlechtesten Straße Potsdams. Warum die Straße so schrecklich ist, wissen die Anwohner in der Drevesstraße.

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Postfrau Christin Thätner (23) ist täglich mit dem Rad in ganz Potsdam unterwegs. Dass viele MAZ-Leser die Drevesstraße schrecklich finden, kann sie gut nachvollziehen.

Quelle: Victoria Barnack

Teltower Vorstadt. Die MAZ-Leser haben entschieden: Potsdams schlechteste Straße ist die Drevesstraße in der Teltower Vorstadt. 800 Meter ist sie lang und mit Kopfsteinen bepflastert. Auch tagsüber ist stets eine der beiden Fahrtrichtungen fast komplett durch parkende Autos belegt. Eine Einbahnstraße ist sie allerdings nicht. Deshalb ist beim Durchfahren der Drevesstraße besondere Vorsicht geboten. An drei Stellen gesellt sich zu der ohnehin unangenehmen Fahrt über Potsdams schlechteste Straße eine Rechts-Vor-Links-Regelung wie sie im Fahrschulbuche steht.

„In den Siebziger Jahren war die Drevesstraße eigentlich noch ziemlich in Ordnung“, erzählt MAZ-Leser Dieter Grützmann, der seine Straße für die MAZ-Aktion vorgeschlagen hatten. „Ruiniert wurde die Drevesstraße erst, als sie in den Achtziger Jahren aufgerissen wurde“, berichtet ´er Anwohner. Damals wurde die Waldstadt erschlossen, alle wichtigen Medien unter der Straße entlang verlegt und die Drevesstraße schließlich „unsachgemäß wieder gepflastert“, erinnert sich der 66-Jährige, der seit fast 40 Jahren dort Anwohner ist. Dutzende LKW-Ladungen der Kopfsteine seien übrig geblieben, sagt er.

Natürliche Entwässerung schadet der Straße

Dem ohnehin holprigen Zustand der Drevesstraße setzt seit vielen Jahren außerdem das laut Anwohnern nicht vorhandene Entwässerungssystem zu. Sie berichten, dass die Straße bei Regen regelmäßig überschwemmt ist. Wenn das sandige Unterbett des Kopfsteinpflasters so richtig weich gespült ist, drücken die schweren PKW die Schlaglöcher noch tiefer herunter. „Dazu kommen unendlich viele Rohrbrüche“, berichtet Dieter Grützmann, der seit 2015 Genossenschaftsvertreter der WBG 1903 Potsdam ist, der ein Großteil der Wohnhäuser in der Drevesstraße gehört.

Das Kopfsteinpflaster wird dann aufgerissen und später wieder verschlossen. Grützmann erkennt jede Stelle, an der auf diese Weise geflickt wurde, mit dem bloßen Auge. Pkw- und Radfahrer bemerken sie am unebenen Boden – und das ist auch gut so, findet zumindest Klaus Baltruschat (74). Seit 35 Jahren wohnt er in der Drevesstraße. „Wenn hier eine glatte Asphaltdecke drauf kommt, rasen die Autofahrer doch nur noch mehr“, erwidert er.

Verschlissenes Kopfsteinpflaster mit vereinzelten Ausbesserungen

Verschlissenes Kopfsteinpflaster mit vereinzelten Ausbesserungen: Auf der Drevesstraße geht es nur holprig voran.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Dieter Grützmann besitzt zwar ein Auto, lässt das aber lieber in seiner Garage stehen, die sich nicht in der Drevesstraße befindet. Er steigt immer öfter aufs Rad um. „Auf der Straße zu fahren, ist hier unmöglich“, sagt er. Tatsächlich verzichten alle Radler darauf, vom Kopfsteinpflaster in der Drevesstraße einmal kräftig durchgeschüttelt zu werden und nutzen wie Dieter Grützmann den Gehweg. Sogar Postfrau Christin Thätner (23) tut es ihm gleich. Sie kann den Groll der Anwohner verstehen. „Bei diesen großen Ritzen zwischen den Steinen kippt man schnell mit dem Rad um“, sagt sie, „vor allem für ältere Leute ist das gefährlich.“

Obwohl die Situation in der Drevesstraße eine Belastung für Anwohner, Rad- und Pkw-Fahrer ist: Auf eine Verbesserung des Zustands müssen alle in der Drevesstraße wohl weiterhin warten. Die Länge der Straße und die fehlende Entwässerung würde eine grundlegende Sanierung zu kostspielig machen, vermutet Grützmann. „Wir sind zu wenig Anwohner und es gibt keine Lobby von Gewerbetreibenden, die sich wie anderswo dafür einsetzen könnten, dass die Straße gemacht wird“, sagt er und hofft nun, dass durch das Votum der MAZ-Leser die Stadt zumindest an ihr Versprechen erinnert wird, die Gehwege zu erneuern. „Das wäre für die Radfahrer ein Riesenvorteil“, sagt er.

» Siehe auch: Die schlechteste Straße in Potsdam

Von Victoria Barnack

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