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Potsdam Plötzlich gelähmt: Auf Geschäftsreise in Potsdam erkrankt
Lokales Potsdam Plötzlich gelähmt: Auf Geschäftsreise in Potsdam erkrankt
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07:53 02.01.2018
Der Düsseldorfer Erik Lenhard war gerade in Potsdam, um sich beim Klinikpersonal zu bedanken. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Als Erik Lenhard eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Potsdamer Hotelbett in einer geradezu kafkaesken Situation. Schon die ganze Nacht lang hatten den 35-jährigen Düsseldorfer Rückenschmerzen geplagt. Nun aber konnte er sich kaum mehr bewegen. Die Beine, die Arme, die Hände: taub. Der Schmerz aber tobte weiter in seinem Körper, lähmte ihn – mit letzter Kraft schafft es Erik Lenhard, den eine Geschäftsreise nach Potsdam geführt hatte – zum ersten Mal überhaupt, in die Notaufnahme des Ernst-von-Bergmann-Klinikums.

Die Ursache ist bis heute nicht gefunden

„Anfangs dachte ich noch, ich hol mir eine Spritze gegen die Schmerzen“, sagt Erik Lenhard. „Ich wollte ja abends wieder nach Hause fliegen.“ Daraus aber wurde nichts. Die Ärzte diagnostizieren bei ihm eine schwerwiegende Entzündung des Rückenmarks. Die Ursache dafür haben sie auch heute, ein halbes Jahr später, nicht ausfindig machen können. Mit der Suche danach hat das Bergmann-Klinikum inzwischen aber nichts mehr zu tun: Der Fall Erik Lenhard ist jetzt der Uniklinik Düsseldorf übergeben worden.

Mit Potsdam bleibt der rheinische Patient dennoch verbunden: Gerade erst war er wieder hier, um sich beim Klinikpersonal zu bedanken. „Ich hatte Glück im Unglück. Die Versorgung hier war super. Krank in einer fremden Stadt – das ist schon eine sehr spezielle Situation“, sagt Erik Lenhard – und untertreibt. Er war schwer krank.

Eine Entzündung des Rückenmarks hat drastische Folgen

Das Rückenmark ist Teil des zentralen Nervensystems. Es ist eine Art Informationskabel und dafür zuständig alle Signale, die von den Organen und Körperteilen kommen, ans Gehirn weiterzuleiten und anders herum. Eine Entzündung kann daher große und mitunter drastischste Auswirkungen haben.

Erik Lenhard landet im Juli direkt auf der Intensivstation. Seine Mutter eilt als erste einmal quer durch die Republik, um ihm beizustehen. Seine Freundin, die selbst Krankenschwester ist, kommt drei Tage später. Die Familie ist zutiefst besorgt, denn Erik Lenhards Leiden ist nicht nur rätselhaft, sondern auch akut. Es fesselt ihn wie einen Querschnittsgelähmten ans Bett und macht ihn zum Pflegefall. Auf Dauer?

„Ich habe immer gedacht, dass mir so etwas nie passieren wird“

Wochenlang bangen Erik Lenhard, seine Familie und Freunde, ob die Lähmungen bleiben oder sich gar verschlimmern. „Ich habe bis dahin immer gedacht, dass mir so etwas nie passieren wird“, sagt er. „Wenn man in solch eine Bredouille gerät und plötzlich auf Hilfe angewiesen ist, merkt man erst, wie toll das Leben ist.“

Erik Lenhard geht es heute wieder gut. „Ich bin noch ein bisschen wacklig auf den Beinen – aber das ist nach so einer Erkrankung normal“, sagt er. Acht Wochen hat der Mann, der in der Backwarenbranche im Qualitätsmanagement tätig und auf die Brötchen einer weltberühmten Burgerkette spezialisiert ist, in der Reha verbracht und dort das Laufen neu gelernt. Nur Mountainbike känne er noch nicht wieder fahren – der Gleichgewichtssinn sei noch gestört: „Aber das wird schon wieder.“

Fürs neue Jahr wünscht sich Erik Lenhard, klar, Gesundheit. „So eine Katastrophe wie 2017 will ich nie wieder erleben.“ 2018 wird er neu durchstarten. Vielleicht sogar in Potsdam. „Sie haben eine sehr schöne Stadt“, sagt er. Und: „Die Menschen sind hier sehr offen.“ Ein großes Kompliment von einem, dem die Frohnatur in die Wiege gelegt wurde. „Ich komm ganz sicher wieder!“

Von Nadine Fabian

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