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„Dschänn“ Jakobs überzeugt auf Kisuaheli

Städtepartnerschaft Potsdam-Sansibar „Dschänn“ Jakobs überzeugt auf Kisuaheli

MAZ-Redakteurin Ildiko Röd begleitet die Potsdamer Delegation nach Sansibar. Dort wird der Partnerschaftsvertrag zwischen Potsdam und Sansibar unterzeichnet. Sie berichtet von großen technischen Herausforderungen, Wunder vollbringendem Hotel-Personal und einem Potsdamer Oberbürgermeister, der die Gastgeber zu Begeisterungsstürmen hinreißt.

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Jann Jakobs ist in Sansibar begehrter Interview-Partner. Während der Zeremonie erntet er begeisterten Applaus für seine Aussprache.

Quelle: Ildiko Röd

Sansibar. Das Schöne an der Reise: zum ersten Mal in meinem Leben kann ich mich wie eine Prinzessin fühlen. Mein Bett im Maru Maru sieht aus wie ein Prinzessinnenbett mit langen weißen Vorhängen, die von einem hohen Holzgestell herabwallen. Sie sehen toll aus, haben aber in erster Linie eine praktische Funktion – als Moskitonetz.

Das Himmelbett im Hotelzimmer

Das Himmelbett im Hotelzimmer.

Quelle: Ildiko Röd

Das Zimmer ist überhaupt wunderbar. Am meisten verblüfft mich, welche Wunder die Cleaning Ladys, die „Aufräum-Damen“, hier vollbringen. In meiner Abwesenheit am Tag verwandeln Sie mein Chaos in eine unglaubliche Ordnung. Die ist dann so groß, dass ich viele Sachen nur nach langem Suchen wiederfinde. Wo, verdammt nochmal, ist mein Adapter?

Die Technik ist überhaupt die große Herausforderung hier. Und der Internet-Zugang auch. Das große Gesellschaftsspiel innerhalb unserer Gruppe lautet: wie heißt dass Passwort für das W-Lan? Wenn es klappt, dann ist der Jubel groß. Oben auf der Dachterrasse stehen die Chancen am besten, Kontakt mit der Außenwelt aufzunehmen.

Blick auf die Altstadt in Sansibar

Blick auf die Altstadt in Sansibar.

Quelle: Ildiko Röd

Die Feierliche Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages zwischen Potsdam und Sansibar findet in einem Kongresszentrum statt. Was für ein Unterschied zur Unterzeichnung in Potsdam, die im Frühjahr im Saal des Filmmuseums stattfand. Damals hatte nur ein recht überschaubares Häuflein von Menschen den Weg zum offiziellen Akt gefunden. Hier hingegen hat die Feier anscheinend eine ganz andere Zugkraft. Der Saal mit der bunten Wanddeko und den goldstoffummantelten Stühlen ist ziemlich gut gefüllt.

Während der Zeremonie

Während der Zeremonie.

Quelle: Ildiko Röd

Oben auf der Bühne heizt ein Musiker, der eine Art Hackbrett spielt, die Stimmung an. Als der erste Redner aus Sansibar ans Pult tritt, sind bereits mehrere kleine Filmkameras davor aufgebaut. Der Redner erinnert auch an das Fußballspiel, das der Bürgermeister von Sansibar-Stadt, Khatib Abdulrahman Khatib, beim Potsdam-Besuch zusammen mit OB Jänner Jakobs (SPD) besuchte. Die Randale während des Spiels verschweigt er natürlich höflich.

Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs und der Bürgermeister von Sansibar-Stadt, Khatib Abdulrahman Khatib, zusammen auf dem Sofa (vorne).

Quelle: Ildiko Röd

Jakobs hatte beim Auftaktgespräch tags zuvor im Rathaus launig erzählt, dass Khatib damals beim Spiel erstaunt gewesen sei, wie groß die Polizeipräsenz in Deutschland ist. Allerdings hatte er zunächst geglaubt, dass der Aufwand ihm gelten würde.

Jetzt werden die Gäste im Publikum begrüßt. Sie stehen auf, winken und werden beklatscht. Auch Abgesandte aus Nachbarregionen sind extra gekommen. Mit dem Zeremoniell nimmt man es hier anscheinend ziemlich genau, andererseits sollte man Zeit mitbringen für solche Veranstaltungen. In Potsdam war die Zeremonie - preußisch-straff - damals in kaum einer Stunde über die Bühne gegangen.

Khatib erwähnt mehrmals seinen Freund „Dschänn“ (Jann) Jakobs und die Stadtverordnetenvorsitzende Birgit Muller (Müller). Der 12. Juli sei ein historischer Tag für Sansibar-Stadt. In der Kooperation soll es unter anderem um die Berufsfortbildung von Jugendlichen gehen und um Tourismus.

Jetzt steigt „Dschänn“ Jakobs aufs Rednerpult. Als er die sansibarischen Würdenträger mit ihren Namen begrüßt, erntet er begeisterten Applaus für seine Aussprache. Schlummert im OB ein bislang unentdecktes Talent für Kisuaheli?

Birgit Müller (Linke) am Pult

Birgit Müller (Linke) am Pult.

Quelle: Ildiko Röd

Nach einer Pause mit Lautenspieler und Hackbrett ist Birgit Müller (Linke) am Wort. Sie wird sich am Freitag mit Vertretern des hiesigen Stadtparlaments treffen. Außerdem besucht sie die Partnerschule der Bruno-H.-Bürgel-Schule. „Meine Enkeltochter, die in die Bruno-H.-Bürgel-Schule geht, hat mich beauftragt, die Schüler und Lehrer zu fotografieren.“

Sie endet mit einem tansanischen Sprichwort: Viele kleine Leute, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht dieser Welt verändern.

Von Ildiko Röd

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