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Potsdam Dubiose Geschäfte des Bernd Wolfgang Steuten
Lokales Potsdam Dubiose Geschäfte des Bernd Wolfgang Steuten
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11:25 22.03.2014
Im Villenpark Groß Glienicke wurde im Mai 2012 die erste Straße benannt: der Heinz Sielmann-Ring.  Bernd Wolfgang Steuten (Mitte) war dabei. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Bernd Wolfgang Steuten hat bereits eine Reihe dubioser Geschäfte und spektakulärer Pleiten im Lebenslauf zu verzeichnen. Die renommierte „Goldman Morgenstern & Partners“, eine New Yorker Gesellschaft „mit dem Ziel gegründet, durch aktive Aufklärung und permanente Transparenz nachhaltig zur Betrugsprävention“ beizutragen, verzeichnet Steuten auf ihrer „Grauen Liste“ und der „Liste der Luftschlossanbieter“. Das tat sie auch schon vor den dubiosen Wohnungsverkäufen in Bad Fallingbostel (siehe "Stillstand im Villenpark Groß Glienicke") und dem Groß Glienicker Villenpark. Nachfolgend eine unvollständige Liste.

Als Geschäftsführer der DVB Vermögens-Beteiligungs-Gesellschaft, untersagte das Bundesaufsichtsamt für Kreditwesen 1997 Bernd Wolfgang Steuten den Abschluss stiller Beteiligungsverträge und wies ihn an, bestehende Verträge sofort abzuwickeln. Das Bundesaufsichtsamt begründete dies damit, dass Steutens Gesellschaft gar keine Erlaubnis zum Betreiben eines solchen Geschäftes habe. Die versprochene Mindestverzinsung von zwölf Prozent sei nach der Geschäftslage des Unternehmens nicht realistisch. Die Schuldnerakuthilfe schrieb dazu im Internet: „Die DVB, geführt von Bernd Wolfgang Steuten, erfuhr in der Fachpresse durchaus negative Kommentare. Steuten wurde darin als ,Täuscher’ zitiert.“

Schließlich arbeitete Steuten auch als Repräsentant für die Dresdner BFI Bank. Diese wurde 2003 von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht geschlossen, weil dort „chaotische Verhältnisse herrschten“, wie ein Anwalt von rund 1300 Geschädigten Anlegern, die um mehr als zehn Millionen Euro geprellt wurden, schrieb: „Die BFI Bank hatte weder ein funktionierendes Controlling noch ein funktionierendes internes Berichtswesen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ging davon aus, dass die BFI Bank nicht mehr in der Lage sei, sämtliche Einlagen zurückzuzahlen oder ihre Verbindlichkeiten aus Wertpapiergeschäften zu erfüllen“. Der Gründer wurde wegen Anstiftung zur Untreue zu fünf Jahren und neun Monaten verurteilt, die Bank ging insolvent. Rund 66000 Kleinanleger wurden von den 1500 Bank-Repräsentanten um einen Teil oder ihre gesamten Einlagen gebracht. Steuten war einer dieser Repräsentanten.

» Der "Bürstenmann" und der Villenpark Groß Glienicke

Kein dubioses, aber ein gescheitertes Projekt kann Steuten in Schottland vorweisen: Dort wollte er das im 16. Jahrhundert gebaute Westhall Castle, das in stark verfallenem Zustand auf einen Retter wartete, sanieren und zu einem Golfhotel und Resort umbauen. Ende 1997 ließ sich Steuten dafür eine Gesellschaft im Handelsregister eintragen, die Anfang 2000 wieder gelöscht wurde. Auch in Großbritannien gründete er eine Gesellschaft, war zugleich Eigentümer und Geschäftsführer. Offenbar hatte sich Steuten mit dem Projekt überhoben oder keine Investoren gefunden. „Das Problem mit Leuten wie Bernd Wolfgang Steuten ist, dass sie so gut wie nie eigenes Geld riskieren, sondern stets Anleger zu waghalsigen Investments überreden wollen. Wenn die dann scheitern, bleibt außer der Wut der Betroffenen juristisch nichts an ihnen hängen“, sagte ein Berliner Anwalt, der Steutens Treiben auf dem deutschen Immobilienmarkt seit Jahren verfolgt, der MAZ.

In der Imagebroschüre zum Villenpark Groß Glienicke liest sich das ganz anders: „Gerne verführt Herr Steuten Interessenten dazu, mal ihren Fantasiehorizont ein wenig zu erweitern. ,Wie viele Menschen laufen wie in einer Hutschachtel herum und schauen einfach nicht raus aus ihrem Karton. Wenn ihnen dann auf einmal das Herz aufgeht, weil sie verstehen und vor ihrem inneren Auge sehen, was ich ihnen erklärte, dann freut mich das.“ Vor diesem Blick aus dem Karton könne nur gewarnt werden, sagt der Berliner Anwalt trocken.

Von Jan Bosschaart

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