Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Dschungelwelt „Biosphäre“ soll erhalten bleiben
Lokales Potsdam Dschungelwelt „Biosphäre“ soll erhalten bleiben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:27 01.03.2017
Auch weiterhin wird es Abenteuer in der Dschungelwelt der Biosphäre geben. Quelle: MAZ
Bornstedter Feld

Überraschende Kehrtwende in Sachen Biosphäre: Das Potsdamer Tropenparadies mit pädagogischem Mehrwert wird voraussichtlich doch nicht geschlossen. Zumindest ist das nach MAZ-Informationen die favorisierte Variante einer mehrmonatigen gemeinsamen Prüfung durch die Landeshauptstadt und den Entwicklungsträger Bornstedter Feld, in dessen Treuhandvermögen sich nach wie vor das Biosphärengrundstück befindet. Eigentlich sollte die Tropenwelt am 30. November 2017 in ihrer jetzigen Form ihre Türen schließen.

Im Frühjahr sollen die Stadtverordneten im Hauptausschuss über die Zukunft der Tropenhalle entscheiden.

Gehört zu den Wahrzeichen der Stadt: die Ex-Buga-Halle am Bornstedter Feld. Quelle: Bernd Gartenschläger

Voraussetzung für den Weiterbetrieb der derzeit defizitären Tropenhalle ist laut Studie eine Sanierung der Halle, die zur Bundesgartenschau im Jahr 2001 gebaut wurde. Die Kosten für die Hüllensanierung des Gebäudes würden sich auf fünf bis sechs Millionen Euro belaufen. Allerdings hofft man auf eine Landesförderung in Höhe von zwei Millionen Euro aus dem Programm für energetische Sanierung von Gebäuden. Der Betrieb der Halle kostet die Stadt derzeit mehr als eine Millionen Euro pro Jahr. Die reinen Betriebskosten belaufen sich auf 600 000 Euro, dazu kommen beispielsweise Personalkosten.

Die Biosphäre ist ein beliebtes Ausflugsziel für Familien. Quelle: Bernd Gartenschläger

Im Rahmen der Untersuchung – Kostenpunkt: 100 000 Euro – hatten Stadt und Entwicklungsträger acht Varianten für die Zukunft der Ex-Buga-Halle geprüft. Diese wurden bereits Ende 2016 bei einer Sitzung der Interessenvertretung Bornstedter Feld öffentlich vorgestellt. Die Palette der Varianten ist denkbar breit. Zur Debatte standen unter anderem ein Abriss, Kita-Betrieb, Schule, multifunktionale Halle, Beachvolleyballhalle, Kiezbad oder Eishockeyhalle.

Der Abriss – die preiswerteste Variante – würde allerdings einem bestehenden Stadtverordnetenbeschluss zuwiderlaufen. Dieser besagt, dass der Abriss der Biosphären-Halle zurückzustellen sei. Aus dem Rennen ist auch eine Nachnutzung der Halle als Schule. Grund sind die exorbitanten Kosten für einen Umbau. Varianten wie ein Jugendtreff oder ein Kiezbad sind zudem kaum förderfähig. Die Chancen auf Förderung sind grundsätzlich eher gering und bestehen wohl am ehesten im Rahmen einer touristischen Weiternutzung.

Veranstaltungshalle in der Biosphäre. Quelle: Bernd Gartenschläger

Dass das Pendel nun doch wieder zugunsten des Weiterbestands der Dschungelwelt ausschlagen könnte, hat einen einfachen Grund: Die Halle ist als touristische Einrichtung und als Veranstaltungshalle bereits eingeführt und über Potsdam hinaus bekannt. Außerdem dürften die Investitionskosten bei Weiterbetrieb der Tropenhalle im Vergleich zu einem Komplettumbau wahrscheinlich deutlich niedriger ausfallen. Dass nachjustiert werden muss, liegt allerdings auf der Hand. So soll das mehr als 15 Jahre alte Ausstellungskonzept überarbeitet werden.

Matthias Finken Quelle: Christel Köster

CDU-Fraktionschef Matthias Finken, der zugleich Sprecher der Interessenvertretung Bornstedter Feld ist, erklärte dazu: „Wir brauchen ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept – das wird letztlich das Entscheidende sein.“

Sascha Krämer. Quelle: Volker Oelschläger

Linken-Kreischef Sascha Krämer sagte, es sei begrüßenswert, „die Biosphäre dauerhaft zu erhalten und für den Stadtteil zu entwickeln“. Wenn Ende des Jahres die Zweckbindung für das Gebäude falle, eröffne das „ungeahnte Möglichkeiten“ für die Nutzung. So könnten zusätzlich zur Tropenhalle ein Stadtteilzentrum und eine Kiez-Gaststätte in der umgebauten Halle untergebracht werden.

Von Ildiko Röd

Potsdam Bau der neuen Tramstrecke - Nedlitzer Straße ab Mai gesperrt

Die Anwohner im Bornstedter Feld brauchen ab Mai starke Nerven: Für den Bau der neuen Tramstrecke wird die Nedlitzer Straße teilweise gesperrt. Eine Umleitung wird ausgeschildert.

28.02.2017

„Produktion im Provisorium“ ist der zweite Teil einer Filmdokumentation über das Kunsthaus im Potsdamer Rechenzentrum, der am Mittwoch um 20 Uhr in zwei Räumen vor Ort vorgestellt wird. Vorab läuft um 19.30 eine Kurzzusammenfassung des ersten Teils „Vom Abrissobjekt zum Kreativkosmos“, der vor einem Jahr im Babelsberger Thalia-Kino Premiere hatte.

28.02.2017
Potsdam Streit um Kussmund-Urinale in Potsdam - Frauen-Union nennt Pissoir-Debatte „Pipifax“

Männer, die in aufgerissene Frauenmünder urinieren - die Pissoirs der niederländischen Künstlerin Meike von Schijndel gefallen nicht jedem. Nun hängen die auffälligen Teile auch in einem Potsdamer Club. Der Frauenpolitische Rat ist empört. Und die Frauen-Union versteht die Aufregung nicht.

28.02.2017